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63. IAA
Gefragter Gastgeber: VDA-Präsident Matthias Wissmann im Vorfeld der 63. IAA.
Weniger Aussteller, mehr Weltpremieren
Mit deutlich weniger Ausstellern und erwarteten Besuchern als bei der letzten Schau beginnt in dieser Woche die 63. Internationale Automobil-Ausstellung IAA in Frankfurt. Dennoch blicken die Organisatoren sehr zuversichtlich auf die weltweit wichtigste Automesse. "Diese IAA startet mit Rückenwind. Wir sind selbst überrascht, wie viele Neuheiten gerade in den letzten beiden Wochen noch zusätzlich gemeldet wurden", sagte Matthias Wissmann, Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), am Montag in Frankfurt. Anfang September waren noch 82 Weltpremieren angekündigt – nun seien es über 100. Damit werde der Rekordstand von 2007 übertroffen.
Auf der diesjährigen IAA zeigen vom 17. bis 27. September 781 Aussteller aus 30 Ländern Neuigkeiten und Trends der Branche. Damit trifft die Wirtschaftskrise auch die Frankfurter Leitmesse: Bei der vorangegangenen Ausgabe vor zwei Jahren hatten sich noch 1081 Aussteller präsentiert, also fast 28 Prozent mehr. Die Zahl der angemeldeten Auto-Hersteller sei allerdings nur um sieben Prozent auf 63 zurückgegangen, betonte Wissmann. Die deutschen Autobauer seien komplett vertreten, abgesagt hätten aber u.a. Nissan und Daihatsu. Die Ausstellungsfläche geht im Vergleich zu 2007 um 15 Prozent auf 190.000 Quadratmeter zurück.
Wegen der schwindenden Nachfrage nach dem Ende der Abwrackprämie rechnet Wissmann mit einem weiteren Stellenabbau in der deutschen Autoindustrie: "Ich gehe von einem weiterem Rückgang im zweiten Halbjahr aus, aber nicht von dramatischen Abbrüchen." Im Vergleich zum Jahresende 2008 seien in den ersten sechs Monaten bereits 20.000 Stellen weggefallen. Ende Juni beschäftigte die deutsche Schlüsselbranche noch 721.000 Menschen.
"Das ist gemessen am massiven Umsatzeinbruch der Firmen ein vergleichsweise milder Beschäftigungsrückgang bei den Stammbeschäftigten", sagte der Verbandspräsident. Die Umsätze der Hersteller hätten sich wegen der weltweiten Rezession teilweise halbiert.
Für das kommende Jahr ist Wissmann verhalten optimistisch, obwohl Branchenexperten massive Absatzeinbrüche nach dem Ende der staatlichen Kaufanreize in vielen Ländern befürchten. "Es wird entscheidend davon abhängen, ob sich der Export stabilisiert", sagte der VDA-Präsident. Drei von vier Wagen verkauft die deutsche Autoindustrie ins Ausland. Der VDA setzt zudem auf den Bereich der Firmenwagen, der wieder anziehen werde. "Wir Deutschen sind stark im Premiumsektor, wo wir 2010 ein respektables Ergebnis haben werden."
Wissmann scheut Prognose
Eine Prognose für 2010 wollte Wissmann nicht nennen. In diesem Jahr würden "deutlich mehr" als 3,5 Millionen Wagen verkauft. Das wäre dank Abwrackprämie eine erhebliche Steigerung gegenüber drei Millionen im Jahr 2008. (dpa/rp)
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