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Bundesverband Fuhrparkmanagement

"Dabei haben wir doch gerade erst angefangen"

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Die Führungsspitze des BVF: Axel Schäfer, Marc Oliver Prinzing, Guido Krings, Bernd Kullmann und Dieter Grün (v.li.)
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Seit zehn Jahren gibt es den Bundesverband Fuhrparkmanagement (BVF). Die beiden Gründer, Marc-Oliver Prinzing und Axel Schäfer blicken auf eine erfolgreiche Zeit zurück und positiv in die Zukunft.

Von Autoflotte-Chefredakteur Michael Blumenstein

"Vielleicht ist es sogar richtig zu sagen, dass es ohne meine Beziehung zur Autoflotte heute keinen Fuhrparkverband gäbe." Das sagte Axel Schäfer anlässlich unserer Umfrage zum 25-jährigen Jubiläum der Autoflotte, das ebenfalls 2020 stattfand. Denn so schreibt Schäfer weiter: "Neben Fachbeiträgen für die Autoflotte war ich über viele Jahre Referent der Autoflotte-Akademie und ich erinnere mich genau an ein Seminar vor etwa zwölf Jahren in München, bei dem die Teilnehmer*innen und ich abends in froher Runde zusammensaßen und über viele Dinge redeten. Dort merkten Teilnehmer an, es sei schade, dass es keine neutrale Plattform gäbe, auf der man sich mit Kolleginnen und Kollegen treffen und Erfahrungen austauschen kann. Als ich erstaunt fragte, ob es denn keine Vereinigung für Fuhrparkverantwortliche gäbe und dies verneint wurde, merkte ich (etwas spaßig) an, 'na dann müssen wir einen Verein gründen'. Was danach alles geschah, ist heute Teil der fast zehnjährigen Erfolgsgeschichte des Bundesverband Fuhrparkmanagement." Herzlichen Glückwunsch zu diesem Jubiläum und schön, dass eine Autoflotte-Veranstaltung eventuell einen Teil der Initialzündung war.

Eine starke Branche, politisch aber kaum verwurzelt

Gesagt, getan. Ende Oktober 2010 wird in Stuttgart der Bundesverband Fuhrparkmanagement (BVF) aus der Taufe gehoben. Vorstandsvorsitzender wird Marc-Oliver Prinzing. Zum Gründungsvorstand zählten Guido Krings, Bernd Kullmann und Torsten Sievert. Geschäftsführer und beratendes Vorstandsmitglied wird Axel Schäfer. Seit dem engagiert sich der BVF für die Belange einer eigentlich starken Branche, die für eine sehr große wirtschaftliche Macht steht, allerdings politisch kaum verwurzelt war. Zu heterogen sind die Firmen, deren Fuhrparks das eigentliche Bindeglied sind. Deshalb liegt hier, in der Schulung der Flottenleiter, die oft genug ins kalte Wasser sanft gestoßen werden, der Schwerpunkt.

So entwickelte man zusammen mit der Dekra eine eigene Qualifikation für den Flottenmanager – der/die zertifizierte/r Fuhrparkmanager/in (Dekra). Zudem teilt man die Erfahrungen bundesweit und startet regionale Plattformen für den Austausch, denn am besten lernt man von anderen Praktikern. Die passenden Hilfsmittel wie der „BVF 360-Grad-Check“ oder der „BVF-UVV-Quick-Check“ verankern den Verband in den Alltag der Fuhrparkverantwortlichen. Diese erlebten wiederum in den vergangenen Jahren eine neue Dynamik, was das Thema Mobilität als Ganzes betrifft. Also reagiert auch der BVF und startet den Lehrgang „Zertifizierte Mobilitätsmanager*innen (BVF)“ und holt mit „Fleetricity“ das omnipräsente Thema Elektromobilität umfänglich in die Fuhrparks. Da man spätestens wenn es um Regularien geht über die Landesgrenzen hinausdenken und agieren muss, schlossen sich zudem einige europäische Verbände für Fleet & Mobility Management zur EUFMA (European Fleet and Mobility Management Association) zusammen. 

