Opel: GM will deutsche Tochter ohne Staatshilfen sanieren

17.06.2010 09:53 Uhr
Beendet die Nachricht aus Rüsselsheim das Gezerre um die Staatshilfen für den Autobauer ?
© Foto: Mario Vedder/ ddp

Nach einem monatelangen Ringen um Staatshilfen hat der Autobauer Opel alle Anträge auf Bürgschaften der europäischen Länder zurückgezogen. Opel und die Konzernmutter General Motors (GM) wollen die Sanierung des Herstellers nun aus eigenen Mitteln finanzieren, teilte der Autobauer am Mittwoch in Rüsselsheim mit. Zwar habe sich am Finanzbedarf von 3,3 Milliarden Euro für die Restrukturierung des Unternehmens nichts geändert. Nun sei aber der Weg frei für eine schnelle Umsetzung des Zukunftsplans. "Neue zeitaufwendige, komplexe Verhandlungen und eine weiterhin ungesicherte Finanzierung können wir uns nicht erlauben", begründete Opel-Chef Nick Reilly den unerwarteten Schritt. Stattdessen müsse der Hersteller weiter in neue Produkte und Technologien investieren. Dazu gehöre ein Investitionsprogramm über 11 Milliarden Euro für neue Produkte und Technologien. Trotz des Verzichts auf Staatshilfe seien keine weiteren Werkschließungen oder Entlassungen geplant, sagte ein Opel-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt. Nach dem Sanierungsplan sollen europaweit 8.300 der 48.000 Stellen abgebaut werden, möglicherweise könnten es aber auch weniger werden. Zudem soll das Werk im belgischen Antwerpen geschlossen werden, um Überkapazitäten abzubauen. Der Autobauer hat in Deutschland Werke in Rüsselsheim, Bochum, Eisenach und Kaiserslautern. (dpa)

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