Kleine Unfallschäden: GTÜ rät zu kostengünstigem Smart-Repair

24.05.2011 10:50 Uhr
Bei kleinen Beulen empfehlen die Experten von GTÜ Smart-Repair-Methoden. Diese seien meist deutlich billiger als ein Austausch der Teile.
© Foto: GTÜ

Die Reparatur von Unfallschäden muss nach Meinung der GTÜ-Sachverständigen nicht zwingend teuer sein. Mit alternativen Reparaturmethoden könne man vor allem bei kleineren Dellen und Kratzern Geld sparen. Unterschieden wird bei Smart-Repair zwischen dem Ausdrücken von innen und der Ausziehmethode von außen. Viele Fachwerkstätten hätten diese Verfahren bereits im Programm. Mit dem Ausdrückverfahren ließen sich bis zu 80 Prozent der Kosten einsparen, sind die GTÜ-Experten überzeugt. Hier werden Dellen (mit einer Tiefe bis zu einem Millimeter und einem Durchmesser von bis zu sechs Zentimetern) vollständig "herausmassiert". Diese Methode könne jedoch nicht bei allen Karosserieteilen angewendet werden, die zu behandelnde Stelle müsse für Spezialwerkzeuge zugänglich sein, betonen die GTÜ-Experten. Die Ausziehmethode komme bei größeren Blechschäden zum Tragen – und zwar besonders an Stellen, die von innen schwer zugänglich sind. Bei einer Tür müsse zum Beispiel die Innenverkleidung nicht mehr abgebaut werden. Ein kleiner Metallstift werde direkt auf die Beule geschweißt, anschließend werde die Delle herausgezogen, der Metallstift abgedreht und abgeschliffen. Die behandelte Stelle müsse hier allerdings neu lackiert werden. Kostensparen bei Glasschäden und Kunststoffreparatur Kostengünstig können nach Angaben der Stuttgarter auch kleine Glasschäden repariert werden. Die Scheibe muss nur noch selten komplett erneuert werden. So kann Harzklebstoff kleine Risse und Steinschlag-Schäden kitten. Die Reparatur darf jedoch nicht im direkten Sichtfeld des Fahrers ausgeführt werden. Auch bei der Kunststoffreparatur stünden verbesserte Materialen zur Verfügung, die eine sichere Instandsetzung aller Kunststoffarten ermöglichen, so die Fachleute der GTÜ. Eine genaue Identifikation des Kunststoffs sei nicht mehr erforderlich. Der Fachmann könne alle Kunststoffe mit einem einzigen Material in Stand setzen. Sowohl Kratzer, Risse und Löcher als auch abgebrochene Befestigungselemente am Stoßfänger ließen sich so schnell wieder in Ordnung bringen. Wenn sich die Form des Kunststoffteils verändert habe oder die Kosten über den Preisen für die Ersatzteile liegen, sollte man jedoch von einer Reparatur absehen und einen kompletten Austausch der betroffenen Teile bevorzugen. (sn)

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