Kroymans Deutschland: Zahlungsunfähig

25.03.2009 00:47 Uhr
Nach der niederländischen Muttergesellschaft hat am Montag auch die Kroymans Deutschland GmbH mit Sitz in Meerbusch Insolvenzantrag gestellt.

Nach der niederländischen Muttergesellschaft hat am Montag auch die Kroymans Deutschland GmbH mit Sitz in Meerbusch Insolvenzantrag gestellt. Der Antrag sei heute beim Amtsgericht Düsseldorf eingegangen, erklärte ein Gerichtssprecher. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Winfrid Andres bestellt. Der Jurist machte sich nach Angaben seines Düsseldorfer Büros am Montag bereits ein Bild von der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens. Andres will die einzelnen Gesellschaften vorerst weiterführen, aber auch die Suche nach Investoren vorantreiben. "Der Geschäftsbetrieb bleibt bei den einzelnen Standorten aufrechterhalten. Das gilt sowohl für den Verkauf von Neu- und Gebrauchtwagen als auch für das Reparaturgeschäft", sagte der Rechtsanwalt laut Mitteilung. In den nächsten Tagen werde er Gespräche mit Herstellern und Banken führen, um die "Aufrechterhaltung des Betriebes dauerhaft sicherzustellen". Andres erwartet, dass die Löhne und Gehälter über eine Insolvenzgeldfinanzierung termingerecht gezahlt würden. Kroymans Deutschland-Geschäftsführer Harald Fähr sagte der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung", dass Kroymans Deutschland und die Tochtergesellschaften mit 15 Autohäusern in acht Städten vollständig über die Muttergesellschaft in Holland finanziert seien. "In Deutschland haben wir keine eigenen Banken, sondern werden über einen Pool holländischer Hausbanken refinanziert. Dieser hat nun den Geldhahn abgedreht", sagte Fähr. Die deutschen Händler setzten nun darauf, neue Investoren für die bestehenden Autohäuser zu finden, um sich so von der niederländischen Mutter lösen zu können. Die Kroymans Corporation hatte am vergangenen Freitag aufgrund mangelnder Refinanzierbarkeit für seine Handels- und Importtöchter Insolvenz angemeldet. Nicht betroffen von dem Zahlungsmoratorium ist die Finanzsparte. Der nach eigenen Angaben zehntgrößte Autoimporteur und -verkäufer Europas erwirtschaftete 2007 einen Umsatz von mehr als zwei Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr zählte das Imperium 120 Firmen in 27 Ländern, die Zahl der Mitarbeiter lag bei rund 4.000. (rp)

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