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Fahrbericht Cupra Ateca

Teuer veredelt

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Das Performance-SUV ist das erste Fahrzeug der neuen Marke Cupra.
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Was bisher Seat Ateca Cupra geheißen hätte, wird zum Cupra Ateca. Denn aus dem motorsportlichen Seat-Ableger ist mittlerweile eine eigene Marke geworden, die sich zwischen Massenmarkt und Premium positioniert.

Von Michael Lennartz/SP-X

Aus dem Blickwinkel der Vernunft betrachtet, ist der Cupra Ateca ein Fahrzeug aus der Kategorie "Autos, die die Welt nicht braucht". Doch das gilt auch für jeden AMG, jeden M-Sportler oder jedes RS-Modell aus Ingolstadt. Da sich deren Fangemeinden weltweit nach wie vor starken Zulaufs erfreuen, findet das Konzept der hauseigenen Sportabteilungen aber immer mehr Nachahmer. Auch in Spanien. Dort ist Cupra nämlich fortan keine sportliche Variante von Seat-Modellen mehr, sondern eine eigenständige Marke. Und so bietet der erste Vertreter des neuen Labels die Faszination der Unvernunft in Form von 300 PS, einem straffen Sportfahrwerk, vier Endrohren, optionalen Performance-Bremsen von Brembo und speziell im Cupra-Sport-Modus den passenden Motorsound – alles verpackt im Kompakt-SUV Ateca, das ab Dezember zu Preisen ab rund 36.000 Euro ohne Mehrwertsteuer ausgeliefert wird.

Schon der erste Blickkontakt signalisiert: Das ist zwar die bekannte, stimmige Ateca-Karosse, an der aber nirgends ein Seat-Emblem mehr zu erkennen ist. Stattdessen prangt in der Mitte des schwarzen Kühlergrills im Wabenmuster das kupferfarbene Symbol als Erkennungszeichen der neuen Marke Cupra. Edel aussehende Lackierungen und serienmäßige 19-Zoll-Felgen, die es auf Wunsch ebenfalls in Kupfer-Optik gibt, sorgen zudem für die nötige Abgrenzung zum zivilen Seat-Bruder.

Edlel verpackt

Auch im Innenraum lässt das Power-SUV keine Zweifel aufkommen, dass hier eine ganz andere Zielgruppe mit üppigeren Ressourcen auf den Bankkonten anvisiert werden soll. Weiches, grau-schwarzes Alcantara in den Türverkleidungen und an den bequemen, mit gutem Seitenhalt ausgestatteten Sportsitzen, Leder und einiger Zierrat im Carbon-Look. Ja, das wirkt edel, wenn auch im Gesamteindruck etwas dunkel.

Vom Layout entspricht das Armaturenbrett weitgehend dem Seat-Modell, allerdings sind der Acht-Zoll-Touchscreen samt Navigation, Rückfahrkamera und 360-Grad-Birdview hier bereits ebenso serienmäßig an Bord wie das virtuelle Cockpit, das man aus anderen, eher hochwertigeren Modellen des VW-Konzerns kennt. An den ordentlichen Platzverhältnissen in der Passagierzelle hat sich nichts geändert, und der Kofferraum ist nur wegen des Allradantriebs leicht auf 470 Liter Volumen geschrumpft. Mit den umlegbaren Rücksitzlehnen lässt sich das Fassungsvermögen aber auf 1604 Liter erweitern.

