suchen
Liberalisierung des Ersatzeilmarkts

Bestandsschutz "absolut kontraproduktiv"

1180px 664px
BVF-Chef Prinzing: "Der bisherige Entwurf räumt der Automobilindustrie Privilegien zu Ungunsten von Fuhrparkbetreibern ein."
©

Interessensgruppen beziehen Position: Der Fuhrparkverband fordert zusammen mit ADAC, GDV, GVA und vzbv Nachbesserungen bei der Reparaturklausel.

Der Bundesverband Fuhrparkmanagement (BVF) fordert zusammen mit weiteren Interessensgruppen Nachbesserungen bei der Liberalisierung des Designrechts für Karosserie-integrierte Ersatzteile. Man begrüße den Vorstoß aus der Politik, den freien Wettbewerb zu stärken, sagte der BVF-Vorstandsvorsitzende Marc-Oliver Prinzing am Freitag in Mannheim. "Der bisherige Entwurf räumt der Automobilindustrie allerdings Privilegien zu Ungunsten von Fuhrparkbetreibern und allen ein, die für Fahrzeuge Ersatzteile brauchen." Den im Gesetz vorgsehenen Bestandsschutz für bereits registrierte oder beantrage Designrechte müssten Kunden teuer bezahlen.

Im Bundestag wird derzeit über den Gesetzesentwurf zur Stärkung des fairen Wettbewerbs mit einer entsprechenden Reparaturklausel beraten (§§ 40a, 73 Abs. 2 DesignG-E). Den Markt für sichtbare Bauteile wie Kotflügel, Motorhauben, Außenspiegel oder Scheinwerfer für freie Hersteller zu öffnen, gilt in der Autobranche als überfällig. In einigen Nachbarländern ist die Liberalisierung bereits umgesetzt. Karosserie-integrierte Ersatzteile sind dort laut BVF bis zu 55 Prozent günstiger als hierzulande.

Das Problem beim deutschen Gesetzesntwurf ist der Bestandsschutz, der die betroffenen Teile zunächst von der Marktliberalisierung ausnehmen und bis zu 25 Jahre weiter schützen soll. Dadruch würde die vom Gesetzgeber gewünschte Marktliberalisierung erst 2045 uneingeschränkt für den gesamten Fahrzeugbestand greifen. Prinzing: "Diese Vorgehensweise ist absolut kontraproduktiv."

Bei seiner Forderung übt der BFV den Schulterschluss mit dem Allgemeinen Deutschen Automobil-Club, dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, dem Gesamtverband Autoteile-Handel sowie der Verbraucherzentrale Bundesverband. Der Bestandsschutz des § 73 Abs. 2 DesignG-E solle für Reparaturzwecke durch eine Stichtagsregelung "auf das verfassungsrechtliche Minimum" gesenkt werden. Auf diese Weise könnten zeitnah Rechtssicherheit und liberaler Wettbewerb geschaffen werden, hieß es. (red)

360px 106px

Mehr

Mehr zum Thema Fuhrparkverband:





Fotos & Videos zum Thema Fuhrparkverband

img

23. Verbandsmeeting des BVF

img

BVF-Meeting 2017

img

18. BVF-Verbandsmeeting

img

Bundesverband Fuhrparkmanagement (BVF)

img

BVF Verbandsmeeting 2016


Ihr Kommentar zum Artikel

© Copyright 2020 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
Bund kompensiert Emissionen aller Dienstreisen

CO2-Ausgleichszertifikate für 347.507 Tonnen

Die Bundesregierung kompensiert ihre Dienstreisen klimaneutral. Dieses Jahr wird dafür deutlich mehr Aufwand betrieben als noch ein Jahr zuvor. Kommendes Jahr könnte...


img
Mobilität der Zukunft

Hamburg will "riesiges Reallabor" werden

In der Hansestadt wollen Wissenschaftler und Praktiker die digitale Mobilität von Morgen im großen Stil erproben. Für die elf Teilprojekte mit rund 30 Partnern stellt...


img
Lieferzeiten bei E-Autos

Die meisten kommen noch dieses Jahr

Lange Zeit mussten E-Autokäufer ewig auf ihren Neuwagen warten. Die Situation hat sich mittlerweile entspannt.


img
Autofusion

Aus Fiat Chrysler und PSA wird "Stellantis"

Fiat Chrysler und PSA haben sich nach ihrer Fusion auf den neuen Namen "Stellantis" geeinigt. Er wird ausschließlich auf Konzernebene als Unternehmensmarke verwendet,...


img
BMW iX3

Elektro-Neustart

BMW geht erneut in die E-Offensive. Den Auftakt dazu markiert der reichweitenstarke und ressourcenschonende iX3. Bald schon sollen weitere Stromer seinem Beispiel...