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Ausgabe 07/2016

Kraft aus zwei Herzen

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© AUTOFLOTTE

Als Topmodell der XC90-Baureihe fährt der Plug-in-Hybrid T8 Twin Engine vor. Der Hybridantrieb spielt seinen Verbrauchsvorteil aber nur in bestimmten Situationen voll aus.

_ T8 Twin Engine heißt die Topversion des Schweden-SUVs XC90. Acht Zylinder wie zeitweise im Vorgänger bedeutet das aber nicht, auch hier werkelt der 2,0-Liter-Vierzylinder unter der Haube. Unterstützung erhält der 320 PS starke Benziner aber von einem 87 PS starken Elektromotor, dessen Akkus sich mittels Plug-in-Technik an der Steckdose aufladen lassen.

Karosserie

Der immer siebensitzige T8 Twin Engine ist ein komfortabler Langstreckengleiter. Vorne sowie auf der mittleren Sitzreihe bietet er mehr als ausreichend Platz. Die Sitze der dritten Reihe sind dagegen aus gutem Grund nur für bis zu 1,70 Meter große Passagiere zugelassen. Auch der Gepäckraum kann sich sehen lassen, bis zu 1.816 Liter nimmt der XC90 über die recht hohe Ladekante auf - 52 Liter weniger als die siebensitzigen Verbrenner-Varianten. Der viele Platz kommt nicht von ungefähr, mit 4,95 Metern Länge und 1,96 Metern Breite - mit Außenspiegeln sogar 2,14 Meter - ist der XC90 eine imposante Erscheinung.

Interieur

Innen zeigt sich der XC90 gut verarbeitet, der Twin Engine fällt mit seinem gläsernen Automatik-Wählhebel der schwedischen Glashütte Orrefors auf. Nur wenige Funktionen steuert der Fahrer per Taste, überwiegend erfolgte die Bedienung über den 9,2-Zoll-Touchscreen (Teil des Business-Pakets Pro). An die Bedienlogik gewöhnt man sich schnell, die Steuerung der Klimatisierung könnte über klassische Drehregler jedoch einfacher erfolgen. Bei normalem Licht keine Probleme bereitet die Ablesbarkeit der digitalen Instrumentierung über das 12,3 Zoll große Display hinter dem Volant.

Antrieb

Kommen wir zum Herzstück des XC90 T8 Twin Engine, dem Hybridantrieb. Die Aufgaben sind klar verteilt: Der 320 PS starke Benziner treibt die Vorderräder an, der 87 PS starke E-Motor die Hinterräder. 407 PS leistet der Antrieb insgesamt, bis zu 640 Nm Drehmoment stehen in der Spitze zur Verfügung. Das spürt man: Das große SUV spurtet beim Tritt aufs Gaspedal spontan los, Schluss ist laut Papieren erst bei 230 Stundenkilometern. Wir waren mit bis zu 180 Stundenkilometern unterwegs, und da zeigte der T8 noch eine Menge Dynamik.

Rein elektrisch fährt der T8 Twin Engine laut Datenblatt bis zu 125 Stundenkilometer schnell, im Test sprang der Benziner auf der Autobahn aber bei knapp über 100 Stundenkilometern wieder an. Dennoch: Der große Volvo lässt sich über weite Strecken bequem rein elektrisch bewegen. Das Werk gibt mit der 9,2 kWh starken Hochvolt-Batterie maximal 43 Kilometer elektrische Wegstrecke an, bei uns waren 30 bis 35 Kilometer realistisch. Eine Strecke, die für das abgasfreie Pendeln vielfach ausreicht.

Generell schaltet sich der E-Antrieb kaum merklich zu. Wann und wie oft sein Einsatz gefragt ist, entscheiden auch die wählbaren Fahrmodi Hybrid (Standardeinstellung), Pure (ausschließlich elektrische Fahrt), Power (Leistungsmaximierung beider Antriebe), Save (Stromspar- und Lademodus), AWD und Offroad (Allrad- sowie Geländemodus).

Der Benzinverbrauch in unserem Test hing stark von der jeweiligen Fahrsituation ab. Minimal waren es null Liter beim Stromern in der Stadt, insgesamt flossen während unserer Zeit mit dem XC90 T8 Twin Engine auf 100 Kilometer 12,5 Liter Benzin durch dessen Einspritzdüsen. Bei langen Autobahnfahrten um die Richtgeschwindigkeit waren es etwa 10,8 Liter, auf Fahrten mit 120 bis zu 180 Stundenkilometer verlangte der Schwede im Schnitt 13,7 Liter. Diese absolut gesehen hohen Werte werden durch den Fakt relativiert, dass es sich beim Testwagen um ein leer mindestens 2,3 Tonnen schweres SUV mit 320 PS starkem Benzinmotor handelt. Allerdings zeigen die Werte auch: Seine Verbrauchsvorteile spielt der Plug-in-Hybrid vor allem im Kurzstreckenverkehr aus. Dann wird auch das Reichweitenproblem weniger drängend: Die 60 Liter Tankinhalt des T8 Twin Engine zwingen nämlich auf Langstrecken zum einen oder anderen Tankstopp. Für Fahrten quer durch die Republik bleiben die Diesel-XC90 daher die bessere Wahl.

Preise und Ausstattung

Der XC90 T8 Twin Engine ist kein billiges Vergnügen. Los geht es ab 64.412 Euro im zweithöchsten Ausstattungsniveau Momentum. Die getestete sportliche Variante R-Design steht ab 67.521 Euro in der Preisliste. Dann sind auch Licht- und Regensensor, Infotainment Sensus Connect, Zweizonen-Klimaautomatik, Multifunktions-Lederlenkrad, Einparkhilfe hinten, 20-Zoll-Leichtmetallräder oder elektrische Vordersitze an Bord. Außerdem ist jetzt der Intellisafe Assist Serienstandard, der teilautonomes Fahren bis zu 130 Stundenkilometern erlaubt. Unser Testwagen hatte dieses Feature allerdings noch nicht an Bord.

Mehr Ausstattung gibt es auch in Form zahlreicher Pakete. Darunter für den T8 Twin Engine zwei Business-Pakete. Einmal das Business-Paket mit Digitaler Instrumentierung, Sensus-Navigationssystem und Park Assist Pilot für 1.261 Euro sowie das Business-Paket Pro, das zusätzlich ein Audiosystem von Bowers &Wilkins enthält (3.319 Euro). Für Langstreckenfahrer empfehlenswert: Intellisafe Surround mit Totwinkelassistent, Spurwechsel- und Querverkehrswarnung sowie Heckaufprallabschwächung (504 Euro). Und natürlich Metallic-Lack, der ab 807 Euro in der Preisliste steht.

Details

Stärken & Schwächen

StärkenReibungsloser Betrieb des HybridsystemsKomfortabler LangstreckengleiterGroßzügiges RaumangebotSchwächenGeringe Reichweite auf langen StreckenTeils unhandlich durch Breite und großen WendekreisVerbrauchsvorteil durch E-Betrieb vor allem auf kurzen Strecken

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