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Ausgabe 07/2020

Neu aufgelegtes Sparmodell

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© AUTOFLOTTE

Nüchtern gestaltet, aber grundsolide und sorgfältig verarbeitet, so könnte die Kurzbeschreibung für den VW Transporter T6.1 lauten. Wir haben die aktuelle Version mal getestet.

Eine optische Revolution ist der überarbeitete VW Transporter wahrlich nicht. Schließlich nutzt der "T6.1" weiterhin die technische Basis des Vorgängermodells, das in Grundzügen noch vom 2003 vorgestellten T5 stammt. Die neu gestaltete Frontpartie und veränderte Rückleuchten sind die einzigen Abgrenzungsmerkmale zum Vorgänger. Auch der Innenraum des Kastenwagens ist grundsätzlich bekannt, soll heißen: Nüchtern gestaltet, aber stets grundsolide und sorgfältig verarbeitet. Zudem sitzt man aufgrund der hohen Sitzposition weiterhin eher auf als im T6.1, woran man sich aber schnell gewöhnt.

Ebenfalls schnell zu schätzen lernt man den neu gestalteten Armaturenträger, der weiterhin die VW-typisch rätselfreie Bedienung ermöglicht, beim Thema Ablagemöglichkeiten aber deutlich Verbesserung bringt. Noch mehr freuen dürfte Bulli-Lenker aber, dass VW beim T6.1 endlich über seinen Schatten sprang und den Nutzfahrzeugvarianten nun eine zeitgemäße Serienausstattung mit auf den Weg gibt. Elektrisch verstellbare Außenspiegel, Fensterheber und Zentralverriegelung waren im Transporter bis dato kein Selbstverständnis.

Traditionell im Verhältnis hoch fällt dagegen der Listenpreis des VW aus. Über 2.300 Euro sparen lassen sich aber, wenn man auf den beliebten 150-PS-TDI (ab 31.805 Euro) verzichtet und sich mit der um 40 PS schwächeren Leistungseinstellung dieses nun immer nach Euro-6d-Temp eingestuften Motors begnügt (ab 29.440 Euro). Ähnlich wie sein stärkeres Pendant gibt sich der 110er in der Beschleunigungsphase dröhnig, dafür bringen und halten die 250 Newtonmeter Drehmoment den 2,8-Tonner passabel in Schwung. Zudem bringt der Common-Rail-Vierzylinder durchaus Elastizität mit. Bis hinab auf 1.100 Touren lässt sich die höchste Fahrstufe problemlos nutzen, womit wir aber gleichzeitig beim größten Manko des schwächeren Aggregates wären: Denn hier spendiert Volkswagen dem Fahrer nach wie vor nur fünf Gänge.

Das hat einerseits zur Folge, dass man sich an den sehr kurz übersetzten ersten Gang gewöhnen muss, der sicher den maximal 2,2 Tonnen Anhängelast geschuldet ist. Vor allem aber treibt es die Umdrehungen nach oben. Ab 130 km/h marschiert die Nadel des Drehzahlmessers stramm auf die 3.000er-Marke zu, weshalb sich der "kleine" TDI für allzu häufige Autobahnausflüge lediglich bedingt empfiehlt. Den Verbrauch treibt das allerdings nicht in die Höhe: Äußerst niedrige 6,9 l/100 km Diesel (zuzüglich 0,19 l/100 km Adblue) ließ sich der Testwagen auf der standardisierten Testrunde schmecken - trotz der 700 Kilogramm Ballast im Frachtraum. Womit sich dieser T6.1 zum Sparmodell in doppelter Weise empfiehlt.

Von Autoflotte getestet

+- sehr niedriger Verbrauch- ausreichende Fahrleistungen- einfache Bedienung gute Verarbeitung-- 110-PS-TDI nur mit fünf Gängen- dröhnt bei niedrigen Drehzahlen

VW T6.1 Kasten 110 TDI

Preis ab: 29.440 EuroR4/1.950 cm³ | 81 kW/110 PS | 250 Nm ab 1.250 | 5-Gang | 164 km/h Testverbrauch: 6,9 D; 0,19 Adblue Norm: 6,2-7,2 D | 165-190 g/kmAbgasnorm: Euro 6-d-Temp mit AGR 4.904 x 1.904 x 1.990 mmRadstand: 3.000 mmService: 40.000 kmLadevolumen: 5,8 m³zul. Gesamtgewicht: 2.800 kgNutzlast/Testgewicht: 805 kg/700 kgAnhängelast (gebr.): 2.200 kgAlle Preise netto zzgl. Umsatzsteuer

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