suchen
Ausgabe 05/2019

Milde Kraft voraus

1180px 664px

© AUTOFLOTTE

Der Kia Sportage hat elektrische Unterstützung für den Diesel bekommen. Diese ist zwar nur mild, aber mit Strom kennen sich die Koreaner mittlerweile aus. Autoflotte hat den Sportage 2.0 CRDi Eco Dynamics gefahren.

Wie spart man am besten? Indem man nichts verbraucht. Das ist die Logik der Mild-Hybride, deren Batterie-Pack das Kommando vom konventionellen Motorblock übernimmt. Motor aus, Batterie an. Diese Gleichung geht mit dem Modelljahr 2019 auch beim Kompakt-SUV Sportage auf. Das Spar-Trio aus Lithium-Ionen-Batterie (0,44 kWh), Startergenerator (bis zu 12 kW Leistung) und dem Gleichspannungswandler für die beiden Bordnetze von 12 V und 48 V, das unter dem Label "EcoDynamics+" auch in den Ceed kommen wird, soll nach WLTP bis zu vier Prozent sparen helfen. Der Mildhybrid sorgt dafür, dass beim Ausrollen oder Bremsen der Motor automatisch abgeschaltet wird. Sobald der Tritt aufs Gaspedal erfolgt, meldet sich der Selbstzünder aus seinem kurzen Schlaf hörbar zurück. Dafür flacht das Drehmoment beim Starten auch nicht so stark ab - kurzum, es läuft flüssig im Kompakt-SUV. Dazu passt auch die dezent nachgeschärfte Optik (Stoßfänger, Räder, Scheinwerfer, Rückleuchten, Chromleisten). Auffällig sind die LED-Nebelscheinwerfer und die speziellen 19-Zoll-Leichtmetallfelgen der GT-Ausführung, die stets mit Doppelendrohr abschließt. Gerade von vorn ist die GT-Line ein Gewinn, schenkt sie dem Sportage ein Gesicht im Einerlei.

Dank des Leder-Pakets (u.a. belüftete und elektrisch einstellbare Vordersitze; Preis: 1.252 Euro) spiegelt sich dieser Eindruck auch im Interieur wider. Die Sitze sind gut und passgenau. Diese ganzen Gimmicks münden in einer Kaskade an Knöpfen, die unter dem rahmenlosen 8-Zoll-Touchscreen beginnend gen Mittelkonsole verjüngt. Es reicht im Grunde ja auch, wenn man die analogen wie digitalen Dienste per Tastendruck an- oder ausschalten kann. Wichtig ist nur, dass sie stressfrei agieren und zuverlässig sind - was bei der Verkehrszeichenerkennung, einer Achillesferse bei vielen Modellen, nicht immer akkurat geschieht.

Die vorderen Parkpiepser sind in der GT-Line Serie; mit dem Technik-Paket (Preis: 1.588 Euro) kommen zum Beispiel Spurhalte-Assistent, adaptiver Tempomat, Rundumsicht und das induktive Laden in den Koreaner. In Summe steht der Sportage GT-Line für knapp über 35.000 Euro in der Liste, mit dem Metalliclack (496 Euro) und den beiden Paketen werden daraus 38.369 Euro. Die achtstufige Wandler-Automatik hält das knapp Viereinhalbmeter-SUV gut in Schwung; mit 185-Diesel-PS ist man fein motorisiert und schwimmt (hörbar) im City-Verkehr mit. Dass man im Zweifel von Außenstehenden wahrgenommen wird, hilft in einigen Momenten, in denen die nicht immer ideale Übersicht die Helferlein an Bord oder die Passanten fordert. Als Allradler liegt er gut manövrierbar auf der Straße, nur der Spurhalte-Assistent insistiert oft etwas zu rabiat. Der adaptive Tempomat bildet in seiner Lässigkeit eher den Gegenpool, denn das Beschleunigen aus dem Windschatten dauert etwas zu lange, um auch auf freier Autobahn die linke Spur anzusteuern. Das geht manuell deutlich flüssiger und damit stressfreier. Die erwähnte Rundumsicht bietet vier Blickwinkel, so dass bei Felgenkratzern eigentlich nur die Ausrede "es musste schnell gehen" zieht.

Etwas zu hochtourig dreht die Automatik in ihren acht Schaltstufen - auch hier geht's wie beim Tempomaten manuell (unter anderem auch per Schaltwippe) besser. Da der Mildhybrid dem 2,0-Liter-Diesel vorbehalten ist, ist dieser Motor auch klar unsere Empfehlung.

Denn mit der Sparhilfe bleibt der Verbrauch unter sieben Liter im gemischten Einsatz (6,7 Liter) und knapp über acht Liter (8,2 Liter) mit Dienstreise-Tempo. Schade, dass der große Diesel den kleinsten Tank abbekommen hat; 55 Liter sind sieben weniger als sonst.

Getestet von AUTOFLOTTE

Top- Mildhybrid hilft beim Sparen- Kräftiger Diesel- Einfache BedienungFlop- Motor ist kein Leisetreter- Tankinhalt klein- Ausstattungsstrategie

Kia Sportage 2.0 D AWD

Testwagenpreis: 35.773 EuroR4/1.995 | 136 kW/185 PS 400 Nm ab 1.750 | 8-G-AT 9,5 s | 201 km/h | WLTP 5,7 D | 149 g/km 4.495 x 1.855 x 1.645 mm 439 - 1.428 LiterWartung: 2 Jahre/30.000 kmEffizienz: BHK | VK | TK: 17 | 22 | 23Garantie: 7 Jahre/150.000 km

360px 106px



Ihr Kommentar zum Artikel

© Copyright 2021 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
Fiktive Abrechnung von Reparaturkosten

Keine Pflicht zur Schadensbehebung

Wer als Geschädigter bei einem Pkw-Unfall seinen Schaden selber oder vielleicht gar nicht behebt, kann dennoch auf die Zahlung der im Sachverständigengutachten veranschlagten...


img
E-Mobilitätsspezialist Reev

Monitoring für Ladestationen

Die Elektromobilität ist mit wachsender Dynamik und zum Teil steigender Komplexität verbunden. Das erschwert vielen Firmen den Einstieg in die eigene Ladeinfrastruktur....


img
Fokus E-Mobilität

Neues Lifestyle-Portal für Dienstwagenfahrer

Neben Informationen zu Elektrofahrzeugen und Technik will Mydienstwagen.de mit verständlich aufbereiteten Rechts- und Steuerbeiträgen sowie abwechslungsreicher Unterhaltung...


img
Bio-Hybrid Pick-up

Für Singles mit Gepäck

Der Marktstart für das Vierrad-Pedelec Bio-Hybrid rückt näher. Mittlerweile kann man zwischen zwei Typen wählen. Preise gibt es außerdem.


img
Mercedes-Benz Bank

Gute Geschäftschancen für 2021

Im zweiten Pandemie-Jahr soll das Mercedes-Volumenmodell C-Klasse für Impulse sorgen. Im Leasing setzt die Herstellerbank auf die Einführung neuer Hybrid- und Elektrofahrzeuge.