Studie: Deutsche Autofahrer sind Öl-Muffel

16.09.2011 08:18 Uhr
Laut der aktuellen Studie von GTÜ und Castrol ist jeder vierte Autofahrer mit einem mangelhaften Ölstand unterwegs.
© Foto: ZDK

Die Mehrheit der Autofahrer in Deutschland kontrolliert selten oder nie den Füllstand des Motorenöls und verlässt sich ganz auf den turnusmäßigen Ölwechsel im Rahmen der Inspektionen. Laut der aktuellen "Öl-Studie" von GTÜ und Castrol anlässlich der IAA in Frankfurt (bis 25. September) ist jeder vierte Autofahrer mit einem mangelhaften Ölstand unterwegs. Eines der Hauptprobleme ist den Experten zufolge zu wenig Öl, was zu einem höherem Verschmutzungsgrad und zu einem schnelleren Alterungsprozess führt. Parallel dazu steige das Risiko von Schäden an der Nockenwelle oder an den Pleuellagern. Im Extremfall bilde sich gefährlicher Schwarzschlamm, der kapitale Motorschäden zur Folge haben könne. Die Studie bemängelt, dass die Warnlampe in den meisten Autos nicht einen zu niedrigen Ölstand, sondern einen Öldruck-Abfall anzeige. Der komme dann zu Stande, wenn der Ölstand so niedrig ist, dass die Ölpumpe bereits Luft ansaugt. Da vor allem Gleitlager nur bei einem entsprechenden Öldruck ausreichend geschmiert werden, sollten Autofahrer bei leuchtender Warnlampe der Motor sofort abschalten. Als ungut für den Motor erachten GTÜ und Castrol auch das Mischen verschiedener Öle. Viskositätsklasse und Leistungsprofil des Nachfüllöls sollten vergleichbar sein mit der in der Betriebsanleitung empfohlenen Sorte. Sogar die Gewährleistungspflicht des Herstellers könne durch die Nutzung eines falschen Schmierstoffs erlöschen. Dennoch sei bei einem Füllstand unter der Minimum-Markierung das Nachfüllen von Motorenöl mit niedrigerer Qualität immer noch besser als das Fahren mit deutlich zu wenig Öl, hieß es. Zu hoher Ölstand: geringere Leistung, unsaubere Verbrennung Sorgen kann auch ein zu hoher Ölstand bereiten. Es könne insbesondere dann zur Erhöhung des Ölstands kommen, wenn das Motorenöl die Betriebstemperatur im Kurzstreckenbetrieb nicht erreicht, so dass der Kraftstoff nicht wieder ausdampfen könne. In Extremfällen seien Kraftstoffanteile von bis zu 20 Prozent gemessen worden. Die Experten weisen darauf hin, dass bei einem stark überhöhten Füllstand die Kurbelwelle in den Ölstand eintauchen ("Panschen") und große Mengen an Ölnebel im Kurbelgehäuse verursachen könne, die über die Gehäusebelüftung in den Brennraum gelangten. Die Folgen seien eine geringere Leistung durch die so genannten Panschverluste, eine unsaubere Verbrennung und hohe Emissionen. Im ungünstigsten Fall könnten Dieselmotoren unkontrolliert hochdrehen, da der Ölnebel dann als Kraftstoff fungiert, ohne dass das Gaspedal betätigt werde. (se) Weitere Infos finden Sie zum Download unter diesem Artikel.

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