Nach den Testmärkten sind nun Frankreich und Deutschland an der Reihe: Die chinesischen Autohersteller bauen ihre Position in Europa mit hohem Tempo aus. Laut einer Analyse des Marktforschungsunternehmens Jato sind ihre Zulassungen von gut 50.000 Pkw im Jahr 2020 auf zuletzt fast 700.000 Fahrzeuge gestiegen. Für 2026 erwarten die Experten mehr als 1,3 Millionen Neuzulassungen chinesischer Autos.
Nach Angaben der Marktforscher bieten chinesische Hersteller inzwischen mehr als 200 Modelle in Europa an. Statt wie frühere Newcomer mit einzelnen Modellen langsam zu wachsen, bringen viele Hersteller ihre ganze Modellpalette oder mehrere Marken fast zeitgleich auf den Markt. So startet etwa BYDs Premium-Ableger Denza gleich mit fünf Modellen und will die Palette im kommenden Jahr noch einmal verdoppeln. Wettbewerber Geely holt neben der Volumenmarke Geely fast zeitgleich den Premiumablager Zeekr nach Deutschland, wo außerdem bereits Polestar, Lotus, Smart und Lynk & Co aus dem Konzernportfolio vertreten sind. Hinzu kommt die schwedische Marke Volvo.
BYD Seal U DM-i im Test
Bislang konzentrierte sich das Wachstum der chinesischen Hersteller vor allem auf Länder wie Norwegen, Großbritannien und Spanien. Dort treffen sie auf eine höhere Offenheit gegenüber neuen Marken oder auf weiter entwickelte Märkte für Elektroautos. Die großen Autoländer Deutschland und Frankreich sind laut Jato dagegen noch vergleichsweise wenig erschlossen, dürften aber künftig stärker in den Fokus rücken.
Ein wichtiger Wettbewerbsvorteil der Chinesen bleibt der Preis. Zwar sind die Einstiegsrabatte nach Jato-Angaben zuletzt deutlich gesunken, trotzdem liegen chinesische Hersteller im Schnitt aber noch rund 10 Prozent unter dem Preisniveau etablierter Wettbewerber. Hinzu kommen oft umfangreiche Serienausstattung, moderne Technik und lange Garantien.