Herzstück und Seele des Performance-SUV ist natürlich der 2,0-Liter-TSI-Motor aus dem VW-Konzernregal, der bei Seat bereits in der Cupra-Variante des Leon zum Einsatz kam. Die motorische Pferdezucht stellt hier ein Gespann von 300 Rössern zur Verfügung, das mit dem gut 1,6 Tonnen schweren Ateca leichtes Spiel hat. In 5,2 Sekunden wird die Fuhre auf Tempo 100 km/h katapultiert, und erst bei 247 km/h ist Schluss mit dem temperamentvollen Galopp. Ob nach 100 Kilometern an der Tränke tatsächlich nur 8,5 Liter Super Plus (nach neuesten WLTP-Messmethoden, was 7,4 l/100 km nach NEFZ entspricht) konsumiert werden, hängt davon ab, wie kräftig dem Gespann die Sporen gegeben werden. Auf ersten Testfahrten rund um Barcelona quittierte der Bordcomputer die Mixtur aus tempolimitierter Autobahnfahrt und forscher Gangart auf einem abgesperrten, kurvigen Landstraßen-Parcours mit halbwegs akzeptablen 10,3 l/100 km.

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Kürzere Schaltzeiten

Dass der Spaßfaktor dabei ein hohes Niveau erreicht, liegt an weiteren Beigaben, mit denen die Motorsport-Division auch in Zukunft die Cupra-Modelle würzen wird. Wie etwas das neu entwickelte siebenstufige Direktschaltgetriebe, das mit noch kürzeren Schaltzeiten präzise und ohne spürbare Zugunterbrechungen die Gänge auswählt, der serienmäßige Allradantrieb, die allerdings rund 2.700 Euro Aufpreis kostende Performance-Bremse von Brembo und die per Drehschalter einstellbaren Antriebsmodi. Sechs an der Zahl. Neben Komfort, Sport, Individuell, Schnee und Offroad symbolisiert ein Zielflaggen-Symbol aus dem Motorsport den "Cupra-Modus", für den die Eco-Wahlmöglichkeit weichen musste.

In der Cupra-Einstellung wird die Lenkung straffer, die Gasannahme direkter, das Fahrwerk härter, der Sound schärfer und das Getriebe reagiert noch giftiger. Das ist spürbar und in Verbindung mit dem um einen Zentimeter tiefer gelegten Fahrwerk die Grundlage für ein präzises, agiles Fahrverhalten durchs Kurvenlabyrinth ohne großen Hang zur Seitenneigung. Allerdings, den sportlich knackigen Sound gibt’s auch tatsächlich nur im Cupra-Modus. In allen anderen Fahrmodi ist der Unterschied zum "normalen" Ateca, von der Leistungsfülle natürlich abgesehen, eher gering.

In der Offroad-Einstellung beweist der Cupra Ateca auch abseits asphaltierter Wege seine Qualitäten, allerdings sind die kupferfarbenen Leichtmetallfelgen eigentlich viel zu schade für unwegsames Terrain. Für lange Strecken und die Einsätze als Familienkutsche im Alltagsverkehr ist auf jeden Fall "Komfort" die beste Vorwahl. Und dann zeigt der kompakte Hochbeiner, dass ihm auch eine lässige Fahrweise nicht zuwider ist und er auch im Alltag seinen Mann steht.

Quasi konkurrenzlos am Markt

Das erste eigenständige Cupra-Modell ist im Prinzip konkurrenzlos am Markt. Die Performance-SUV aus dem deutschen Premium-Lager spielen alle in einer höheren Liga, in punkto Leistung, aber erst recht beim Preis. Nur der Jaguar E-Pace tritt mit vergleichbaren Daten an, ist aber mindestens 10.000 Euro teurer als der Cupra Ateca mit einem Grundpreis von 42.850 Euro, der bereits eine sehr umfangreiche Serienausstattung beinhaltet.

Cupra nutzt zwar die Seat-Infrastruktur beim Verkauf, beschränkt sich aber auf 277 ausgewählte Händler in Europa, die sich als Extrabereich eine Cupra-Corner einrichten werden. Deutschland gilt als der größte und wichtigste Absatzmarkt und allein über 100 auf Cupra-Modelle spezialisierte Betriebe rekrutieren – mit großer Zuversicht, denn die ersten knapp 1.000 Vorbestellungen liegen bereits vor.

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