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Car Professional Management

Zurück in die Zukunft

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Seit 2019 lenkt Mattes Decker die Geschicke beim Fuhrparkmanager CPM.
© CPM

Nach der ersten Pandemie-Phase sind die Flotten zurück im Tagesgeschäft, verrät uns Mattes Decker. Doch dieses bedeutet vor allem, jetzt schon für ein fallweise völlig neues Morgen zu planen.

Herr Decker, nach Ihrem ersten Jahr an der CPM-Spitze 2019 mussten Sie das letzte Jahr unter den bekannten Corona-Bedingungen meistern. Was haben Sie im Jahr 2020 alles gelernt? Mattes Decker: Zuallererst wurde uns in diesem schwierigen Jahr durch unsere Bestands- und Neukunden noch einmal bestätigt, wie wichtig unsere Kernleistungen Kostenreduzierung und Prozessentlastung in der Zusammenarbeit sind. Wie jede andere Firma auch haben wir für uns zuerst geprüft, wie wir unseren bewährten Kundenservice mit den Schutzmaßnahmen für unsere Mitarbeiter in Einklang bringen können. Für das Teamplay und unseren One-Face-to-the-Customer-Ansatz ist die persönliche Zusammenarbeit im Büro jahrelang eingespielte Praxis. Mit einer Vielzahl an Maßnahmen zum Beispiel Homeoffice und parallelem Wechsel auf digitale Kommunikation wie Microsoft-Teams, ist uns die Umsetzung nahtlos gelungen. Als Vorteil in diesem besonderen Jahr hat sich insbesondere unsere langjährige Erfahrung im Fuhrparkmanagement herausgestellt, da wir oft vor bis dahin nicht gekannten Herausforderungen standen, welche gelöst werden mussten, um die Mobilität unserer Kunden aufrechtzuerhalten. Beispielhaft erwähnt seien die Prozesse rund um Fahrzeug-Logistik und die Mietwagenverfügbarkeit.

Herr Decker, nach Ihrem ersten Jahr an der CPM Spitze 2019 mussten Sie das letzte Jahr unter den bekannten Corona-Bedingungen meistern. Was haben Sie im Jahr 2020 alles gelernt?

Mattes Decker: Zuallererst wurde uns in diesem schwierigen Jahr durch unsere Bestands- und Neukunden noch einmal bestätigt, wie wichtig unsere Kernleistungen Kostenreduzierung und Prozessentlastung in der Zusammenarbeit sind. Wie jede andere Firma auch, haben wir für uns zuerst geprüft, wie wir unseren bewährten Kundenservice mit den Schutzmaßnahmen für unsere Mitarbeiter in Einklang bringen können. Für das Teamplay und unseren One-Face-to-the-Customer-Ansatz ist die persönliche Zusammenarbeit im Büro jahrelang eingespielte Praxis. Mit einer Vielzahl an Maßnahmen wie Homeoffice, einem parallelen Wechsel auf digitale Kommunikation, wie MS Teams, ist uns die Umsetzung nahtlos gelungen. Als Vorteil in diesem besonderen Jahr hat sich insbesondere unsere langjährige Erfahrung im Fuhrparkmanagement herausgestellt, da wir oft vor bis dahin nicht gekannten Herausforderungen standen, welche gelöst werden mussten, um die Mobilität unserer Kunden aufrecht zu erhalten. Beispielhaft erwähnt seien die Prozesse rund um Fahrzeug-Logistik und die Mietwagenverfügbarkeit.

Wie groß ist der Austausch mit den einzelnen Kundensegmenten?

M. Decker: Aufgrund unserer guten Marktdurchdringung haben wir Kunden aus allen möglichen Segmenten, die es natürlich ungleich hart getroffen hat und wodurch der Beratungsbedarf ganz unterschiedlich ausfällt. Da gibt es jene, die unmittelbar durch Corona in ihrer Geschäftsausübung betroffen sind und die einen sehr hohen Kostendruck seitens der Fahrzeuge spüren, die momentan nicht bewegt werden können. Das andere Ende des Spektrums bilden jene ab, die bspw. als Versorgungsdienstleister mehr zu tun haben als vor Corona und dadurch wirtschaftlich sogar besser dastehen. Insgesamt hat sich der Gesprächsbedarf stark erhöht.

