CO2-Emissionen: Dienstwagen-Debatte in Brüssel entbrannt

31.01.2007 20:39 Uhr
lexus ls600h
"Umweltfreundlicher" Dienstwagen: Lexus LS600h
© Foto: Lexus

EU-Umweltkommissar Dimas will künftig in einem Hybrid-Lexus chauffiert werden / Verheugen bleibt bei BMW

Bei der Anschaffung neuer Dienstwagen will die EU-Kommission künftig stärker als bisher deren Spritverbrauch berücksichtigen. Wie bei Gebäuden oder Computern sollten auch bei Autos strenge Regeln zur Energieeffizienz zum Tragen kommen, sagte ein Sprecher der Brüsseler Behörde am Donnerstag. Er reagierte damit auf Informationen, wonach EU-Umweltkommissar Stavros Dimas von seinem Dienst-Mercedes aus Klimaschutzgründen auf ein japanisches Auto mit kombiniertem Benzin- und Elektromotor umsteigen will. Die strengeren Regeln für die Autobeschaffung seien bisher "eine Absicht für die nächsten sechs Jahre", hieß es. Natürlich müssten immer auch Funktionalität, Sparsamkeit und Sicherheit berücksichtigt werden. Der Kauf eines neuen Autos "ist eine Frage einer gewissen Komplexität", betonte Chefsprecher Johannes Laitenberger. Die Kommission hat nach eigenen Angaben durchschnittlich 120 Fahrzeuge in Betrieb. Deren Durchschnittsverbrauch pro 100 Kilometer sei von 14,5 Liter im Jahr 2003 auf 12,3 Liter im Jahr 2006 gesunken. Andere Kommissare sehen Dimas' Vorstoß für das umweltfreundlichste Auto der Kategorie nicht als Vorbild: Der deutsche Industriekommissar Günter Verheugen habe gerade einen neuen 7er BMW mit Dieselmotor als Dienstwagen bekommen, sagte sein Sprecher. Verheugens Fahrzeug stößt nach Herstellerangaben 216 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer aus, der von Dimas favorisierte Lexus mit Hybridantrieb kommt mit 187 Gramm des Treibhausgases pro Kilometer aus. Die Dienstwagen-Frage fällt mitten in einen Streit der EU-Kommission über künftige Grenzwerte für die Autoindustrie. Dimas will die Hersteller gesetzlich verpflichten, ihr bisher freiwillig angepeiltes Ziel von durchschnittlich 120 Gramm CO2 pro Kilometer bis zum Jahr 2012 tatsächlich zu erreichen. Verheugen will diesen Plan im Sinne der deutschen Autobauer abwenden. (dpa)

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