Nach Auffassung des Arbeitskreises der Banken und Leasinggesellschaften der Automobilwirtschaft (ABLA) wird sich mit der geplanten Umsetzung der novellierten Verbraucherkreditrichtlinie die Autofinanzierung "deutlich erschweren". Zwar sei die Absicht, mehr Wettbewerb zu fördern löblich, doch leider versuche die EU dies durch eine Überreglementierung zu lösen. Autohändler und –banken würden mit zusätzlichem Aufwand belastet, wodurch sich die Kredite für die Verbraucher verteuern würden, so der ABLA. Nach der Richtlinie soll eine europaweite Widerrufsfrist von 14 Tagen für Verbraucherkreditverträge eingeführt werden. Gegenüber dem deutschen Recht würde der Fristlauf dann mit Erhalt des Kreditvertrages, und nicht bereits mit Aushändigung des Antrages an den Kunden beginnen. Nachteile seien dadurch insbesondere für den GW-Markt zu befürchten: "Die rasche Verfügbarkeit ist ein wesentlicher Beweggrund für den Erwerb eines Gebrauchtwagens, eine Verschiebung der Widerrufsfrist und damit eine spätere Auslieferung des Fahrzeugs würde den Verbraucherinteressen zuwiderlaufen", befürchtet der ABLA. Zudem müssten sich nach Inkrafttreten der Richtlinie Autohändler künftig als Kreditvermittler registrieren lassen. Nach der deutschen Gewerbeordnung war dies bislang nicht nötig, da die finanzierende Bank in jedem Fall für das Handeln des Vermittlers haftet. "Die Registrierung und staatliche Kontrolle der Händler würde einen beträchtlichen Verwaltungsaufwand nach sich ziehen", glaubt der Arbeitskreis. Die Kosten müssten dann als höhere Zinsen an die Verbraucher weiter gegeben werden. (tc)
Autobanken kritisieren EU-Kreditrichtlinie
Arbeitskreis befürchtet Überreglementierung und nachteilige Folgen für GW-Markt