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Fahrbericht Skoda Octavia Combi

Für alle Fälle

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Formal gehört der Skoda Octavia zur Kompaktklasse.
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Der Skoda Octavia legt in der vierten Generation in vielen Disziplinen zu, um selbst potenzielle Mittelklasse-Käufer zu überzeugen. Außerdem gehört er auch in der neuesten Ausbaustufe zu den Autos mit den vielfältigsten Antriebsvarianten.

Von Patrick Broich

Formal gehört der Skoda Octavia zur Kompaktklasse, basiert auf Volkswagens neuestem modularen Querbaukasten und wird gerne als der tschechische Golf gesehen. Doch mit seiner üppigen Außenlänge von 4,69 Metern und ein paar Zentimetern mehr Radstand als der deutsche Bestseller (2,67 statt 2,64 Meter) wildert er bereits im Mittelklasse-Segment. Die Preise beginnen bei 18.142 Euro netto für den 81 kW / 110 PS starken TSI mit einem Liter Hubraum.

Doch zunächst startet die 1,5 Liter große Benziner-Version (110 kW / 150 PS) zu Netto-Preisen ab 22.411 Euro plus die beiden Zweiliter-Diesel mit 85 kW / 115 PS ab 23.247 Euro sowie der stärkere Selbstzünder (110 kW / 150 PS) ab 25.950 Euro. Die empfehlenswerten Kombi-Varianten schlagen mit 683 Euro Aufpreis zu Buche. In den gemittelten Verbräuchen liegen die derzeit verfügbaren Ausgaben zwischen dreieinhalb und knapp unter fünf Litern Kraftstoff je 100 Kilometer. Optisch greift der Octavia die Formensprache des kleineren Scala auf. Das "Vieraugen"-Gesicht verschwindet, der Kühlergrill wird gefühlt kleiner, und das sogar gegen den Trend. Dafür kommt der Neue eleganter daher und überzeugt durch seinen dezenten Auftritt.

An Komfort zugelegt

Dazu passt der Eindruck, dass der frisch auf den Markt gebrachte Skoda an Komfort zugelegt hat. Nicht nur, dass es dank leicht gewachsener Breite einen Tick mehr Raum gibt, auch um die Dämmung scheinen sich die Ingenieure gekümmert zu haben. Eine Ausfahrt mit dem mittleren Selbstzünder (150 PS) beweist: Es ist noch weniger von den Maschinentönen zu hören als früher. Zur drehmomentstarken Zweiliter-Maschine gesellt sich beim Testwagen das siebenstufige Doppelkupplungsgetriebe, das in dieser Kombination von jeglichen Schaltrucken absieht. Es muss aber auch nicht viel schalten, zumindest bei Alltagsfahrten, auf denen ohnehin nur ein Bruchteil der früh anliegenden Zugkraft (360 Nm ab 1.700 Touren) abzurufen ist. So ganz nebenbei seien Diesel-Skeptiker darauf hingewiesen, dass Skodas neueste Ausgaben im Vergleich zu den Vorgänger-Aggregaten deutlich weniger Stickoxid ausstoßen sollen, was durch doppelte Harnstoff-Einspritzung gewährleistet wird.

Von gänzlich anderem Charakter zeigt sich der leistungsgleiche, aber lediglich 1,5 Liter große Vierzylinder-Benziner. Im Vergleich zum Diesel muss man hier schon hurtig drehen, um das fraglos kultiviert laufende Aggregat angreifen zu lassen. Der mit Zylinderabschaltung versehene und turboaufgeladene Direkteinspritzer könnte unten herum ruhig mehr Kraft vertragen. Kleiner Trost für Kunden, die gerne sportiv unterwegs sind: Durchaus Laune macht die exakte Schalthebel-Führung des serienmäßigen Sechsgang-Getriebes, so dass man mit der Benzinversion Freude auf einsamen Landstraßen haben kann. Von der Zylinderabschaltung in der Teillast bekommt der Fahrer übrigens nichts mit, so geschmeidig geht sie vonstatten.

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Wer dem Antriebsstrang weniger Aufmerksamkeit widmet, dafür aber hohe Ansprüche an das Infotainment stellt, sollte sich das Erwachsenenspielzeug des Tschechen einmal genauer ansehen. Zehn Zoll Display hoch oben auf der Mittelkonsole plus 10,25 Zoll "Virtual Cockpit" ergeben schon über 20 Zoll und bieten Elektronik-Freunden ein kleines Fest. Doch damit nicht genug, es kommt ja auch noch ein vollwertiges Head-up-Display dazu, das seine Informationen in ganzer Farbenpracht in die Windschutzscheibe projiziert und nicht mehr nur in eine kleine Plexiglas-Scheibe wie beispielsweise beim Volkswagen Passat. Nicht, dass diese Lösung unpraktisch wäre, aber so sieht es schicker aus. Vielfältig konfigurierbare Anzeigen fordern allerdings auch die Lernperformance der Kunden, da könnten ein paar Stündchen ins Land gehen, bis die wichtigsten Funktionen im Hirn gespeichert sind. Und natürlich surft der Octavia auf Wunsch im Netz und lässt die Passagiere mit Smartphones ebenfalls hinein - per WLAN.

Von viel Soft-, aber auch Hardware ist das Sicherheitswesen des Octavia geprägt. Zur jüngsten Assistenten-Fertigkeit gehört beispielsweise die Eigenschaft, das Fahrzeug auch in temporär eingerichteten Sonderspuren (beispielsweise gelbe Baustellen-Markierungen) auf Kurs zu halten. Umfangreiche autonome Brems-Funktionen zählen zu den verfügbaren Features.

Schön am Octavia ist, dass er sich in puncto Design nicht nur außen, sondern auch und gerade innen merklich von den Konzernbrüdern absetzt – ein Eindruck, der nicht zuletzt durch die prägnante grüne Hausfarbe (spiegelt sich im Infotainment wider) untermauert wird. Und spätestens nach Erblicken der "Simply Clever"-Lösungen weiß der Kenner, woran er ist: ob Eiskratzer im Tank, Abfalleimer in der Seitentasche oder Regenschirm in der Tür. Der Kofferraum des Combi, in dem man Ladegut mit kleinen Elementen arretieren kann, schluckt übrigens bis zu 1.700 Liter. Praktisch kann der Octavia also auch im aktuellen Jahrgang.

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