Cadillac: Dampfhammer für Europa

04.12.2014 11:35 Uhr
Keine wüste Vorstellung: Cadillac will den auf der LA Auto Show präsentierten ATS-V auch nach Europa bringen.
© Foto: Cadillac

Wer als Cadillac-Fan auf die deutsche Marken-Website schaut, könnte fast ein bisschen traurig werden. Da finden sich zwar das SUV SRX sowie der Traditionalist Escalade, doch die neuesten Modelle ATS und CTS sind lediglich als Zweiliter-Vierzylinder verfügbar. Als Basisoption mag das ja in Ordnung sein – auch im Hinblick auf die CO2-Grenzwerte –, doch ein echter Ami sollte schon mindestens sechs Töpfe unter der Haube haben. Dabei gibt es die beiden Familienmitglieder mit appetitlichen 3,6-Liter-Triebwerken. Nun kommt eine gute Nachricht aus den Staaten: Nachdem die in Europa bereits früher verfügbaren CTS-V-Varianten inzwischen ausgelaufen sind, legt Cadillac nach.

Markenchef Johan de Nysschen hat bestätigt, dass die frisch gebackene Mittelklasse-Topversion ATS-V definitiv nach Europa kommt. Und die hat zwar auch 3,6 Liter Volumen, doch ist vom Performance-Level weit von den zivilen Ausgaben entfernt. Mit 460 PS ist der ATS-V ein veritabler BMW M3-Jäger und soll sowohl auf der Autobahn als auch auf dem Track für jede Menge Fahrspaß sorgen. Das auffälligste Merkmal ist die recht hoch stehende Abrisskante, während der gegenüber der Basis zwar nachgeschärfte Frontspoiler erst auf den zweiten Blick erkennbar wird. Mächtige Lufteinlässe in der Motorhaube visualisieren die geballte Turbopower, und üppige Schalensitze schaffen Vertrauen, dass die Passagiere auch bei Querdynamik am Limit noch fest in der Sitzmittelbahn bleiben.

Apropos Turbo: Auch bei Cadillac wird downgesized. Statt großvolumigem V8-Sauger muss es nun eben ein aufgeladener Sechsender richten – zum ersten Mal übrigens in einem Vertreter des V-Labels. Um den Kunden diesen Einschlag schmackhaft zu machen, haben die Ingenieure keineswegs mit High-Tech gegeizt. So bestehen die Turbinen der beiden Lader aus Titan, um Gewicht zu reduzieren und die Massenträgheit gering zu halten, was wiederum ein schnelleres Ansprechen der Anlage garantiert.

Als Coupé und Limousine
Nette Spielereien unterhalten den Fahrer, ob sie die Rundenzeiten auf dem Track wirklich erhöhen, sei dahingestellt. Zum Beispiel muss man beim Schalten das Gaspedal nicht mehr lupfen – die Elektronik regelt die Last also automatisch herunter. Schaltmuffel bekommen ohnehin einen Achtstufen-Wandlerautomaten; dass der stärkste ATS in puncto Fahrwerk deutlich überarbeitet wurde gegenüber den schwächeren Brüdern, liegt auf der Hand. Eine straffere Abstimmung und versteifte Stabilisatoren sind nur wenige Beispiele.

Elektronisch gesteuerte und damit variable Dämpfer gehören im Performance-Bereich zum guten Ton, und mächtige Brembo-Bremsen sollen für standfeste Verzögerung bürgen. Auf Wunsch gibt es ein "Track Package", das die Masse dank Karbon-Einsatz sowie einer speziellen Batterie noch weiter reduziert. Den ATS-V wird es als Coupé und Limousine geben. Markteinführung in den USA ist im kommenden Frühling. (sp-x)


Cadillac ATS-V Limousine / Coupe (2016)

Cadillac ATS-V Limousine / Coupe (2016) Bildergalerie

MEISTGELESEN


STELLENANGEBOTE


KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Autoflotte ist die monatlich erscheinende Fachzeitschrift für den Flottenmarkt im deutschsprachigen Raum. Zielgruppe in diesem wachsenden Markt sind die Fuhrpark-Entscheider in Unternehmen, Behörden und anderen Organisationen mit mehr als zehn PKW/Kombi und/oder Transportern. Vorstände, Geschäftsführer, Führungskräfte und weitere Entscheider greifen auf Autoflotte zurück, um Kostensenkungspotenziale auszumachen, intelligente Problemlösungen kennen zu lernen und sich über technische und nichttechnische Innovationen zu informieren.