Wie fiel die Entwicklung unabhängig einzelner Branchen bei CPM aus?

M. Decker: Auch wenn, wie zuvor erwähnt, das Geschäftsmodell der Kunden den jeweiligen Fuhrparkbedarf bestimmt, haben wir verschiedene Phasen erlebt. Zuerst gab es in vielen Fuhrparks einen Bestellstopp, Ersatzinvestitionsentscheidungen wurden schlichtweg vertagt. Dann stellte sich in Phase zwei die Frage, wie es weitergehen soll und wie die Lage zu beurteilen ist. Mehr und mehr Firmen starteten mit der Folgeplanung und die Bestellungen nahmen wieder zu. Das Ganze hat sich mittlerweile ein Stück weit normalisiert. Noch nicht ganz überwunden sind hingegen die Engpässe bei den Zulassungsstellen und vereinzelt bei den Fahrzeugverfügbarkeiten.

Führen solche Hemmschuhe dazu, dass die Fuhrparkbetreiber immer noch nur recht kurzfristig planen können?

M. Decker: Wir erkennen, dass sich die Unternehmen mittlerweile auf die Situation eingestellt haben und die Fuhrparks wieder zunehmend gewohnt durchgesteuert werden. Natürlich gibt es noch Beeinträchtigungen und Unbekannte, das stellen wir in den regelmäßigen Gesprächen mit unseren Kunden tagtäglich fest. Dennoch geht es wieder in die bekannten Zyklen von 36 bis 48 Monaten Nutzungsdauer bei den Fahrzeugen. Neben den wirtschaftlichen Aspekten stehen wieder zunehmend ökologischen Fragen im Raum, deshalb ist die entscheidende Frage: Wie wird es mit der Mobilität im Unternehmen generell weitergehen?

Wie sieht hier Ihre Antwort aus?

M. Decker: Es gibt CPM-Kunden, die eine Zero-Carbon-Policy für das Jahr 2025 befolgen. Die notwendigen Entscheidungen für den Fuhrpark, die sich daraus ableiten, lassen sich dann nicht monatelang aufschieben. Wenn das Ziel, wie in dem genannten Beispiel 2025 erreicht sein soll, dann ist zu beachten, dass sich Entscheidungen für aktuelle Fahrzeugneuanschaffungen teilweise schon heute auf das Ziel auswirken. Das Umsteuern muss folglich jetzt beginnen. Hier findet ein Umdenken auf breiter Front statt, welches sich in einer Vielzahl an Kundengesprächen zu individuellen Lösungen widerspiegelt.

Die Lösung dafür heißt auch für Sie Elektromobilität?

M. Decker: Bekanntlich hat jede Antriebsart gewisse Vor- und Nachteile, im städtischen Bereich oder bei kurzen Fahrstrecken empfehlen sich oft BEV und Phev um lokal emissionsfrei zu fahren. Hier unterstützen wir unsere Kunden bei der Meinungsfindung, es muss ja auch zum individuellen Kundenbedarf passen. Sicher spielen in Zukunft auch Wasserstoff-Fahrzeuge, beispielhaft im Nutzfahrzeugbereich, eine Rolle. Beim Wasserstoff stellt sich momentan aber das Henne-Ei-Problem zwischen Fahrzeugangebot und vorhandener Tank-Infrastruktur. Eine zusätzliche Variante ist die CO2-Kompensation, die wir unseren Kunden aktiv anbieten, um sich schon heute ökologisch zu engagieren.

Neue Wege gehen viele Flotten gerade in der Art der Finanzierung. Wie wird die alternative Mobilitätslösung ALD Flex angenommen?

