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23.10.2014 Interview

Wie gehts weiter bei Tesla?

Die Basis des Erfolges ist das Model S, das jüngst ein Update erfahren hat.
© Tesla Motors

Im Interview mit Autoflotte berichtet der deutsche Flottenverantwortliche von Tesla Albert Scheibler über die neuen Ziele des Stromer-Pioniers.

Der US-Stromer-Anbieter der etwas anderen Art gibt weiter Vollgas. Zuletzt schickte Firmen-Chef Elon Musk den zweimotorigen Allrad-Model-S vom Stecker. In sagenhaften 3,4 Sekunden geht es auf Tempo 100 (in 3,2 Sekunden von 0 auf 60 mph). Zudem ist Daimler als Aktionär in dieser Woche ausgestiegen. Doch wie geht es mit der Marke in Deutschland voran? Wir haben bei Albert Scheibler, Fleet Sales Advisor Germany, nachgefragt:

Wie viele gewerbliche Verkäufe gab es in diesem Jahr? Deckt sich dies mit den Erwartungen?

Insgesamt sind derzeit etwa 750 Model S in Deutschland zugelassen, ganze 70 Prozent davon im gewerblichen Umfeld. Hinzu kommen alle Fahrzeuge, die bereits in den letzten Monaten verkauft wurden, aber noch nicht zugelassen sind. Als Premium-Limousine mit vielen Highlights im Vergleich zu anderen Fahrzeugen ist das Model S besonders attraktiv für Unternehmen sowie Firmenwagen Nutzer und wurde deshalb mit einem Branchenpreis ausgezeichnet. Dies ist bemerkenswert, da sich das Tesla Model S mit dieser Auszeichnung in der Kategorie Obere Mittelklasse den ersten Platz im Vergleich zu gängigen Firmenfahrzeugen mit Verbrennungsmotor sichern konnte. Unternehmen profitieren besonders von der CO2-Reduktion im Fuhrpark bei gleichzeitiger Senkung der laufenden Kosten mit diesem hundertprozentigen Elektro-Fahrzeug. Am wichtigsten ist aber die Langstreckentauglichkeit des Tesla Model S mit bis zu 500 Kilometer Reichweite in Kombination mit dem Ausbau des Tesla-eigenen Schnellladenetzes, den sogenannten Superchargern. Vor diesem Hintergrund rechnen wir mit stark steigenden Zulassungszahlen besonders im gewerblichen Bereich.

Wenn ich das Model S heute bestelle, kann ich wann mit ihm losfahren?

Für Model-S-Bestellungen in Deutschland haben wir aktuell eine Lieferzeit von 4 bis 5 Monaten. Das entspricht marktüblichen Standards in unserer Fahrzeugklasse. Durch unser Direkt-Distributions-System mit eigenen Stores und Service-Centern können wir eine einheitliche Beratung und Transparenz sicherstellen. Nach der Bestellung steht unser eigenes Delivery-Team jedem Kunden individuell bis zur Übergabe des Tesla Model S zur Seite.

Wer sind diese Kunden? Sind es große oder eher kleine Fuhrparks? 

Ein großer Anteil der Tesla Model-S-Bestellungen stammt von kleinen und mittelständigen Unternehmen, da hier in der Regel Fuhrpark-Entscheidungen schneller getroffen werden können und von weniger Faktoren abhängig sind. Insbesondere das Angebot von Sixt Leasing wird hier stark nachgefragt. Leider können wir noch keine Referenzen öffentlich nennen, aber wir haben bereits mehrere Großunternehmen und auch DAX-Konzerne gewinnen können. Unter diesen ist zum Beispiel auch das derzeit größte Projekt für Electric Vehicles in Deutschland. Besonders freut uns, dass ein führender Einzelhändler seinen gesamten Vorstandsfuhrpark von 16 Fahrzeugen auf das Model S umgestellt hat.

Mit welchen Leasing-Partnern arbeitet Tesla in Deutschland zusammen. Bislang sind es Athlon und Sixt Leasing. Sollen neue Leasingpartner dazukommen?

Wir bieten in Deutschland derzeit allen interessierten Leasinggesellschaften Rückkaufvereinbarungen an, die einen Restwert von bis zu 50 Prozent nach 36 Monaten und 75.000 km Laufleistung absichern. Dies ist ein starkes Signal und unterstreicht unsere Überzeugung zur positiven Wertentwicklung des Tesla Model S. Wir gehen von einem massiven Effekt aus und freuen uns über jede Anfrage eines Leasinganbieters.

 

Service und Lade-Infrastruktur

Wie viele Servicestationen gibt es? Soll hier weiter ausgebaut werden?

Aktuell betreibt Tesla in Deutschland sechs eigene Service-Center: in München, Stuttgart, Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg und Berlin. Weitere Service-Standorte befinden sich kurz- bis mittelfristig in Planung. Optional können Tesla-Model-S-Besitzer gegen Aufpreis den Tesla-Ranger-Service in Anspruch nehmen, quasi ein Werkstatt-Bus mit dem jedes Tesla-Service-Center ausgestattet ist, um Servicearbeiten bei unseren Kunden zuhause durchzuführen. Ein Model S ist insgesamt sehr verschleißarm, da viele wartungsintensive Komponenten, die sich in einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor befinden, schlichtweg nicht vorhanden sind.

 

Wie viele Schnellladepunkte gibt es bis zum Jahresende und wie viele soll es mittelfristig geben?

Aktuell zählen wir in Deutschland 17 Tesla Supercharger, zu Beginn des Jahres waren es noch vier. Wir planen den Ausbau des Supercharger-Netzwerks mit einem ähnlichen Tempo in Deutschland und Europa weiter voran zu treiben. Ein wichtiger Punkt für Fuhrparkbetreiber, da die Schnellladestationen Mobilität für Langstrecken gewährleisten und zusätzlich Kosten minimieren, da der Strom an jedem Tesla Supercharger kostenfrei ist. (rs)





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