Es tat und tut sich also immer etwas beim Verband. So haben wir in unserer beliebten Rubrik "Zehn Fragen" sowohl Axel Schäfer als auch Marc-Oliver Prinzing gebeten, ein paar persönliche Eindrücke mit uns zu teilen. Denn die Branche ist und bleibt eines: People-Business. Es geht um den persönlichen Kontakt.

Was war die größte Herausforderung vor der der BVF bislang stand?

Eine Idee in die Tat umzusetzen, eine Organisationsform zu finden, die von Null an funktioniert. Von der Idee zum Verband war es ein anstrengender Weg, zumal viele glaubten, das geht nicht.

An welche Art der Mobilität glaubt der BVF in den nächsten zehn Jahren?

An einen Durchbruch von innovativen, sehr auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Mobilitätskonzepten, die die Mobilität von Unternehmen als Ganzes im Blick haben und nicht einzelne Bausteine wie Reise- oder Fuhrparkmanagement.

Wie sieht der ideale Antrieb aus?

Aus Sicht von Unternehmen und Organisationen verbindet der ideale Antrieb betriebswirtschaftliche Notwendigkeiten mit ökologischen Anforderungen. Das bedeutet, man muss genau schauen, wie die Mobilitätsanforderungen sind. Fahrzeuge müssen einer Vielzahl von Anforderungen gerecht werden. Den einen idealen Antrieb gibt es bis dato nicht.

Elektromobilität: Allheilmittel oder ein Weg, der eine genauere Betrachtung Wert ist?

Sicher kein Allheilmittel, aber natürlich ein möglicher und interessanter Weg, den Unternehmen ernsthaft prüfen können.

Welche Neuerung (Fahrzeug/Software/Dienstleistung…) hat die Fuhrparkbranche in den letzten zehn Jahren am stärksten verändert (positiv oder/und negativ)?

Neue Antriebsarten und die insgesamt technologische Weiterentwicklung. Genauso die voranschreitende Digitalisierung, die heute ein deutlich besseres Fuhrparkmanagement ermöglicht.

Wie viele Fuhrparkmanagende haben Ihre Schulungen durchlaufen?

Wenn wir mit Schulungen auch die Veranstaltungen mit Erfahrungsaustausch und Impulsen von Fachreferenten mit reinnehmen kommen wir sicher auf eine mittlere fünfstellige Zahl. Dazu kommen über 500 Absolventinnen und Absolventen der Zertifikatslehrgänge unseres Kooperationspartner Dekra Akademie.

Worüber kann der BVF lachen?

Wir freuen uns, dass wir trotz vieler Alltagsprobleme, bei denen wir unsere Mitglieder unterstützen immer noch Humor bewahrt haben.

Und worüber nicht?

Dass viele Entscheidungen der Verkehrsminister eher Stirnrunzeln und Sorgenfalten auslösen und die Erfordernisse für Unternehmen mit Fuhrpark in der Politik gerne vergessen werden oder Bürokratiehemmnisse das Leben von Fuhrparkverantwortlichen schwermachen.

Welches technische Feature ist Ihnen das liebste im/am Fahrzeug?

Axel Schäfer: Alles was ein eher autonomes Fahren ermöglicht und der Einpark-Assistent, den brauche ich wirklich manchmal.

Marc-Oliver Prinzing: Das Automatik-Getriebe.

Und welches ist am ehesten verzichtbar?

A. Schäfer: Dass mich der Autohersteller anruft, wenn die Bremsflüssigkeit zu wechseln ist, obwohl die Signallampe gerade erst angegangen ist.

M.-O. Prinzing: Schaltwippen am Lenkrad

Schenken Sie uns eine Lebensweisheit.

Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher. (Albert Einstein)

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