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Ausgabe 04/2021

Der leise Umstieg

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© AUTOFLOTTE

Volvo überführt sein Premium-Image nun auch auf die Generation Stromer. Als Premiere steht der XC40 an der Wallbox und zeigt, dass sich Stromern simpel anfühlen muss.

Jetzt wird es ernst bei Volvo. Nach dem Erfolg der 2020 aufgelegten Plug-in-Hybride, deren Anteil in diesem Jahr bei 40 Prozent liegen soll, wenn es nach Volvo-Deutschland-Chef Thomas Bauch geht, soll dieser selbsternannte "Zwischenschritt" durch vollelektrische Versionen ergänzt und mittelfristig abgelöst werden. Das Tempo geben wie überall die angebotenen Modelle vor und der Premieren-Schleier fiel nun beim XC40 Recharge P8 AWD.

Dem Kompakt-SUV wurde die Polestar- 2-Technik einverleibt, was ihn zu einem wahren Potenzprotz macht (zwei E-Motoren zu je 204 PS und insgesamt 660 Newtonmeter) und mit dem Modelljahr 2022 erhält der Hochbeiner auch noch das Infotainment sowie noch leistungsfähigere Fahrerassistenten aus dem Polestar - und er wird sogar günstiger. Das Modelljahr 2021 wird für 62.000 Euro brutto zum Flottenzugang. Der Nachfolger soll "deutlich unter 60.000 Euro brutto" liegen.

Aber bleiben wir beim Modelljahr 2021, dessen Fahrleistung sich vom Modelljahr-Nachfolger nicht unterscheiden wird. Und diese macht definitiv Lust auf mehr.

Wer elektrisch unterwegs ist, erwartet keine Wunderdinge von seinem Gefährt - und für Extra-Reichweite sind E-Fahrer auch zu Kompromissen bereit. Interessanterweise besteht der Kompromiss beim XC40 Stromer nicht im klassischen Tempo-Limit, wie es bei E-Modellen oft der Fall ist. Denn der Schwede surrt wie alle konventionellen Brüder maximal bis Tempo 180. Ein Wert, der auch auf der 135 Kilometer langen Testfahrt bei 5 Grad Celsius in Norddeutschland kurzfristig angetestet wurde, aber sofort meldet sich das schlechte Gewissen. Dabei war es weniger der Umweltgedanke, als die maximale persönliche Freiheit in Reichweite gemessen, die hier herausgefordert wurde.

E-Fahrer disziplinieren sich in der Regel sehr schnell und sehr radikal. So auch beim XC40 Recharge, der aber ob des immensen Spurtvermögens - 4,9 Sekunden bis Tempo 100 - genug Fahrspaß birgt. Diesen einzufangen ist Aufgabe der elektrischen Bremse, die mit dem Weichen des Fußes vom Gaspedal den Energiefluss umkehrt.

Verzögern statt beschleunigen heißt es dann und das gelingt ganz dem Ideal des One-Pedal-Drive in fast allen Fahrsituationen perfekt. Die gut 2,2 Tonnen Leergewicht (allein die Batterien wiegen 500 Kilogramm) schieben bisweilen ein bisschen länger als gewünscht nach. So wächst im bremsbereiten Stadtverkehr der Radius laut dem WLTP-Normblatt auf fast 540 Kilometer. Kombiniert werden 400 bis 418 km angegeben, was einem Verbrauch von 23,8 bis 25,0 kWh pro 100 Fahrkilometern entspricht. Exakt 25,5 kWh waren es auf der gemischten Testrunde. Man kann also damit als Richtwert für das Gros des Jahres planen. Bitterkalte Tage wie zuletzt schreiben aber auch hier ihre eigene Stromrechnung. Beim Spiegelstrich "planbare Mobilität" auf der Stromer-Checkliste passt also der Haken am E-Probanden. Etwas verwirrend ist allerdings die Tatsache, dass die Reichweite nicht in Kilometern, sondern in Batteriekapazität (75 kWh sind maximal nutzbar also 100 Prozent) angegeben wird. Aber diese Prozentangaben, die mit der Zielzeit zum Start der Tour erscheint, ist ein verlässlicher Anhaltspunkt. Die weiteren Basics eines Stromers auf unserer Checkliste beherrscht der Schwede ebenfalls beeindruckend gut. Sprich: gute Bedienung der Grundfunktionen; schnelles Laden; leichtes Finden von Ladesäulen.

Im Detail heißt dies, dass man sich an Bord des SUV schnell zurechtfindet. Das wuchtige Zentraldisplay ist gut gegliedert. Das im E-Auto immer wichtige Paar von Lenkrad- und Sitzheizung liegt gemeinsam auf einem Piktogramm. Generell gibt es kaum Knöpfe. Über die beiden Lenkrad-Menü-Tastfelder lassen sich die Grundfunktionen leicht steuern. Das ACC wird einfach per Knopfdruck aktiviert. Wohingegen sich die Assistenten (unter anderem der Pilot Assist, der bis Tempo 130 aktiv ist) per simplen Knopfdruck deaktivieren lassen. Das sollte man aber nicht, denn deren Hilfe ist stets dezent, wenn auch der Spurhalte-Helfer durchaus nachhaltig seine Ideen der Idealspur durchdrücken mag.

