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Borgward-Comeback

"Wir trauen uns was"

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Borgward feiert in Deutschland sein Comeback.
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Die Weichen für den Marktstart in Deutschland der Traditionsmarke Borgward sind gestellt. Ab sofort ist das SUV BX7 TS bestellbar. Und ein bekannter Servicepartner ist auch mit an Bord.

Das Stuttgarter Traditionsunternehmen Borgward hat nach 57 Jahren wieder seinen Betrieb in Deutschland aufgenommen. Ab sofort ist das SUV BX7 TS als Limited Edition erhältlich. Der 37.142 Euro netto teure Turbo-Benziner ist lediglich in einer Ausstattungsvariante zu haben.

Der komplett ausgestatte Allradler verfügt über einen Vierzylinder mit 165 kW / 224 PS und stemmt maximal 300 Newtonmeter an die Räder. In der Probefahrt rund um Stuttgart machte das Fahrzeug eine gute Figur. Der Verbrauch lag etwas über elf Liter Benzin in der hügeligen Landschaft, als der mit 8,9 Litern angegebene Normverbrauch. Das SUV schiebt von unten heraus gut an, könnte aber im Durchzug etwas flotter sein. Insgesamt hat der Motor aber mit dem 1,85-Tonner keine Probleme. Das Sechsgang-Automatikgetriebe vollzieht ruckfrei seine Arbeit, das Fahrwerk bügelt Unebenheiten solide aus. Momentan gibt es den Motor mit einer Euro-6-b-Norm, der bis Ende August in Europa zugelassen werden darf. Ab September soll der Euro-6d-Temp-Motor mit Partikelfilter verfügbar sein.

Die Zentrale ist und bleibt vorerst Stuttgart und nennt sich "Brand Center". Ohne eigene Autohäuser und Werkstätten musste sich Borgward einen kompetenten Servicepartner suchen, zu dem die Kunden ihr Fahrzeuge zur Inspektion oder zur Reparatur bringen können. Dafür haben die Stuttgarter mit ATU eine strategische Partnerschaft geschlossen. "Unsere Kooperation ist ein wichtiger Meilenstein bei unserer Rückkehr nach Deutschland. Mit ATU haben wir den richtigen Partner, mit dem wir unser neues Service-Modell umsetzen können und der uns bei einem erfolgreichen Marktstart unterstützt", sagte Tom Anliker, Senior Vice President, Sale & Service der Borgward Group AG, am Montag.

ATU als Werkstattpartner

"Mit 577 ATU-Stationen in Deutschland stellt Borgward bereits in der Startphase die Versorgung der Kunden mit Serviceleistungen bundesweit sicher. Die exklusive Zusammenarbeit gewährleistet hohe Qualität, etwa beim Service mit der Durchführung für Inspektions-, Reparatur- und Garantiearbeiten nach unseren Herstellervorgaben", so Gerald Lautenschläger, Executive Director Europe Operations bei Borgward. "Rund 90 Prozent aller möglichen Servicefälle können in unseren ATU-Filialen durchgeführt werden", erklärte ATU-Geschäftsführer Service & Technik Andreas Schmidt. Innerhalb des ATU-Netzes sollen acht technische Kompetenzzentren sowie weitere, 30 speziell geschulte Servicestationen eingerichtet werden. In allen anderen 539 ATU-Werkstätten könnten Kunden beispielsweise Reifendienstleistungen und im Laufe des Jahres Service- und Wartungsarbeiten durchführen lassen.

Der Autobauer setzt im Vertrieb auf eine intelligente Verknüpfung von Online- und Offline-Maßnahmen, wobei der Online-Verkauf stark angekurbelt werden soll. Probefahrtenzentren, mobile Verkaufsteams, die Auslieferung direkt zum Kunden und Pop-up-Events sollen für einen guten Start sorgen. Momentan ist das einzige Pop-up in Stuttgart angesiedelt, das bis zum September 2018 zum Showroom umgebaut werden soll. Dann können drei Fahrzeuge aus nächster Nähe angeschaut und bei Probefahrten auf Herz und Nieren getestet werden. Ebenfalls geplant sind Roadshows in mehreren großen Städten.

Wer mit dem Fahrzeug ins Ausland fahren möchte, muss sich über eventuelle Probleme keine Fehler machen. "Ein mit dem ADAC entwickeltes, umfassendes Mobilitäts-Konzept sichert unsere Kunden im europäischen Ausland bestens ab", so Lautenschläger.

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Fahrzeuge stammen aus China

Die Fahrzeuge für Europa werden in China produziert. Darum will Borgward auch einige Fahrzeuge in Deutschland auf Halde stellen, denn niemand kann genau sagen, wie lange sich der Transport über das Wasser hinzieht. Die Lieferzeit nicht vorhandener Fahrzeuge wurde mit ein bis drei Monaten angegeben.

Borgward will in weitere Länder expandieren. 2018 sollen noch Luxemburg und Irland dazu kommen, 2019 sind Niederlassungen in Österreich und der Schweiz geplant und 2020 will man in Spanien, Italien, Frankreich und Portugal Präsenz zeigen.

Was die Modellreihen angeht, so setzt das Traditionsunternehmen in erster Linie auf SUV. Der BX7 TS ist für September 2018 geplant, folgen soll ihm der BX5 im November dieses Jahres. Darüber hinaus ist der Marktstart des BX6 Ende Dezember 2918/Anfang Januar 2019 vorgesehen. Ferner soll noch das Elektro-SUV BXi7 in der zweiten Hälfte 2019 auf den Markt kommen, das im Werk Bremen gebaut werden soll. Ob es noch weitere Autos aus dem Hause Borgward geben wird, ließen die Stuttgarter offen. Dass sie auch andere Autos bauen können, zeigten sie mit dem Konzeptfahrzeug "Isabella" im vergangenen Herbst auf der IAA.

Nun sind die Stuttgarter gespannt, wie die Autos bei den Kunden ankommen. Jedenfalls bleibt der BX7 TS als Limited Edition nicht lange alleine. Er zog währen der Ausfahrt schnell neugierige Blicke auf sich und schon nach kurzer Standzeit bestaunte der ein oder andere das Fahrzeug. "Wow, ein Borgward" war nicht selten zu vernehmen. Ob die Strategie der Stuttgarter aufgeht, in 2022 über ein Drittel der Fahrzeuge online zu verkaufen, wird sich zeigen. Darum gibt es auch bei den Fahrzeugen auch keine Ausstattungsvarianten, wie man es bei anderen Herstellern kennt. Alles oder nichts, so die Devise. "Wir trauen uns was", sagte Lautenschläger zum Abschluss der Fahrveranstaltung. (tm)

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