Shell hat für den Jahreswechsel erneut einen kräftigen Preisschub an den Zapfsäulen prophezeit. Nach Einschätzung des Mineralölkonzerns werden geplante Änderungen bei der steuerlichen Behandlung von Biokraftstoffen sowie die Anhebung der Mehrwertsteuer zu einer Verteuerung von mindestens sechs Cent je Liter bei Dieselkraftstoff führen. Eine ähnliche Entwicklung sei bei Super- und Normalbenzin zu erwarten. Die verschiedenen Maßnahmen sind noch nicht endgültig beschlossen, sondern im Gesetzgebungsverfahren. Zunächst soll zum 1. August eine Steuer auf Biodiesel eingeführt werden, allerdings zu einem reduzierten Satz von zehn Cent je Liter bei reinem Biodiesel und 15 Cent für beigemischten Kraftstoff (wir berichteten). Am Jahresende soll die Steuerbegünstigung aufgehoben und durch einen Zwang zur Beimischung von Bio-Kraftstoffen ersetzt werden. Bereits sicher ist die Erhöhung der Mehrwertsteuer um drei Prozentpunkte von 16 auf 19 Prozent. Biokraftstoffe haben nach Ansicht des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) und von Shell das Potenzial, künftig einen nennenswerten Beitrag zur Einsparung des klimaschädlichen Kohlendioxids zu leisten. Der Ölkonzern, der nach eigenen Angaben weltweit 2,5 Mrd. Liter Biokraftstoff pro Jahr verkauft, setzt besonders auf die Erzeugung von Sprit aus pflanzlichen Reststoffen. Bislang wurden zumeist Feldfrüchte wie Raps, Weizen oder Zuckerrüben verarbeitet. Werde die gesamte Pflanze genutzt, seien sehr viel höhere Erträge und CO2-Einsparungen möglich, hieß es. (dpa)
Shell: Steuerpolitik treibt Spritpreise hoch
Mineralölkonzern erwartet zum Jahresende eine Verteuerung von Diesel um sechs Cent / Potenzial bei Biokraftstoffen