M. Decker: Wir stellen wir fest, dass Langzeitmiete stärker nachgefragt wird. Allein aufgrund der angesprochenen Problematik durch Bestell- und Lieferstopps ist hier zusätzlicher Bedarf zur Überbrückung entstanden. Neben der Überbrückung von Lieferzeiten nutzen unsere Kunden ALD Flex aber auch im Rahmen ihrer Hygienekonzepte, z.B. als Alternative zum öffentlichen Personennahverkehr. Viele buchen unsere flexible Mobilitätslösung dabei für vier, sechs, acht oder zwölf Monate, aber es gibt auch Anwender, denen bereits ein Monat ausreicht. Einer der großen Vorteile von ALD Flex ist, dass die Fahrzeuge während der Mietdauer jederzeit ohne Zusatzkosten vorzeitig zurückgegeben werden können, wenn sich Pläne aufgrund der unvorhersehbaren Lage ändern sollten. Diese Flexibilität ist gerade aufgrund der aktuellen Situation sehr gefragt.

Empfehlen Sie als Fuhrparkdienstleister in solchen Fällen gezielt, einen Stromer in die Flotte zu holen?

M. Decker: Die Fragestellung an sich ist ein gutes Beispiel, wie multidimensional die Entscheidungen mittlerweile für den Flottenbetreiber sind. Auf der einen Seite steht der klassische Mobilitätsbedarf für eine Übergangsphase. Dem gegenüber sind es entweder die Kosten, die die Entscheidung beeinflussen, oder es ist die gesamtheitliche Strategie des Unternehmens, etwa CO2 einsparen zu wollen. Steht man zum Beispiel bei der Einführung der Elektromobilität erst am Anfang, dann empfiehlt es sich, ein Pilotprojekt zu starten.

Was sollten die Teilnehmer eines solchen Pilot-Projektes in einer Flotte mitbringen?

M. Decker: Auf der einen Seite sollten es Mitarbeiter sein, die sich auf ein „Stecker-Fahrzeug“ und das entsprechend erforderliche Nutzungsverhalten offen einlassen. Je nach langfristig beabsichtigter Ausrichtung des Fuhrparks sollte das Pilotfahrzeug ein BEV oder Phev sein. Und auf der anderen Seite sollten diese Mitarbeiter auch aktiv in das Projekt eingebunden werden. Unsere Erfahrung zeigt auf, dass es wichtig ist, diese durchaus kundenindividuellen Erkenntnisse in den späteren Entscheidungen zu berücksichtigen.

Wären Auto-Abo oder Mobilitätsbudget mögliche Pilotprojekte für CPM-Kunden?

M. Decker: Das Thema Mobilitätsbudget kennen wir aus eigener Erfahrung, weil dieses Modell auch bei uns im Einsatz ist. Das Auto-Abo ist ein aktuelles Trend Thema und im Einzelfall ggfs. als Ergänzung zu sehen. Da beim Gros unserer Flottenkunden ein Dienstwagen einem Mitarbeiter fest zugeordnet ist, heißt die Frage eher „Kaufen oder Leasen?“. Und beim Leasing stellt sich dann die Frage nach der wirtschaftlichsten Haltedauer. Hier ist bereits viel Flexibilität durch Anwendung der richtigen Mischung möglich. Ergänzende Mobilitätsangebote prüfen wir und bewerten, wie diese in ein ganzheitliches Mobilitätskonzept passen könnten. Mit ALD Flex sind wir hier bereits gut aufgestellt.

Darüber hinaus bieten wir unsere Flottenkunden über unsere digitale Plattform CPM-UX die direkte Buchung von Kurz- und Langzeitmobilität an, verbunden mit dem Service alle Buchungen in einer kundenspezifischen Sammelrechnung zusammenfassen.

Ein Mobilitätsbudget ist also auch für Nicht-Dienstwagenberechtigte darstellbar?

M. Decker: Grundsätzlich kann ein Unternehmen im Rahmen der Mitarbeitermotivation natürlich auch ein Mobilitätsmodell für Nicht-Dienstwagenberechtigte definieren. Dies kann z.B. über eine Gehaltsumwandlung erfolgen, wobei das Mobilitätsbudget sich an der TCO der zur Auswahl definierten Fahrzeuge orientieren sollte. Bei einem erweiterten Mobilitätsbudget, also auch mit Bus und Bahn, wird in der Regel das Travelmanagement des Unternehmens eingebunden.

Zur Steuerung des Ganzen würde da eine App reichen, wie Sie sie auch jetzt schon anbieten?

