Die Dienstwagenflotte des Bundes verbraucht aktuell mehr Kraftstoff als noch 2005 und zeichnet sich durch eine steigende Motorleistung aus. Zudem sei der CO2-Ausstoß hoch und die Ausstattung mit Rußpartikelfiltern "katastrophal". Dies geht laut FDP-Fraktion aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage im Bundestag hervor. Alternative Kraftstoffe und Antriebe hätten demnach lediglich einen Anteil von 0,1 Prozent an der Gesamtflotte. Seit einer gleich lautenden Anfrage aus dem Jahr 2005 gebe es lediglich ein Fahrzeug mit Erd- und eines mit Flüssiggas. Laut FDP-Fraktionssprecher Michael Kauch ist dies "ein mageres Ergebnis". In allen Ministerien sei die Motorenleistung gegenüber 2005 "teils erheblich" gestiegen. Der durchschnittliche Flottenverbrauch der Dienstkraftfahrzeuge sei weiter hoch. Bei den Otto-Motoren liege er mit 12,6 l/km über den Vorjahreswerten (2004: 11,8 l/km). Sowohl Kraftstoffverbrauch (plus 0,71 Prozent) als auch Motorenleistung (plus 1,28 Prozent) hätten 2006 im Vergleich zum Vorjahr sogar noch zugenommen. Der Dienstwagen von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel sei mit einem CO2-Ausstoß von 249 g/km "wahrlich kein Klimaschutz-Weltmeister". Am günstigsten schneide Wirtschaftsminister Michael Glos mit 216 g/km ab. Katastrophal sei auch das Ergebnis bei der Ausrüstung der Fahrzeuge mit Rußpartikelfiltern. Lediglich 43,5 Prozent der aufschlüsselbaren Dieselfahrzeuge von Bundesbehörden hätten laut Antwort der Bundesregierung einen Filter. 3.770 Dieselfahrzeuge des Bundes wären demnach von Fahrverboten in Umweltzonen betroffen und dürften künftig nicht mehr in Innenstädten fahren. Dazu kommen noch 460 Benziner. Eine Nachrüstung mit Partikelfiltern plane die Bundesregierung nicht. In ihrer Mitteilung verwies die FDP-Fraktion darauf, dass einige Daten im Vergleich zu 2005 nicht verfügbar waren oder es zu Abweichungen gekommen sei. Dies müsse in den nächsten Wochen noch geklärt werden. (ab)
FDP: Dienstwagenflotte des Bundes kein Öko-Vorbild
Kraftstoffverbrauch und Motorleistung seit 2005 weiter gestiegen / Ausstattung mit Partikelfiltern "katastrophal