suchen
Unfälle mit autonomen Autos

Der Fahrer (nicht) zuerst

1180px 664px
Das autonome Auto soll vor allem zum Fahrer freundlich sein.
©

Lieber in die Menschenmenge rasen oder kurzerhand vor die Wand? Solche und ähnliche Fragen könnten sich vom Computer gesteuerte Autos künftig durchaus stellen.

Ein autonomes Auto sollte bei einem Unfall im Zweifel immer den Fahrer schützen. Diese Ansicht vertritt Christoph von Hugo, Abteilungsleiter für aktive Sicherheit bei Daimler, gegenüber dem US-Magazin "Car and Driver". Die Schwaben geben damit als erster Hersteller eine vermeintlich klare Antwort auf eines der wichtigsten ethischen Probleme bei künftigen autonom fahrenden Autos: Sollen sie im Falle einer unvermeidbaren Kollision die eigenen Insassen oder den Unfallgegner vor Schaden bewahren?

Von Hugo hält laut der Zeitschrift derartige Dilemma-Situationen prinzipiell für sehr unwahrscheinlich, da autonome Fahrzeuge höchst selten in Unfälle verwickelt sein werden. Sollte es trotzdem zu einer Kollision kommen, bestünde für die Fahrzeuge die größte Chance darin, das Leben des Fahrers zu retten. Auch wenn man das Auto opfere, wisse man in einer derart komplexen Situation noch nicht, was mit den Menschen passiere, die man ursprünglich gerettet habe, so von Hugo. Durch die Folgen eines unkontrollierten Ausweichmanövers könnten die Geretteten nachträglich dennoch ums Leben kommen.

Auf Nachfrage äußert sich Daimler allerdings deutlich zurückhaltender und gibt zu bedenken, dass hier eine Aussage falsch wiedergeben werde. Für das Unternehmen stehe fest, dass weder Programmierer noch automatisierten Systemen eine Abwägung über Menschenleben zustehe, eine solche Abwägung seit sowohl in Deutschland als auch in anderen Ländern auch gar nicht zulässig. Der Fokus der Entwicklung liege zudem ja gerade darauf, solche Dilemma-Situationen gänzlich zu vermeiden. Man habe daher auch keinesfalls schon eine Entscheidung etwa zu Gunsten der Fahrzeuginsassen getroffen. Vielmehr werde man als Hersteller das umsetzen, was der jeweilige rechtliche Rahmen und die gesellschaftliche Akzeptanz gestatten.

Leitlinien für den Einsatz von Autopiloten

Die Diskussion um die Moral autonomer Autos nimmt aktuell Fahrt auf. Seit Ende September beschäftigt sich unter anderem eine Ethik-Kommission der Bundesregierung unter der Leitung des ehemaligen Verfassungsrichters Udo Di Fabio mit Fragen rund um automatisierte Fahrsysteme. Das Gremium will unter anderem Leitlinien für den Einsatz von Autopiloten festlegen, die den Menschen in seiner körperlichen Integrität und als selbstbestimmte Persönlichkeit in den Mittelpunkt stellen. Klärungsbedarf gibt es auch in einer grundsätzlichen Frage. Denn bislang ist auch unklar, wer für die Programmierung der Entscheidungsfindung eines Autos überhaupt zuständig wäre. Außer dem Hersteller könnten das der Fahrer oder auch der Gesetzgeber sein.

Ethische Fragen haben bei autonomen Autos große Relevanz, auch wenn sie auf den ersten Blick konstruiert erscheinen mögen. Selbst wenn autonome Autos wohl extrem selten vor Entscheidungen auf Leben und Tod gestellt werden, steigt die Wahrscheinlichkeit eines derartigen Falles mit der Zahl der Fahrzeuge. Und die wird langfristig weltweit in die zig Millionen gehen. (sp-x)

360px 106px

Mehr zum Thema Autonomes Fahren:





Fotos & Videos zum Thema Autonomes Fahren

img

VW I.D. Crossover

img

Peugeot Instinct Concept

img

CES-Trends 2017

img

Audi Piloted Driving

img

Pkw-Innenraum der Zukunft

img

BMVI - Digitales Testfeld Autobahn


Ihr Kommentar zum Artikel

© Copyright 2017 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
Flottengeschäft

Ford mit Einpreisstrategie

Im Mai und Juni bietet der Kölner Autobauer seine drei großen Pkw-Modelle Mondeo, S-Max und Galaxy zu einheitlichen Leasingraten an.


img
BMW M550d

Diesel-Dampfhammer

Diesel-Fans wird BMW auch vom neuen 5er wieder eine besonders sportliche M-Version anbieten. Die Neuauflage des extrastarken Selbstzünders ist druckvoller denn je.


img
Digital-Ausgabe

Autoflotte 5/2017 jetzt als ePaper lesen!

Schadenmanagement im Fuhrpark: In der Marktübersicht stellt Autoflotte 5/2017 33 Anbieter für die Abwicklung vor. Zudem klären wir, wann sich Outsourcing lohnt.


img
Skoda

Nachfolger des Yeti heißt Karoq

Nach Kodiaq nun Karoq: Skoda schafft eine einheitliche SUV-Terminologie und lässt den Namen Yeti fallen. Außerdem wächst das Einstiegs-SUV der Marke zum Modellwechsel...


img
Personalie

Torsten Harms geht zu Consense

Torsten Harms soll von Hamburg aus als Leiter Vertrieb die Geschäftsentwicklung des Schadenmanagers vorantreiben.