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Mobilitätslösungen: Aber bitte im Abo

Digital, flexibel und transparent: So werden Auto-Abos oftmals angepriesen. Cluno gehört zu den bekannteren Anbietern in Deutschland.
© Foto: Cluno

Auto-Abos haben Potenzial. Corona könnte das Leihen, Abonnieren und Mieten von Autos beschleunigen. Nicht nur, weil einige Firmen jetzt an Digitalgeschwindigkeit zulegen – es kann sich auch monetär lohnen.


Datum:
30.04.2020
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Das Benutzen von Dingen anstelle des Besitzens nimmt an Beliebtheit zu. So gaben etwas mehr als 50 Prozent der vom Marktforschungsinstitut puls Befragten an, dass Auto-Abos "wichtiger werden". Aber auch Unternehmen wollen oft flexibel bleiben und Dinge ausprobieren – auch Automobile. Denn drei Jahre Leasing ist nicht jedermanns Sache und kürzere Laufzeiten werden bei diesem Modell des Autonutzens oft teuer erkauft.

So ist nicht immer der Fahrzeugkauf oder das klassische Leasing die beste Option. Vor allem Neuankömmlinge in Probezeit bekommen oft Autos "untergejubelt" die noch im Pool vorhanden sind, und Mitarbeitende, die das Unternehmen verlassen, stehen sich die Reifen platt. Aber auch Lieferverzögerungen bei Neuwagen – nicht nur wegen Corona – bringen Fuhrparks in Bedrängnis. Laut DAT-Analyse haben in den ersten vier Wochen des Lockdowns neben der üblichen Leasingverlängerung 46 Prozent der befragten Fuhrparkverantwortlichen auf Autovermieter zurückgegriffen und lediglich fünf Prozent nutzten Car-Sharing, um mobil zu bleiben.

Unternehmen können profitieren

Die Anbieter von Auto-Abos versprechen für genau diesen Einsatzzweck Flexibilität. Marktteilnehmer gibt es einige. Vive la Car, Cluno und Finn sind eventuell die bekannteren, Carship, Faaren, Kinto-Flex und Carmiga einige andere, die sich das noch kleine Kuchenstück einverleiben möchten. Allen gemein ist, dass sie Autos praktisch zur Miete anbieten – Kinto-Flex hat als Toyota-Ableger ausschließlich diese im Angebot.

Wer beispielsweise ein Kompaktklassefahrzeug sucht, findet bei den meisten Anbietern in der Golfklasse einige Modelle, die sich für 330 bis 500 Euro (brutto) im Monat abonnieren lassen. Oft sind 1.250 Kilometer im Monat inklusive, Mehrkilometer werden mit 20 - 40 Eurocent (brutto) bezahlt. Bei Vive La Car und Faaren sind es Gebrauchtwagen, die beim Vertragshändler stehen. Werden die nicht verkauft, ergibt sich sowohl für Abo-Anbieter als auch für Händler die Chance des Vermietens. Tageszulassungen und frische Gebrauchtwagen mit wenigen Kilometern werden bevorzugt und sind wenige Tage nach der Buchung verfügbar. Kommen sie nach dem Abo zurück – das zwischen vier Wochen und vier Jahren gebucht werden kann –, gehen sie in den Verkauf beim Händler mit meist bessere Chancen, Käufer zu finden. Bei Cluno, Care by Volvo und anderen sind es (häufig) Neuwagen, die teils frei konfiguriert werden können. Neben den monatlichen Abo-Gebühren fallen Spritkosten an, alles andere ist inklusive. Das ist laut puls-Umfrage unter 1.050 Teilnehmenden auch der größte Vorteil am Abo – die Kostentransparenz.

Wer mehr fahren möchte oder kürzere Laufzeiten bevorzugt, zahlt im Verhältnis mehr. Bei Cluno beträgt die Mindestlaufzeit sechs Monate, drei Monate Kündigungsfrist sind ebenfalls nicht ungewöhnlich. Nach sechs Monaten kann getauscht werden. Bei Volvo ist das monatlich möglich – was bei der Befragung 36 Prozent als Plus ansahen. 44 Prozent lobten die Flexibilität des "jederzeit Kündigens".

Also ähnlich wie beim Mieten? Jein. Der Herausgeber des Fachmagazins AUTOHAUS, Hannes Brachat, beschreibt es so: "Vergleichbar mit der Wohnungsmiete bevorzugen immer mehr Kunden die reine Fahrzeugnutzung, […]. Automobiles Eigentum ist offensichtlich zu teuer geworden." Letztes gilt nicht unbedingt für Unternehmen, sollte aber gerade dort mit Blick auf ein Mobilitätsbudget, von dem viele träumen, einige sprechen und das ganz wenige anwenden, berücksichtigt werden.

"Sixt Unlimited" nennt sich eine Extremvariante des Abo-Modells. Dabei geht es darum, immer ein Auto an dem Ort zu erhalten, an dem "man" sich gerade befindet. Für Vielreisende ein Pro-Argument, um Kosten zu minimieren. So ist Sixt Unlimited zwar auf den ersten Blick teurer als der geleaste Dienstwagen oder das Abo-Modell mit einem festen Fahrzeug (das Sixt als "Sixt Flat" anbietet), doch wer häufig lange Distanzen mit dem Flugzeug oder der Bahn überbrückt, benötigt dennoch am Zielort ein Auto, das flexibel eingesetzt werden kann, ohne horrende Zusatzkosten (zum eh geleasten Firmenwagen, der im teuren Parkhaus steht) zu verursachen.

Ideal, um Technologien zu testen

Ein weiterer Pluspunkt des Abos: Technologien wie Plug-in-Hybride ausprobieren. Bei Care by Volvo kostet ein XC40 T3 ab 649 Euro (brutto) im Monat. Beim Diesel sind es 40 Euro mehr. Inkludiert sind 15.000 Kilometer per anno. Nochmals 100 Euro mehr kostet der Plug-in-Hybrid. Care by Volvo bietet unverbindliche 30-Tage-Probe-Abos zum Normalpreis. Gerade Fuhrparkmanager profitieren von der Einfachheit der Abos, die stets online buchbar sind. Es entstehen monatlich Fixkosten, die – solange die Kilometer nicht überschritten werden und keine Schäden (Selbstbeteiligung) eintreten – stets identisch bleiben. Keine Inspektion, keine Steuern, keine Rundfunkgebühren… nur Kraftstoff.

Doch wie bereits erwähnt, treffen Auto-Abos den Nerv der Kunden, das attestiert auch das Beratungsunternehmen Berylls Strategy Advisors. So sagt Jonas Wagner, dass "das Bedürfnis der Kunden nach flexibler, individueller Mobilität generell zunimmt." Als strategische Schlüsselstandorte definieren die Berater Bahnhöfe und Flughäfen, was wiederum Sixt und Co. zum Vorteil gereicht.

So teilen sich aktuell bei den Auto-Abos kleine Start-ups mit etablierten Anbietern den Markt. Kooperationen werden untereinander geschlossen und neue Wege gesucht. Wer die Nase vorn haben wird, ist noch nicht entschieden. Profitieren können aber einige Unternehmen und in den meisten Fällen der Dienstwagenfahrer – ähnlich wie beim Streamen, ob Musik oder Filme. So glaubt auch Jonas Wagner: "Der klassische finanzierte Autokauf […] wird sich künftig immer häufiger gegen Auto-Abos durchsetzen müssen." (mb)

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