Japaner mit bayerischem Herz
Kooperation | Ab dem 15. März wird ein bei BMW eingekauftes 1,6-Liter-Aggregat mit 112 PS den bisherigen Einstiegsdiesel beim Verso ersetzen. Der Neuzugang schlägt sich bei einer ersten Testfahrt ordentlich.
— Nach dem Facelift im vergangenen Jahr hat Toyota nun erneut dezent Hand an seinen Kompaktvan angelegt.
Ab Mitte März wird der „neue Verso“ beim Händler stehen, den nur wenige Details von der aktuellen Version unterscheiden. Konkret wurde der Schaltknauf überarbeitet, der Farbton „Avantgarde-Bronze metallic“ ergänzt die Karosseriefarbpalette, es steht eine neue Generation des Multimedia-Audiosystems Toyota Touch2 zur Verfügung und die beiden großen Dieselmotoren lassen sich mit einem neuen 17-Zoll-Leichtmetallrad ordern. Für das höchste Ausstattungsniveau gibt es nun außerdem optional hellgraue Teilleder-Sitze und Türverkleidungen, ein Reifendruck-Kontrollsystem gehört jetzt zur Serienausstattung.
Turbodiesel mit Start-Stopp | So weit die Randmeldungen. Zentrale Neuigkeit ist der 1,6-Liter-Turbodiesel, den der Importeur nun für den Verso nutzt. Den 112-PS-Selbstzünder hat Toyota bei der BMW Group eingekauft und in die Verso-Landschaft eingebaut – er ist damit das erste sichtbare Ergebnis der bereits seit zwei Jahren andauernden Kooperation der beiden Hersteller. Das spart dem Importeur viel Entwicklungsarbeit und -zeit. 7.000 Verso sollen 2014 in Deutschland verkauft werden, 40 Prozent davon, so erwartet Toyota, macht der neue 1,6-Liter-Diesel aus.
Das Sechsganggetriebe, an das der 1.6 D-4D gekoppelt ist, stammt dagegen nach wie vor aus dem Hause Toyota, eine Automatikversion für den Vierzylinder ist nicht geplant. Nach den Einkäufern waren damit die Techniker des Importeurs an der Reihe: Elektrische Schnittstellen wurden modifiziert, Halterungen entwickelt, ein neues Zweimassenschwungrad konstruiert.
Erstmals gibt es in der Verso-Baureihe mit dem neuen Euro-5-konformen Antrieb auch ein Start-Stopp-System. Unterm Strich landet der 1.6 D-4D damit bei einem theoretischen Verbrauch von 4,5 Litern respektive einem CO2-Ausstoß von 119 Gramm pro Kilometer.
Downsizing | Der eingekaufte Diesel wird hierzulande beim Verso den bisherigen, 20 Kilogramm schwereren 2,0-Liter-Einstiegsdiesel mit 124 PS ersetzen, dessen Verbrauch bei 4,9 Litern lag (CO2: 129 g/km).
Gerade angesichts der um zehn Gramm reduzierten CO2-Emissionen sieht Toyota Chancen, mit dem neuen Diesel auf die Shoppinglisten der Flotten zu kommen. Die Verso-Motorenpalette umfasst auch nach dem Einkauf bei den Münchnern immer noch zwei Benziner und drei Diesel, wobei die Leistungsspanne von 112 bis 177 PS reicht.
Extrem ruhig | Zurück zum 1.6 D-4D: Vom Start weg fällt auf, dass am Geräuschniveau gearbeitet wurde – der Motor fährt sich über alle Geschwindigkeiten weg angenehm ruhig. Schon bei niedrigen Drehzahlen spricht der Motor gut an, dank des erweiterten Drehzahlbands bleiben dem Diesel auch bei hoher Umdrehung Reserven. Das gefällt.
Preispolitik | Der Verso 1.6 D-4D, den es für den Fünf- wie auch für den Siebensitzer gleichermaßen gibt, kostet genauso viel wie der bisherige 2.0 D-4D – mindestens 19.790 Euro. Zwar bringe er weniger Hubraum mit, aber dafür gehöre jetzt ja das Start-Stopp-System zum Aggregat, argumentiert Toyota.
Und: Flottenchefs können laut dem Toyota Geschäftskunden Service von „sehr wettbewerbsfähigen Raten für Leasing, Wartung und Verschleiß im Toyota Service Leasing“ profitieren. So kostet ein Verso 1.6 D-4D Life mit Komfortpaket und Navi (36 Monate/60.000 km) „deutlich unter 300 Euro im Monat“.
Wir sind schon gespannt, wann der erste BMW mit japanischem Herz vorfahren wird – etwa in Form eines Hybridantriebs. Immerhin wollen die beiden Hersteller künftig in den Bereichen Sportwagen und alternative Antriebe weiter zusammenarbeiten. | S. Löw