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26.02.2014 Umstellung Kfz-Steuer

Was der Zoll empfiehlt

Auto und Zoll gehören spätestens ab Mitte des Jahres zusammen. Künftig verwalten die Hauptzollämter die Kfz-Steuer – ein Umstieg mit Hindernissen.
© Andreas Scholz/Fotolia

Die Kfz-Steuer verwaltet künftig nicht das Finanzamt, sondern der Zoll. Diese Umstellung sorgt unter Flottenbetreibern für Fragen. Hier gibt es Antworten.

Spätestens am 30. Juni 2014 endet die Zeit, in der die Firmen die Kfz-Steuer für ihre Flottenfahrzeuge an das Finanzamt im jeweiligen Bundesland entrichten mussten. Ab diesem Zeitpunkt verwalten bundesweit die Hauptzollämter als zuständige Bundesfinanzbehörde die Kfz-Steuer und sind damit erster Ansprechpartner.

Mit den organisatorischen Veränderungen geht ein technischer Umstieg einher – und dieser sorgt derzeit für viel Frust bei den Flottenbetreibern. So warnte jüngst der Bundesverband Fuhrparkmanagement zusammen mit dem Verband Deutsches Reisemanagement vor einem "Verwaltungschaos mit der Umstellung des Kfz-Steuer-Einzugs durch den Zoll".

Zu drängenden Fragen seitens der Fuhrparkleiter antwortet nun der Zoll gegenüber Autoflotte:

Wie funktioniert die Umstellung auf das neue Verfahren?
Aufgrund des umfangreichen Bestandes von mehr als 58 Millionen Fahrzeugen, die alle aus den verschiedenen IT-Verfahren der Länder in das neue bundeseinheitliche IT-System der Zollverwaltung eingepflegt werden müssen, werden sich bei der Übernahme der Kfz- Steuer Verzögerungen ergeben. Um die Einschränkungen bei der Umstellung möglichst gering zu halten, wurden verschiedene Übernahmezeiträume festgelegt:

Februar: Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen

März: Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein

April: Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland

Mai: Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen


Wie lang dauert die Umstellung konkret?

Der Lastschrifteinzug und die Kfz-Steuererstattung erfolgen aufgrund der Umstellungsarbeiten der IT-Systeme (Länder und Bund) bis zu vier Wochen verzögert. Die Verzögerungen werden nach Abschluss der Aufgabenübernahme durch die Hauptzollämter nicht mehr auftreten. Die Hauptzollämter haben auf die Dauer der Verzögerungen keinen Einfluss. Wichtig: Die Umstellung des Lastschrifteinzugverfahrens auf das SEPA-Lastschrifteinzugsverfahren führt nicht zu Verzögerungen.

Was Flottenbetreiber tun können

Dennoch melden Branchenverbände erhebliche Verzögerungen, wenn Flottenbetreiber auf das neue System umstellen wollen ...
Die angesprochenen Verzögerungen resultieren aus der Umstellung der IT-Verfahren der Länder zu einem bundeseinheitlichen IT-Verfahren bei der Zollverwaltung. Da die IT-Altverfahren der Länder aus technischen Gründen nicht übernommen werden konnten, setzt der Zoll ein neues IT-Verfahren für die Festsetzung und Erhebung der Kraftfahrzeugsteuer ein. Die Übernahme der Kraftfahrzeugsteuer-Daten der Länder und deren Anpassung an das neue IT-Verfahren benötigen etwa vier Wochen. Trotz sorgfältiger Vorbereitung  müssen Unternehmen in dieser Zeit mit Verzögerungen bei der Bearbeitung ihrer Kraftfahrzeugsteueranliegen rechnen.


Fehlt es auch an Personal?

Für die Verwaltung der Kraftfahrzeugsteuer hat der Haushaltsauschuss des Deutschen Bundestages der Zollverwaltung einen Personalbedarf von 1.771 Stellen bewilligt. Diese Kolleginnen und Kollegen waren ausschließlich aus bestehenden Personalüberhängen des Bundes, insbesondere aus dem Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung, zu gewinnen. Derzeit gibt es dennoch einen ungedeckten Bedarf von insgesamt rund 440 Stellen. Dieser Bedarf soll durch Personal von Postnachfolgeunternehmen überbrückt werden.

 

Wird nach Größe der Flotte – und dem damit einhergehenden größeren Aufwand für den Flottenbetreiber – differenziert?
Fahrzeughaltern von mindestens 30 steuerpflichtigen Fahrzeugen kann auf Antrag beim zuständigen Hauptzollamt die "Großkundeneigenschaft" zuerkannt werden. Die Großkundeneigenschaft bringt für den Halter folgende Vorteile: Es erfolgt ein elektronischer Versand eines Steuerbescheidauszugs per E-Mail, zusätzlich zum Papierbescheid. Darüber hinaus werden bestimmte Daten im IT-Verfahren "KraftSt" zur automatisierten Ergänzung der Steuererklärung hinterlegt:

 - Bankverbindung (SEPA-Lastschriftmandat)

- abweichender Entrichtungszeitraum

- einheitlicher Fälligkeitstag

- Vertreter

- Empfangsbevollmächtigter

 

Wie können Fuhrparkbetreiber den Zollämtern helfen, damit die Umstellung möglichst reibungslos erfolgen kann?
Die bekannten Verfahren bleiben unverändert: Fahrzeuge sind weiterhin bei den Zulassungsbehörden anzumelden. Steuerbescheide, Steuernummern, gewährte Steuervergünstigungen und erteilte Lastschrifteinzugsermächtigungen bleiben gültig. Die Flottenbetreiber sollten sich gegebenenfalls bei der zuständigen Zulassungsbehörde darüber informieren, welche konkreten Unterlagen benötigt werden und diese bei der Zulassung vorlegen.

Haben Sie bereits Erfahrungen mit dem Umstieg bei der Kfz-Steuer-Verwaltung gemacht? Dann schreiben Sie uns ihre Erlebnisse: autoflotte@springer.com  (rs)




1 Kommentar

1 03.03.2014 Thomas Krüger

Eine nette aber nicht ganz zutreffende Antwort der Zollämter. Wir haben dazu bereits in Autohaus und Autoflotte berichtet. Man denkt ein wenig an eine Viel-Staaterei, denn die Vollmachten müssen sehr individuell für Zulassungsämter und Zollbehörden ausgefüllt werden. Gerade bei BUZ (=bundesweite Zulassungen) sind speziell Flotten und deren LG/Fuhrparkgesellschaften gefordert. Wir, die ZULASSER Services GmbH, die TÜV Rheinland Plus; TÜV SÜD und weitere Zulassungspartner bieten eine automatisierte Dienstleistung an.


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