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Ausgabe 06/2019

Ford elektrisiert dreifach

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© AUTOFLOTTE

Die US-Amerikaner zeigen ihren Ausblick auf die Elektrifizierung. Für den Personenbeförderer Tourneo Custom und den Lastenträger Transit kommen bis 2021 nicht nur Hybride sondern auch Vollstromer.

Gewerbekunden brauchen künftig intelligentere Lösungen für ihre vernetzte Geschäftswelt", ist sich Hans Schep, General Manager Nutzfahrzeuge bei Ford Europa, sicher. "Wir setzen deshalb auf robuste, flexible Fahrzeuge mit kraftstoffeffizienten und elektrifizierten Antrieben. Unser neues Onboard-Modem eröffnet zusätzliche Möglichkeiten bei der cleveren Verwaltung des Fuhrparks."

Schon Ende 2019 kommen die ersten Lösungen auf den Markt, etwa der Tourneo Custom mit neuem Plug-in-Hybrid-Antrieb als Großraumlimousine, 2021 dann die Serienproduktion eines rein batterie-elektrisch angetriebenen Ford Transit. Zudem lanciert Ford die "Pass Pro App", eine neue Wartungsinitiative, die auf die 100-prozentige Einsatzbereitschaft der Nutzfahrzeuge abzielt und dafür auf ein Wartungssystem mit Echtzeitdaten setzt. Die App, die noch in diesem Jahr online geht, wurde speziell für kleine und mittlere Unternehmen entwickelt, um den Einsatz der Fahrzeuge effizienter zu gestalten.

Mild-Hybrid auf Dieselbasis

In der zweiten Jahreshälfte geht der Transit Custom PHEV (siehe Kasten) an den Start. Für Gewerbekunden, die mit ihren Fahrzeugen eher in zähfließendem Stadtverkehr unterwegs sind, offeriert Ford künftig eine Mild-Hybrid-Technologie mit einem 48-Volt-Starter/-Generator. Laut Hersteller soll diese im Kleinbus einzigartige Form der Elektrifizierung die Kraftstoff-Effizienz verbessern und damit die Betriebskosten reduzieren. Ford bietet den sogenannten Eco-Blue-Mild-Hybrid-Antrieb ab Mitte 2019 für den Transit, Transit Custom sowie den Tourneo Custom an. "EcoBlue" heißt konkret, dass moderne 2,0-Liter-Dieselmotoren zum Einsatz kommen. Ford verspricht gegenüber vergleichbaren Transportern mit konventionellem Dieselmotor drei Prozent weniger Verbrauch nach WLTP-Norm - häuft sich der Start-Stopp-Betrieb, etwa bei KEP-Diensten, kann sich der Verbrauchsvorteil nach Erfahrungen bisheriger Tests auf bis zu acht Prozent erhöhen.

Einen funktionsfähigen Prototyp des Transit"Battery Electric Vehicle" (BEV) stellte Ford ebenfalls vor; und will ihn in unterschiedlichen Karosserie-Varianten und mit "konkurrenzfähiger Nutzlast" anbieten. Nach Aussage von Ford ermöglicht der Elektroantrieb "eine Reichweite, die dem praktischen Bedarf im innerstädtischen Einsatz unter allen Wetterbedingungen und über den kompletten Lebenszyklus des Fahrzeugs vollauf entspricht".

Neues Wartungssystem

Das Pass-Connect-Onboard-Modem ist Nutzern aktueller Ford-Modelle bereits ein Begrfff. Auf dieser Basis kommen jetzt weitere integrierte Lösungen dazu, die Fuhrparkbetreibern die Verwaltung ihrer Fahrzeuge erleichtern und die Produktivität erhöhen soll: etwa ein neues Wartungssystem in der zweiten Jahreshälfte 2019.

Ziel ist eine 100-prozentige Einsatzbereitschaft der Nutzfahrzeuge. Anhand der Daten aus Schlüsselbereichen des Fahrzeugs ermöglicht es maßgeschneiderte Inspektionen statt der starren Wartungsintervalle. Zugleich lassen sich Reparaturen rechtzeitig planen. Über eine benutzerfreundliche App lassen sich fortlaufend Statusberichte zu jedem einzelnen Fahrzeug abrufen. Auch die Fahrer werden über den Zustand des Transporters informiert. Vorteil: Anstehende Service- und Wartungsarbeiten können bei einem Werkstatttermin gebündelt erledigt werden. Für Betreiber größerer Flotten liefert Ford Telematics noch in diesem Jahr wichtige Schlüsselzahlen, um auf deren Basis die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen. Das neue Produkt bietet Echtzeit-Informationen, die direkt von den vernetzten Fahrzeugen in der Flotte bezogen und über die sogenannte "Transportation Mobility Cloud 2" von Ford verteilt werden. So erhalten Fuhrparkmanager über eine Desktopanwendung Informationen zum Zustand, zur Effizienz, zur Produktivität sowie zur Fahrzeugsicherheit.

Wie im Vorjahr bereits angekündigt, bietet Ford Data Services großen Flotten die Möglichkeit, ein maßgeschneidertes Datenpaket aus ihren Fahrzeugen über die Cloud zu beziehen und es nahtlos in ihre eigenen Systeme zu integrieren. Genauso intensiv widmet sich Ford den Bedürfnissen von Kleinbetrieben und Selbstfahrern. Viele nutzen bereits die Ford-Pass-App, die auch wichtige Informationen zur Steigerung von Komfort, Sicherheit und Effizienz bietet. Dazu gehören neue Funktionen, wie eine Parkfunktion, mit der man Abstellmöglichkeiten entsprechend der Höhe des Transporters filtern kann.

Noch in diesem Jahr debütiert die neue Ford-Pass-Pro-App für Flotten mit bis zu fünf Fahrzeugen. Diese App beschränkt sich dabei auf essenzielle Funktionen und stellt den Gewerbetreibenden alle notwendigen Informationen und Werkzeuge bereit, mit denen sie sicherstellen können, dass ihre Fahrzeuge einsatzbereit sind.

Noch ein Blick in die Zukunft: Im Januar 2019 unterzeichneten Ford und Volkswagen eine formelle Vereinbarung über eine Allianz im Nutzfahrzeugbereich. Ford soll künftig mittelgroße Pick-ups für beide Unternehmen entwickeln und herstellen, die ab 2022 debütieren. Ford ist dabei auch für größere Lieferfahrzeuge zuständig, während VW-Nutzfahrzeuge für dieses Duo den Bereich der City-Transporter verantworten wird.

Serieller Hybrid-Transit ab 2019

Für emissionsbeschränkte Umweltzonen liefert Ford ab Mitte 2019 den Transit Custom Plug-in-Hybrid (PHEV) - der erste Transporter der Eintonnen-Nutzlastklasse mit zusätzlichem Stromanschluss. Die Vorderräder des Transit Custom PHEV werden ausschließlich vom E-Motor angetrieben. Der bezieht seine Energie aus einer 13,6 kWh großen Lithium-Ionen-Batterie. Die Reichweite im Elektromodus beträgt rund 50 Kilometer. Ein aus dem Pkw-Bereich bekannter Ford-Eco-Boost-Turbobenziner mit einem Liter Hubraum dient als Range Extender, der Strom für die Batterie produziert und so den Aktionsradius auf rund 500 Kilometer erweitern soll.

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