M. Decker: Die App nutzen die Anwender eher, um Servicetermine oder Ansprechpartner zu koordinieren. Wenn beispielsweise ein neuer Dienstwagen konfiguriert werden soll, wird das über unseren Online-Konfigurator, also nicht über die App gemanagt. Das Gleiche gilt für unsere Reports zur Fuhrparksteuerung, die meist am Rechner ausgewertet werden und nicht auf dem Smartphone.

Sie sprachen von Elektromobilität als Beimischung für Flotten. Wie kommen diese Fuhrparks neben den Stromern zur Ladeinfrastruktur?

M. Decker: Hier arbeiten wir mit Systempartnern zusammen, mit denen wir Bestell-, Leistungs- und Abrechnungsprozesse festgelegt haben, um alles aus einer Hand anbieten zu können. Einer dieser Partner ist zum Beispiel Shell zusammen mit NewMotion.

Kann ich als Fuhrparkbetreiber meine eigenen Partner mitbringen?

M. Decker: Unser Fuhrparkmanagement umfasst wirtschaftliche und prozessuale Aspekte, die wir mit dem Kunden gemeinsam reflektieren. Wenn ein Fuhrparkbetreiber einen Ladekartenpartner oder einen Betreiber der Ladeinfrastruktur mitbringen möchte, dann sprechen wir die individuellen Anforderungen gemeinsam durch. Unser Ansatz ist es, mit unseren Partnern ein geschlossenes System anzubieten, das alle Fragen zur E-Mobilität stimmig klärt.

Was leistet das System dann alles?

M. Decker: Zum einen die Bereitstellung von E-Ladekarten sowie unter Einbindung des Partners kompetente Lösungen und Beratung für die Ladeinfrastruktur in den Bereichen “Public, Home und Work“. Darüber hinaus erhält der Flottenkunde aus einer Hand fuhrparkübergreifende Entlastung bei der Abrechnung der Kosten und Transparenz über unser Reporting. Besonders hervorheben möchte ich unsere digitale Lösung, die Phev-Fahrer nach einem kundenindividuell definierbaren Algorithmus, basierend auf den tatsächlichen Ladevorgängen, daran erinnert, das Fahrzeug auch regelmäßig zu laden. Damit wird eine der drängendsten Fragen seitens der Flottenmanager beantwortet, nämlich, wie dafür gesorgt werden kann, dass Plug-in-Hybridfahrzeuge nicht nur mit Kraftstoff, sondern auch mit Strom gefahren werden. Denn eines ist klar: Heute sprechen wir noch über Tankkosten und Ausreißer für Premiumkraftstoffe, künftig werden dies die Ladekosten sein.

Die Anlaufkosten für E-Mobilität bleiben trotz der immensen Förderung hoch. Würde ein längeres Leasing, also jenseits von 48 Monaten, das Produkt nicht billiger und noch interessanter machen?

M. Decker: Mit Blick auf die staatliche Förderung für Elektromobilität und deren Auswirkungen auf unterschiedlich hohe Listenpreise ist die Frage nicht pauschal zu beantworten. In der Regel wirkt sich eine längere Laufzeit jedoch positiv auf die Raten aus. Technisch wird die Batterie nach bisherigen Erkenntnissen die Leistung hinreichend erbringen. In der Tat zeichnet sich durch die Verlängerung der hohen staatlichen Subventionen bis 2025 ein hoher Druck auf die Restwerte von kurzen Laufzeiten ab, der ebenfalls für längere Leasing-Laufzeiten spricht.

Welche Vorhersagen können Sie für das CPM-Geschäft in diesem Jahr machen?

M. Decker: CPM ist auf einem Wachstumspfad, den wir in diesem Jahr weitergehen werden. Im Mittelpunkt stehen unsere Flottenkunden und unser Ziel deren Fuhrparkkosten niedrig zu halten bzw. weiter zu reduzieren. Mit unseren umfassenden persönlichen und digitalen Services wollen wir massiv bei der Administration der Fuhrparks entlasten und dabei den Umstieg zur Elektromobilität aktiv mitgestalten.

Herzlichen Dank, Herr Decker, für das Interview.

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