Ab September versucht Maserati mit dem Ghibli ein Einstiegsmodell weit unter der 85.000-Euro-Marke (netto) zu positionieren. Die neue Business-Limousine startet zu Preisen ab 54.621 Euro (netto).
Erstmals in der fast hundertjährigen Geschichte von Maserati debütiert im neuen Ghibli ein Diesel, den die italienische Motorenschmiede VM Motori beisteuert. Der 3,0-Liter-Sechszylinder leistet 275 PS und stemmt 600 Nm an die Kurbelwelle. Die Kraftübertragung erfolgt wie bei den zwei ebenfalls angebotenen Benzinern über eine Achtgang-Automatik von ZF. Dass Maserati auch bei einem Selbstzünder die Sportlichkeit nicht vernachlässigt, zeigt ein Blick aufs Datenblatt. Der Spurt von null auf 100 km/h gelingt mit der mindestens 1,8 Tonnen schweren Limousine in 6,3 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist bei Tempo 250 erreicht.
Sportwagen-Sound auf Knopfdruck
Fahrwerk und Lenkung sind leistungsgerecht hart ausgelegt, Kurven und enge Kehren ein Vergnügen und die Automatik schaltet bei allen gefahrenen Tempi mühelos und je nach gewähltem Fahrmodus gelassener oder sportiver. Bei aller Sportlichkeit muss man jedoch nicht befürchten, anschließend nur noch über Rücken- und Bandscheiben-Themen referieren zu können. Damit sich die Kunden nicht am fehlenden Wohlklang des Selbstzünders im Vergleich zu den V6-Benzinern stören müssen, greifen die Italiener zu zwei Soundgeneratoren.
Der kleine Bruder des Quattroporte teilt sich nicht nur rund 50 Prozent der Bauteile mit dem Flaggschiff der Marke, sondern auch viele seiner Designvorgaben. Mit seiner langen Motorhaube, dem kurzen Heck sowie der gestreckten Seitenlinie dürfte er unter den Business-Limousinen zu einem Hingucker werden. Etwas kürzer zwar - "nur" 4,97 Meter lang – wirkt der Ghibli auch dank der leicht abfallenden Dachlinie dynamischer. Platz ist dennoch reichlich vorhanden, die Insassen lassen sich auf bequemen Ledersesseln nieder. Selbst für Urlaubsfahrten taugt er. Zwar ist die Luke des Kofferraums etwas schmal geschnitten, das Gepäckteil fasst indes 500 Liter.
Überzeugendes Interieur
Das Interieur überzeugt mit solider Verarbeitung, gut ablesbaren Instrumenten sowie einem großen in der Mittelkonsole platzierten Touchscreen-Display. Die Komfortausstattung bewegt sich auf klassentypischem Niveau. Die Auswahl der Materialien bleibt indes hinter den Vorgaben der deutschen Wettbewerber zurück. Auch hinsichtlich des Angebots an Assistenzsystemen hinken die Italiener der Konkurrenz hinterher. Maserati hat nichts, was über den Tempomat sowie die Rückfahrkamera hinausgeht, im Angebot.
Natürlich setzt Maserati nicht ausschließlich auf die Diesel-Karte. Zwei V6-Triebwerke aus der Zusammenarbeit mit Ferrari stehen ebenfalls zur Wahl. Das zu Preisen ab 66.800 Euro (netto) erhältliche Top-Triebwerk leistet 410 PS und kann wahlweise mit Allrad geordert werden. Zum Jahresbeginn 2014 schiebt Maserati noch einen weiteren Sechszylinder mit 330 PS nach. Dieser ist mit einem Normwert von 9,6 Litern einen knappen Liter sparsamer als sein stärkeres Pendant. Der Preis für den schwächeren Sechszylinder dürfte bei ca. 54.620 Euro (netto) liegen. Für die Leistungshungrigen: Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Italiener den V8 aus dem Quattroporte unter die Haube des Ghibli pflanzen. Genügend Platz dafür ist vorhanden. Und auch beim Dieselangebot werden sie nachlegen. Eine Variante mit mehr Leistung ist in Planung. (sp-x/Elfriede Munsch / red)