Big Deal: Chrysler und Fiat werden Allianzpartner

21.01.2009 09:54 Uhr
In einem ersten Schritt soll Fiat 35 Prozent an Chrysler übernehmen.

Der italienische Autobauer Fiat steigt beim notleidenden US-Hersteller Chrysler ein. In einem ersten Schritt soll Fiat 35 Prozent an dem drittgrößten US-Hersteller übernehmen. Beide Unternehmen unterzeichneten eine entsprechende vorläufige Vereinbarung, wie Chrysler am Dienstag am Sitz in Auburn Hills (US-Bundesstaat Michigan) mitteilte. Die zuvor vom Handel ausgesetzte Fiat-Aktie legte daraufhin an der Mailänder Börse innerhalb der ersten Minuten nach Wiederzulassung um nahezu sechs Prozent zu. Beide Hersteller leiden stark unter der weltweiten Talfahrt am Automarkt und der Konjunkturkrise. Das strategische Bündnis soll Fiat und Chrysler gegen die Konkurrenz globaler Wettbewerber wie etwa Toyota und Volkswagen stärken und somit das Überleben sichern. "Das ist ein erster Schritt", sagte Fiats Vize-Präsident John Elkann in Mailand. "Die Vereinbarung ist gut, viele Dinge sind im Entstehen, und wir können einsteigen." Dieser Weg sei angesichts der gegenwärtigen Marktbedingungen wichtig. Fiat-Chef Sergio Marchionne erläuterte, beide Unternehmen seien durch das Zusammengehen in der Lage, wichtige Märkte zu erschließen. Weltweit würden nur sechs Autokonzerne die beispiellose Krise überleben, Fiat brauche deshalb einen Partner, hatte der 56-Jährige unlängst erklärt. Er stehe vor dem schwierigsten Jahr seines Lebens. US-Regierung muss zustimmen Die neue Allianz benötigt noch die Zustimmung der US-Regierung. Chrysler kann derzeit nur mit Hilfe eines milliardenschweren staatlichen Notkredits überleben. Fiat bezahlt den Anteil den Angaben zufolge nicht mit Bargeld. Stattdessen bekommt Chrysler Zugang zu Fiat-Technologie für den Bau vor allem von Kleinwagen. Im Gegenzug will sich Fiat auch den amerikanischen Markt für seine Klein- und Mittelklassewagen erschließen. Beide Hersteller wollen sich überdies ihre Vertriebsnetze gegenseitig zur Verfügung stellen.

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