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Fahrbericht Abarth 595 EsseEsse

Kleiner Supersportler

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Der Akrapovic-Sound dürfte so ziemlich einmalig bei einem Kleinstwagen sein.
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Als Abarth-Ausführung wird die lieb aussehende Knutschkugel Fiat Cinquecento zur zornigen Knallbüchse mit hohem Spaßfaktor, was man besonders mit der Ausbaustufe 595 EsseEsse erleben und hören kann.

Von Patrick Broich/SP-X

Wenn der neu aufgelegte Abarth 595 EsseEsse in der Jubiläumsausgabe zum 70. Geburtstag der Marke (ab 24.949 Euro netto) um die Ecke wetzt, nimmt man seine obligatorische Akrapovic-Auspuffanlage erst einmal akustisch wahr. Dieser Sound dürfte so ziemlich einmalig bei einem Kleinstwagen sein. Bassig wie ein zorniger Löwe röhrt es aus den beiden Endrohren mit optisch prägnanter Karbon-Ummantelung. Grundsätzlich sind die Bausteine des stärksten Abarth nicht neu, aber eben neu gemischt: Den 1,4 Liter große Vierzylinder-Turbo mit 132 kW / 180 PS mit einem Normverbrauch von 6,7 Litern gibt es auch in anderen 595ern – im neuen EsseEsse allerdings ist das Umfeld merklich modifiziert. So präsentieren sich die Pedale mit Carbon-Beschlag, und die Sportsitze weisen besonders ausgeprägte Wangen auf, um die Passagiere auch bei noch so hohen Querbeschleunigungswerten in der Mittelbahn zu halten.

Das gilt es herauszufinden. Der Motor startet auf Knopfdruck fast ein bisschen unspektakulär, der erste Gang rastet präzise. Es gibt fünf davon, warum eigentlich nicht sechs? Mit einer kleinen Anfahrschwäche legt der 1,1 Tonnen schwere Zwerg los, um dann, sobald der Garrett-Lader Abgasstrom abbekommt, mit den Vorderrädern zu scharren. Aber keine Sorge, es gibt hinreichend Traktion, damit die Personenfracht ordentlich Druck abbekommt und bei Volllast in intensivem Kontakt mit den durchaus anschmiegsamen Sitzlehnen steht. Landstraßentempo erreicht der extrovertierte Italiener nach 6,7 Sekunden. Am wohlsten fühlt sich der 595 auf kurvigem Geläuf, dem er dank direkter Lenkung präzise folgt. Dass der knackige City-Sportler kein Komfort-Spezialist ist, sollte klar sein. Dabei sind die eingesetzten Konis zwar straff abgestimmt, aber nicht brutal hart. Der Langstreckenausflug ist mit den Abarth also bedingt möglich.

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Bleibt der Blick auf einen cool gestalteten Innenraum, der trotz langer Bauzeit immer noch erstaunlich frisch wirkt. Allerdings haben die Fiat-Techniker immer wieder leicht modernisiert. So birgt das kleine Kombiinstrument schon lange keine mechanischen Anzeigen mehr und bietet sämtliche Infos auf TFT-Fläche dar. Kleine Spielereien erfreuen das Kind im Erwachsenen: Bei Druck auf die Sporttaste verändert sich die Grafik des Instrumentariums und möchte qua zorniger Rottöne zum sportlichen Fahren animieren. Man muss in der Tat aufpassen, dass der Führerschein nicht auf der Strecke bleibt – giftige, von Blubbern und Schnauben begleitete Zwischenspurts heben die Laune des Fahrers merklich.

Connectivity für die infotainmentsüchtige Jugend 

Fiat hat natürlich auch an die infotainmentsüchtige Jugend gedacht und dem Athleten Features wie Apple CarPlay oder Android Auto spendiert. Wer das nicht nutzen möchte, kann seine Fahrziele auch in das geschwind reagierende, integrierte Navigationssystem tippen und sich präzise durch das Straßengewühl führen lassen. Der E-Lotse und auch andere Fahrzeugfunktionen werden über den obligatorischen Siebenzoll-Touchscreen abgehandelt – klappt ziemlich intuitiv.

Auch für außenstehende Betrachter ist der jetzt frisch aufgelegte EsseEsse übrigens eine Augenweide. Es gibt viel zu entdecken: Erst machen beispielsweise diverse lieferbare Grautöne auf Eyechatcher, dann arbeitet man sich an Felgen und Spoilern ab, bis die verschiedenen Badges auffallen. Neben dem Modell-Schriftzug wäre da noch das Jubiläumssignet und natürlich der Skorpion als Markenlogo. Und giftig wie ein Skorpion ist dieser Abarth ja tatsächlich.

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