suchen
Manipulierte VW-Diesel

Verwirrung um mögliche Stilllegung

1180px 664px
Einige Autobesitzer könnten bei vom VW-Dieselskandal betroffenen Fahrzeuge Probleme bekommen.
©

In Deutschland sind Besitzer von rund 2,6 Millionen Autos vom VW-Abgasskandal betroffen – und müssen ihren Wagen in die Werkstatt bringen. Nur wenige tun das nicht und erhalten so kein Software-Update. Was passiert dann eigentlich?

Auf einige Autobesitzer der vom VW-Dieselskandal betroffenen Fahrzeuge könnten Schwierigkeiten zukommen: Per Eilantrag wollen Anwälte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) daran hindern, Daten der Halter noch nicht umgerüsteter Autos an die zuständigen örtlichen Behörden weiterzuleiten. Der Eilantrag sei beim Gericht eingegangen, bestätigte ein Sprecher des Verwaltungsgerichts Freiburg am Mittwoch.

Nach Angaben der Kanzlei Stoll & Sauer soll damit verhindert werden, dass die Behörden noch nicht umgerüstete Dieselautos stilllegen. Ein VW-Sprecher erklärte, die Zahl der betroffenen Autos sei klein. Das Bundesamt teilte mit, sich zu laufenden Verfahren nicht zu äußern.

Hintergrund ist, dass die Halter nach dem vom Kraftfahrtbundesamt angeordneten Rückruf 18 Monate Zeit haben, den Wagen in die Werkstatt zu bringen. Die ersten Benachrichtigungen waren Ende Januar 2016 für den VW Amarok rausgegangen, die Frist endet damit in diesem Monat. Nach Angaben des VW-Sprechers sind 97 Prozent der Amarok-Modelle umgerüstet, insgesamt sei bei 1,82 Millionen von rund 2,6 Millionen in Deutschland betroffenen Autos das Software-Update aufgespielt.

Schätzungen gehen von 150 Autos aus

Die Halter wurden den Angaben zufolge teils mehrfach angeschrieben. Insgesamt geht es Schätzungen nach um höchstens 150 Autos, wobei unklar ist, ob diese noch alle angemeldet und auf der Straße sind.

Nach Angaben der Kanzlei ist es dem Halter eines Amarok derzeit nicht zuzumuten, sein Auto umrüsten zu lassen, weil er gleichzeitig ein Zivilverfahren gegen VW am Landgericht Freiburg führt. Im Rahmen einer Begutachtung solle der Zustand vor und nach dem Update geprüft werden; werde das Update zwangsweise aufgespielt, erschwere dies die Begutachtung.

Laut KBA geht das Bundesverkehrsministerium davon aus, dass Volkswagen "die verpflichtende Umrüstaktion" im Laufe des Jahres abschließt. Das hatte auch der Autobauer mehrfach betont. Grundsätzlich gelte, dass der Rückruf verbindlich sei, teilte die Behörde mit. Nicht umgerüstete Fahrzeuge könnten außer Betrieb gesetzt werden. Je nach Freigabedatum des Software-Updates hätten die Halter aber genug Zeit für die Umrüstung. Nach Ablauf dieser Zeit informiere das KBA die zuständige Zulassungsbehörde, falls ein Fahrzeug noch nicht umgerüstet worden sei. (dpa)

360px 106px

Mehr

Mehr zum Thema Abgas-Skandal:






Ihr Kommentar zum Artikel

© Copyright 2020 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
German Renewables Award 2020

GP Joule unter den Preisträgern

"eFarm" gilt als bislang größtes grünes Wasserstoff-Mobilitätsprojekt in Deutschland. Jetzt wurden die Initiatoren für ihr Engagement ausgzeichnet.


img
Unfallstatistik

Mehr Verkehrstote im Juli

Der Corona-Lockdown hat die Zahl der Verkehrstoten schrumpfen lassen. Im Juli gab es allerdings wieder ein Plus.  


img
ID.4

VWs Crossover-Stromer

Kurz nach dem ID.3 surrt der ID.4 in die Flotten. Das Crossover-Mitglied der Stromerfamilie bietet vor allem Platz, Reichweite und wirkliche Neuerungen an virtuellen...


img
BMW M3/M4

Doppelte Nüstern

Der neue BMW M3 ist dem M4 wie aus dem Gesicht geschnitten. Beide Hochleistungsmodelle haben aber noch mehr gemein als die supergroße Niere.


img
Vorfahrt im Parkhaus

Rechts vor links? Oder nicht?

Auf Parkplätzen und in Parkhäusern kann die Rechts-vor-links-Regel gelten. Muss sie aber nicht. Autofahrer müssen genau hinschauen.