Nach einem Bericht des "Handelsblatts" geht die deutsche Auto-Leasingbranche schweren Zeiten entgegen. Wegen der schwachen Autokonjunktur stünden vor allem zahlreiche unabhängige Leasinggesellschaften vor dem Aus, meldete die Wirtschaftszeitung in ihrer Dienstagsausgabe und beruft sich auf eine aktuelle Untersuchung des Center Automotive Research (CAR) der FH Gelsenkirchen. Demnach würden 90 Prozent der freien Anbieter damit rechnen, dass Unternehmen aus ihren Reihen künftig aus dem Marktgeschehen ausscheiden. Hauptverantwortlich für den Pessimismus ist dem Bericht zufolge ein deutlicher Preisverfall bei der Rücknahme von Leasingfahrzeugen. Die in den Kalkulationen zugrunde gelegten Wiederverkaufswerte für die Rückläufer seien in den vergangenen zwei Jahren in Deutschland um acht bis zehn Prozent gesunken. Durch den hohen Rabattwettbewerb ergebe sich "ein erhöhtes Wirtschaftlichkeits- und Insolvenzrisiko" für die auf den hiesigen Markt ausgerichteten freien Leasinganbieter. Dagegen könnten die Finanzsparten der großen Hersteller ihre Erträge durch das Auslandsgeschäft absichern. "Die Luft für die Unabhängigen wird dünner, da die Hersteller immer stärker mit Komplettpaketen in den Markt drängen", wird Commerzbank-Analyst Albrecht Deninghoff im "Handelsblatt" zitiert. Auch steigende Zinsen würden den Firmen zusetzen. Eine generelle Krise der Leasingbranche erwartet Deninghoff allerdings nicht. Noch sei im wachsenden Geschäft weiter Geld zu verdienen, so der Experte. (rp)
Zeitung: Rabattschlacht setzt Leasingbranche zu
Laut einer Studie droht vielen freien Gesellschaften das Aus wegen sinkender Wiederverkaufswerte / "Keine generelle Krise"