suchen
Geplatzter Vergleich

VW-Dieselkunden sollen dennoch Geld bekommen

1180px 664px
Das Musterverfahren gegen VW im Dieselskandal wurde abgebrochen. Kunden sollen trotzdem Geld bekommen.
©

Zuerst Abbruch der Verhandlungen, dann doch das Versprechen von Entschädigungen: Die im Musterverfahren klagenden VW-Dieselfahrer sollen Geld vom Konzern erhalten.

Volkswagen will den klagenden Dieselkunden trotz des geplatzten Vergleichsverfahrens mit Verbraucherschützern eine Entschädigung zahlen. Die bereits ausgehandelten 830 Millionen Euro sollen "auch ohne die Unterstützung des Verbraucherzentrale-Bundesverbands" angeboten werden, teilte das Unternehmen nach einer außerordentlichen Vorstandssitzung am Freitag mit. Über den Schritt des Konzerns hatte zuvor auch das digitale Wirtschaftsmagazin "Business Insider" berichtet.

Kurz zuvor hatte es geheißen, die Gespräche mit dem Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) seien gescheitert. VW störte sich daran, dass eine pauschale Forderung von 50 Millionen Euro Vergütung für die Anwälte des vzbv nicht näher begründet worden war. Das formale Scheitern der Vergleichsverhandlungen dürfe jedoch "nicht zu Lasten der Kundinnen und Kunden gehen", betonte das Unternehmen nach weiteren Beratungen des Managements.

Dieselfahrer, die sich zur Braunschweiger Musterfeststellungsklage angemeldet hatten und die Bedingungen für die Teilnahme an dem Vergleich erfüllen, sollen das ausgehandelte Angebote daher dennoch bekommen. Die Summe pro Kopf könnte bei laut VW zuletzt 400.000 bis 470.000 Anmeldungen zu dem Sammelverfahren zwischen etwa 1.800 bis 2.100 Euro liegen.

Der vzbv vertrat in dem Verfahren um die Musterfeststellungsklage zahlreiche Dieselfahrer, die Schadenersatz für ihre Fahrzeuge mit zu hohen Abgaswerten verlangen. Der Verband gab Volkswagen die Schuld für die gescheiterten Verhandlungen. Die Gespräche seien geplatzt, weil VW kein transparentes, vertrauenswürdiges und für die Verbraucher sicheres System der Abwicklung ermöglichen wollte, sagte vzbv-Chef Klaus Müller in Berlin.

Anfang Januar hatten VW und vzbv erklärt, über eine außergerichtliche Lösung in dem Musterprozess sprechen zu wollen. Beide Seiten nannten dabei das "gemeinsame Ziel einer pragmatischen Lösung im Sinne der Kunden". (dpa)

360px 106px

Mehr

Mehr zum Thema Gericht:






Ihr Kommentar zum Artikel

© Copyright 2020 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
Fiat Tipo Modelljahr 2021

Hochgelegt

Fiat frischt sein Kompaktmodell Tipo auf. Als "Cross" steht zudem eine neue Karosserievariante zur Wahl.


img
"Advanced Battery Storage“

Zweites Leben für Renault-Batterien

Gebrauchte Pkw-Batterien können als Puffer für Energielieferanten dienen, wie zum Beispiel in Elverlingsen. Dort bilden 72 Batterien einen großen Speicher, um bei...


img
VW ID.3

Der neue Stolz aus Wolfsburg

Volkswagen wird elektrisch. Das erste originäre Elektroauto aus Wolfsburg kommt jedoch aus Zwickau und verstärkt für 24 Monate die Redaktionen von Springer Fachmedien...


img
Subaru XV

Modifizierte Optik, mehr Fahrprogramme

Technisch und optisch beschert das neue Modelljahr dem Subaru XV einige Neuerungen. Die betreffen vor allem das Fahrwerk.


img
Unfallstatistik

Kein Corona-Effekt im September

Die diesjährige Unfallstatistik weist einen deutlichen Effekt durch die Corona-Pandemie auf. Doch der vergangene September machte eine Ausnahme.