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VW Atlas CrossSport

Kehrseite des Erfolges

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Der VW Atlas CrossSport bleibt dem US-Markt vorbehalten.
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VW bringt ein SUV nach dem anderen auf den Markt. In den USA soll der VW Atlas CrossSport für zusätzlichen Absatz sorgen. Das SUV-Coupé wäre auch für den deutschen Markt denkbar - wenn es da nicht Touareg und Tiguan gäbe.

Von Benjamin Bessinger/SP-X

VW versucht es jetzt auf die schräge Tour – zumindest in den USA. Während die Geländewagen der Niedersachsen hierzulande noch ausschließlich aufrechte Gesellen sind, geht jenseits des Atlantiks in diesen Wochen der Atlas als CrossSport an den Start. Zwei Handbreit kürzer als das Original und mit dem schrägen Heck eines Coupés, will er zum Blickfang werden und den Amerikanern den Kopf verdrehen. Während das Erfolgsmodell bislang vor allem Pampersbomber und People-Mover für Soccer-Mums und die Kinder aus der Nachbarschaft ist, soll er mit der neuen Kehrseite zu Daddys Liebling werden: "Ein Auto, mit dem man sich überall sehen lassen kann", wie ihn US-Chef Scott Keogh beschreibt.

Das gilt übrigens nicht nur für Atlanta oder Oklahoma, das würde dank des spürbar geschrumpften Formats auch in Augsburg oder Offenbach gelingen. Nur dass es soweit nicht kommen wird. Denn was in den USA neben dem noch immer stattlichen Platzangebot das beste Argument ist, das bremst den Riesen bei und völlig aus: der Preis. Mit 31.565 Dollar noch einmal 1.000 Dollar günstiger als der normale Atlas und umgerechnet keine 30.000 Euro teuer, wäre sein Import das Ende des Touareg, und selbst der Tiguan könnte straucheln. So bekommen ihn zwar die Chinesen, wo er mit deutlich mehr Lametta als Teramont X verkauft wird. Doch in Europa vergibt VW mit Rücksicht auf sein heimliches Flaggschiff und die ungebrochenen Premium-Phantasien die Chance, mal wieder ein großes Auto zum kleinen Preis und damit einen echten Volkswagen anzubieten.

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Zwar sieht der CrossSport deutlich schnittiger aus als der normale Atlas, weil die hinteren Kotflügel weiter ausgestellt sind und das sonst so steile und kastige Heck sich jetzt hübsch flach macht, ohne dass der Platz in der zweiten Reihe auch nur ein bisschen und im Kofferraum nennenswert leiden würde. Und weil es für die erste Reihe neben einem aktualisierten Infotainment samt digitaler Instrumente auch neue Sitze mit mehr Seitenhalt gibt, fühlt sich der CrossSport für den Fahrer auch etwas sportlicher an. Doch auf den Highways und Byways entlang der winterlichen Westküste Kanadas erweist gibt auch der CrossSport eher den Cruiser als den Sportler – kein Wunder, bei noch immer knapp fünf Metern Länge und gut und gerne zwei Tonnen Gewicht. Eher Gleiter als Fighter, gibt er lieber den dicken Kumpel für die entspannte Fahrt, der sich durch nichts und niemanden aus der Ruhe bringen lässt.

Eher gemütlich als sportlich

Auch nicht durch die Steigungen hinauf nach Whistler, wo sich der Sea-to-Sky-Highway durch die Küstenberge hinter Vancouver schraubt. So entspannt der CrossSport abgestimmt ist, so sollte auch der Fahrer seien. Denn eilig darf man es mit dem großen VW besser nicht haben: Die 205 kW/280 PS und die 360 Nm des 3,6 Liter großen V6-Motors im Zusammenspiel mit der althergebrachten Wandlerautomatik sind nicht auf schnelle Sprints ausgelegt, sondern auf einen niedrigen Ruhepuls. Mit dem Zwei-Liter-Vierzylinder mit 238 PS und 350 Nm, den es nun genau wie den V6 auch mit Allrad gibt, dürfte das kaum anders sein. Und auch die Abstimmung von Fahrwerk und Lenkung freut eher die Mägen der Familienmitglieder als das Lustzentrum des Fahrers.

Zwar müssen die Europäer auf das dicke Ding mit dem schicken Heck weiter verzichten. Doch haben sie in Wolfsburg Mut gefasst und bringen deshalb auch hierzulande bald buchstäblich frischen Wind in ihre SUV-Palette – und der bläst dann nicht von hinten, sondern direkt von vorne. Denn während des erste SUV-Coupé von VW für Europa noch auf sich warten lässt, gibt es den T-Roc bald als Cabrio.

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