Xyte Mobility: Eine einfache Idee neu belegt

13.03.2026 11:25 Uhr | Lesezeit: 2 min
Xyte Mobility
120 Kilometer weit und maximal 99 km/h schnell soll der Xyte One fahren.
© Foto: Xyte Mobility/Amelie Niederbuchner

Der BMW C1 war Kult und erlebt nun in gewissem Sinne eine Wiederauflage. Nicht von BMW, sondern von den damaligen Köpfen erdacht und auf den Markt gebracht.

Xyte Mobility, ein junges Unternehmen aus München und Starnberg, hat auf der IAA Mobility 2025 erstmals den Xyte One vorgestellt - ein dreirädriges Elektroleichtfahrzeug, das die Wendigkeit eines Rollers mit der Crashsicherheit eines Pkw kombinieren will. Zur Zielgruppe zählen vor allem urbane Nutzer sowie professionelle Flotten, die effiziente, sichere und wartungsarme Mobilitätslösungen suchen. Wir schauen uns den Neuling mal genauer an.

Wer gehört zum Team von Xyte Mobility?

Xyte Mobility wurde von Wolfgang Ziebart gegründet, der zuvor leitende Positionen bei BMW, Continental, Infineon und Jaguar Land Rover innehatte. Das Kernteam umfasst neun Experten mit zusammen mehr als 200 Jahren Branchenerfahrung, darunter frühere Entwicklungs-, Elektronik-, After-Sales- und Vertriebsleiter aus der Automobil- und Motorradindustrie.

Welche persönliche Verbindung hat der Gründer zum Thema Roller?

Ziebart erlebte in seiner Kindheit einen schweren Motorradunfall als Beifahrer. Als BMW-Vorstandsmitglied erlebte er aber auch die Entwicklung des BMW C1 aus nächster Nähe. Beides prägt sein Interesse an sicheren und nachhaltigen Mobilitätslösungen.

Welche Elemente stammen vom BMW C1, und was wurde technisch neu gelöst?

Übernommen wurden das Grundkonzept des überdachten und stets geschützten Fahrzeugs sowie der Einsatz von Anschnallgurten für ein helmfreies Fahren. Neu sind ein Safetyframe aus Aluminiumprofilen, zwei einzeln aufgehängte Vorderräder mit Neigetechnik und breiterer Spur sowie ein elektrischer Antrieb. Diese Maßnahmen verbessern die Fahrstabilität, das Bremsverhalten und das Handling gegenüber dem einspurigen C1 deutlich und ermöglichen nicht zuletzt das Fahren mit einem Pkw-Führerschein.

Wie viele Bestellungen erwartet Xyte Mobility für 2026?

Xyte Mobility rechnet mit Auslieferungen im niedrigen vierstelligen Bereich. Die ersten Fahrzeuge sind reservierbar, Produktionsbeginn war für den Januar 2026 vorgesehen.

Was kostet der Xyte One und wie entwickelt sich der Preis nach der Launch Edition?

Der Einführungspreis für die ersten 500 Fahrzeuge liegt bei 12.900 Euro (brutto) inklusive Vollausstattung. Nach Abverkauf wird ein moderat höherer Listenpreis erwartet; konkrete Werte folgen zum Produktionsstart.

Welche Lieferkosten fallen an?

Für die ersten 500 Bestellungen sind die Lieferkosten inkludiert. Danach gelten regionale Standardgebühren.

Welche Betriebskosten gibt es?

Der Verbrauch liegt laut Xyte bei 6 bis 8 kWh pro 100 km, entsprechend etwa 2,50 bis 5,00 Euro, je nach Stromtarif. Aufgrund des vollelektrischen Antriebs und der geringen Teileanzahl fallen Wartungs- und Verschleißkosten deutlich unterhalb des Pkw-Niveaus an.

Wie ist die Garantie geregelt?

Xyte bietet drei Jahre Fahrzeuggarantie sowie fünf Jahre Batteriegarantie mit einer zugesicherten Restkapazität von mindestens 70 Prozent.

Wie läuft die Logistik?

Die Serienfertigung erfolgt bei und mit Leroad Special Vehicle Co. Ltd. in Jiaxing (China). Der Transport nach Europa, die Pre-Delivery-Inspection und die Auslieferung zu den Servicepartnern übernimmt der Logistikpartner Lagermaxx. Die Übergabe und Einführung für Kunden findet bei von Xyte geschulten Servicepartnern statt.

Welche Komponenten stammen aus Europa?

Aus Europa stammen die Reifen (Pirelli), der Motor (Mavel, UK), alle hochbelasteten Teile wie die Antriebskette, ebenso wie die funktionskritischen Steckverbindungen, unter anderem für das ABS-System. Viele Elektronikkomponenten stammen von Infineon und NXP. Die restlichen Bauteile stammen von etablierten chinesischen Unternehmen. Grundsätzlich spezifiziert und prüft Xyte die Qualität aller Komponenten, unabhängig vom Standort der Zulieferer.

Xyte Mobility
Das Xyte-Team atmet den Geist von BMW und dem legendären C1, der nun neu interpretiert und produziert wird.
© Foto: Xyte Mobility/Amelie Niederbuchner

Wo wird der Xyte One montiert und für Europa angepasst?

Die Endmontage und EU-konforme Konfiguration finden direkt beim Fertigungspartner in China statt. Alle Fahrzeuge werden gemäß EU-Homologation getestet und vorbereitet. Man wirbt mit: Designed in California. Engineered in Germany. Manufactured in China.

Welche Händler unterstützen Xyte und wie sieht das Netzwerk aus?

Über 25 Partnerunternehmen sind bereits eingebunden. In Deutschland bestehen Standorte in München, Berlin, Braunschweig und Stuttgart, ebenso in den großen europäischen Metropolen Paris, Madrid, Barcelona, Mailand und Rom - weitere Regionen in Europa werden sukzessive erschlossen.

Was bedeutet das für deutsche Kunden?

Kunden erhalten Service über die genannten regionalen Partner. Alle Werkstätten werden von Xyte geschult und können Garantie- und Wartungsarbeiten durchführen. So soll sichergestellt werden, dass Reparaturen und Checks lokal möglich sind.

Wie bewertet Xyte die BMW-Studie Vision CE?

Die Studie bestätigt aus Sicht von Xyte das Marktpotenzial geschützter, überdachter Elektroleichtfahrzeuge. Der Unterschied: Der Xyte One ist serienreif und für eine Markteinführung im Jahr 2026 vorgesehen.

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