Mit vorsichtigem Optimismus haben die deutschen Opel-Händler auf den Vorstoß des Rüsselsheimer Autobauers reagiert, mit Preissenkungen und besseren Ausstattungen auf den Absatzeinbruch zu reagieren. "Preisnachlässe von acht bis zehn Prozent sind ein ganz schöner Batzen. Das dürfte die Interessenten in die Läden bringen", sagte der Geschäftsführer des Verbands Deutscher Opel-Händler (VDOH), Uwe Heymann, am Dienstag in Frankfurt. Der Sprecher des VDOH-Vorstands, Thomas Bieling, rechnet allerdings zunächst mit verhaltenen Reaktionen: "Ich habe die Sorge, dass die Werthaltigkeit des Vorteilspakets nicht auf Anhieb erkannt wird." Die Händler wurden am 2. Januar über die Maßnahme informiert, die neben günstigeren Einstiegspreisen bei "nahezu 80 Prozent aller Modelle" auch eine bessere Ausstattung beinhaltet. Das Programm wird von Opel als "Jubiläums-Offensive" bezeichnet, weil das Unternehmen vor 110 Jahren begann, Autos zu bauen. Im Zuge dessen wurde nach den Angaben des Autobauers das "Opel Vorteilspaket 110 Jahre" aufgelegt, das beim Barkauf eines Atra, Corsa, Meriva oder Zafira gegen einen Aufpreis von 252 Euro (netto) zu haben ist und eine Sechs-Jahre-Garantie samt günstiger Finanzierung sowie Versicherung vorsieht. Zudem bietet Opel zum Einheitspreis von 16,72 Euro (netto) pro Monat eine Haftplicht- beziehungsweise Vollkaskoversicherung an. Im Rahmen des Jubiläums haben die Rüsselsheimer nun auch ein 36-monatige Finanzierung ohne Anzahlung zu einem effektiven Zinssatz von 1,99 Prozent im Angebot. Außerdem vertreibt Opel die Einstiegsvarianten der einzelnen Baureihen nun modellübergreifend unter dem Namen "Selection 110 Jahre". Dadurch sollen sich dem Autobauer zufolge beispielsweise beim Opel Astra dank serienmäßiger Klimaanlage bis zu 353 Euro (netto) sparen lassen. Die Basisversionen von Meriva, Corsa und Zafira stattet Opel nun immer mit Stereo-CD-Radio und Klimaanlage aus, womit sich ein eigenen Angaben zufolge ein Preisvorteil von bis zu 1.504 Euro (netto) ergibt. Mit der Ausstattungsvariante "Innovation 110 Jahre" mit Leichtmetallrädern, exklusiven Polstern sowie Kurven- und Abblendlicht können Kunden zusätzlich Kosten sparen. Positive Reaktionen der Kunden in den Autohäusern waren dem Verband am Dienstag (06.01.) aber noch nicht bekannt. Mit der Aktion reagiert der Rüsselsheimer Traditionshersteller auf die Finanzkrise und die spürbare Kaufzurückhaltung der Kunden. Gerade in schwierigen Zeiten wie heute, in denen das Geld immer knapper wird, müsse Autofahren bezahlbar bleiben, sagte Opel- Vertriebschef Thomas Owsianski laut Mitteilung vom Dienstag: "Der abgeschwächten Kaufkraft tragen wir mit der aktuellen Offensive Rechnung." (dpa/sb)