Fürs Starten braucht es noch nicht einmal einen Knopf im XC40. Einfach reinsetzen, anschnallen. Tritt aufs Bremspedal. Ganghebel ziehen. Gas. So flott kann auch das Laden gehen. Das "Rechargen" funktioniert mit maximal 11 kW AC und 150 kW DC. Das Finden der nötigen Säulen ermöglicht Google Maps, das die gesamte Navigation übernimmt. Statt das Geld in ein eigenes - und im Grunde schlechteres - Navi zu stecken, setzt man auf das beste System am Markt. Entsprechend top ist auch die Spracheingabe. Unter "top" fallen traditionell die ausgezeichneten Sitze (im Testwagen war es das Sitzkomfort-Paket mit Ledersitzen für 815 Euro)."Top" könnte auch die nun angebotenen Updates per "over-the-air"-Technik werden. Unter "gut" fällt die Übersicht im 4,43-Meter-SUV, wobei der 360-Grad-Überblick (im Xenium-Paket Pro für 2.227 Euro samt dem sinnvollen Panorama-Glasschiebedach) daraus ein "exzellent" macht.

Ein solch cleveres Duo bilden auch der Koffer- und der Motorraum. Das Volumen im Heck ist so groß wie beim Otto-XC40 und der verwaiste Motorraum - die beiden E-Motoren sind an den beiden Achsen montiert, so werden vorn immerhin 30 Liter Stauraum freigegeben - nimmt die Ladekabel gern mit auf. Die Ladebuchse ist zwar links angeschlagen, aber die 4,5 Meter des Typ-2-Kabels überbrücken diese Distanz meist. Noch ein Wort zum Wesentlichen: dem Fahren. Das Überbrücken der Distanzen, deren Länge sich wie beim Diesel oder Benziner zum Großteil ob des Fahrstils des Nutzers definiert, passiert Volvo-typisch bequem, federleicht und fast grenzenlos, denn der Allradler macht einfach nur Spaß. So fährt man gefühlt einen klassischen SUV, bewegt sich aber in einem leisen E-Auto.

XC40 Recharge P8 AWD

Preis ab: 52.101 Euro (vor Förderung)Zwei Permanentmagnet-Synchronmotoren zweimal 150 kW/204 PS I 660 Nm 4,9 s I 180 km/hWLTP: 23,8 bis 25,0 kWh I 0 gReichweite: 400 bis 418 kmBatteriekapazität: 75 kWh (nutzbar)Ladezeit: DC (150 kW, 0 bis 80%): 40 Minuten I AC (11 kW,16 A, 0-100%): 8 h 4.425 x 1.863 x 1.651 mm I 414 - 1.290 lHK: 18 I TK: 23 I VK: 21Garantie: 2 Jahre/Batterie 8 Jahre oder 160.000 kmAlle Preise netto zzgl. Umsatzsteuer

Was erwartet die Flottenkunden mit dem Modelljahr 2022 des XC40 Recharge?Axel Zurhausen: Als vollelektrische Version unserer kompakten SUV-Baureihe basiert der Volvo XC40 Recharge P8 AWD auf der modularen CMA-Architektur, die grundsätzlich für alle Antriebskonzepte entwickelt wurde. Das Fahrzeug verfügt über Allradantrieb, hat eine Leistung von 300 kW/408 PS und ermöglicht eine Reichweite von über 400 Kilometern (WLTP). An einer Schnellladestation kann die Batterie in 40 Minuten zu 80 Prozent aufgeladen werden. Das heißt, den Volvo XC40 Recharge P8 zeichnet eine uneingeschränkte Alltagstauglichkeit aus, der E-Antrieb hat auch keinerlei negative Auswirkungen auf Ladevolumen, Variabilität, Sicherheit und Komfort.Wie sieht die Preisgestaltung für das neue Modelljahr aus?A. Zurhausen: Für den gewerblichen Kunden gibt es die reduzierte Dienstwagenbesteuerung von 0,25 Prozent beim Einstiegspreis von unter 60.000 Euro sowie die weiteren Fördermaßnahmen des Bundes. In Summe ist das per se ein starkes Paket, wir spüren aber auch, dass bei den privaten und gewerblichen Kunden grundsätzlich das Bewusstsein für eine nachhaltige Mobilität, und somit der Umweltschutz, eine immer größere Rolle bei der Kaufentscheidung spielen. Entsprechend gut entwickelt sich die Nachfrage.Wie hilft Volvo beim Aufbau meiner Ladeinfrastruktur?A. Zurhausen: Volvo bietet als Vorreiter beim Thema Nachhaltigkeit und Elektrifizierung für alle Volvo Recharge-Modelle mit modernster Plug-in Hybrid-Technologie das Volvo Recharge Leasing an. Das heißt für diese Modelle bieten wir optional eine Wallbox (inklusive Installation und Abonnement) in einem separaten Wallbox-Leasingvertrag an. An einem Angebot für unser erstes vollelektrisches Modell arbeiten wir zurzeit.Welche Lieferzeiten gibt es für den XC40 Recharge?A. Zurhausen: Die Produktion im aktuellen Modelljahr 2021 ist vollständig belegt, im Handel sind aber noch einige sofort verfügbare Fahrzeuge vorhanden. Die Produktion für das Modelljahr 22 startet im April und die Auslieferung der Fahrzeuge erfolgt dann ab Juli.Axel Zurhausen, Head of Fleet & Retail Sales Volvo Car Germany

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