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Bald möglich: 800 km E-Reichweite

Marcus Hoffmann verantwortet seit gut einem Jahr das B2B- und Gebrauchtwagengeschäft von Stellantis in Deutschland. Autoflotte sprach mit dem gebürtigen Heilbronner - auch über den neuen Opel Astra.


Datum:
04.10.2021
Autor:
Michael Blumenstein
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Herr Hoffmann, Sie sind der Flottenchef bei Stellantis. Skizzieren Sie kurz, für welche Marken Sie verantwortlich sind.

Marcus Hoffmann: Ich bin seit Anfang 2020 in Deutschland verantwortlich für das Flottengeschäft, zunächst von Peugeot, Citroën und DS. Im März 2020 haben wir diese Abteilung mit Opel verschmolzen, aktuell arbeiten wir an der zukünftigen Aufstellung von Stellantis, die kurzfristig "live" gehen soll. Wir haben dann mit unseren Marken Abarth, Alfa Romeo, Citroën, DS Automobiles, Fiat, Fiat Professional, Jeep, Opel und Peugeot ein großartiges Marken- und Produktportfolio, das wir - und das ist aus Kundensicht etwas Einmaliges - unseren Großkunden aus einer Hand anbieten können. Diese Organisation aufzubauen ist eine herausfordernde, aber sehr spannende Aufgabe.

Bedeutet das, dass jede Marke noch eigene Flottenverantwortliche hat?

M. Hoffmann: Klares "Jein". Das ist abhängig von der Flottengröße. Wir arbeiten eng verzahnt mit den Marken, um auf der einen Seite sicherzustellen, dass im lokalen Umfeld der Händler markenspezifisch an der Akquise von vor allem kleinen und mittleren Flotten arbeiten kann. Das wird durch markenspezifische Teams unterstützt. Auf der anderen Seite ist es sehr wichtig, den großen Vorteil unseres Konzern-Produktportfolios auch aktiv beim Fuhrparkentscheider zu platzieren. Das passiert über eine Key-Account-Mannschaft, die schon heute mehrere, zukünftig alle Marken anbieten kann.

In den Flottenzulassungen liegt Opel auf Platz 6, Peugeot auf 13, Fiat auf 14, Citroën auf 16, Jeep auf 25, Alfa auf 31 und DS auf 32. So richtig nach Erfolg sieht das nicht aus. Woran liegt es?

M. Hoffmann: Der Zusammenschluss zu Stellantis ist gerade einmal ein paar Monate her. Dafür haben wir insgesamt gesehen schon viel erreicht. Schauen Sie nur auf die jüngsten Ergebnisse. Aber klar: Es gibt auch Themen, die etwas Zeit brauchen, da erst entsprechende Strukturen geschaffen werden müssen. Wir arbeiten daran, ein stringentes System mit einheitlichen Ansprechpartnern aufzubauen. Das wird helfen, neue Impulse zu setzen. Zudem bringen die Marken von Stellantis spannende neue Modelle auf den Markt, zum Beispiel den neuen Opel Astra und Opel Grandland, den neuen Peugeot 308, das Citroën-Flaggschiff C5 X, den DS 4 oder ab Mitte 2022 den Alfa Romeo Tonale, um nur einige zu nennen, die auch und gerade für das Flottengeschäft von elementarer Bedeutung sind. Besonders helfen wird uns hier die immer größere und sehr schnelle Elektrifizierung unseres Produktportfolios im Bereich Pkw und Nutzfahrzeuge.

Bei welchen Marken sehen Sie die größten Wachstums-Chancen?

M. Hoffmann: Die große Stärke von Stellantis ist nicht nur die schon erwähnte breite Aufstellung mit 14 Marken. Besonders hervorheben möchte ich die Tatsache, dass wir die davon in Deutschland präsenten Marken aus einer Hand anbieten werden. Das macht die Arbeit des Fuhrparkleiters effizienter - während des Kaufprozesses, aber auch während der Vertragslaufzeit. Und die Marken und Modelle sind so gut voneinander differenziert, dass wir gerade in einem User-Chooser-Fuhrpark auch innerhalb eines Segmentes die unterschiedlichsten Kunden- bzw. Fahrerwünsche erfüllen können. Stellantis will im Flottengeschäft in Deutschland auf breiter Front wachsen, und das mit allen Marken. Von besonderer Bedeutung ist da natürlich Opel als urdeutsche Marke mit großer Tradition. Aber auch unsere anderen Volumenmarken haben viel Potenzial im Geschäftskundenbereich. Und vergessen wir dabei nicht unsere leichten Nutzfahrzeuge vom klassischen Diesel über die E-Version bis hin zur Variante mit Wasserstoffantrieb.

Ist es dabei Vorteil oder Hindernis, dass die Technik identisch ist?

M. Hoffmann: Unsere Marken profitieren von der herausragenden Konzerntechnologie. Stellantis hat effiziente und flexible Plattformen im Einsatz, die den Marken die größtmögliche Differenzierung ihrer jeweiligen Produkte erlauben. Und beim Thema Elektrifizierung drücken wir nun richtig aufs Tempo: Bis 2025 wird Stellantis mehr als 30 Milliarden Euro in die Elektrifizierung und Software investieren. Der Konzern wird schon bald Plattformen mit Reichweiten von 500 bis 800 Kilometern und einer Best-of-Class-Schnellladefähigkeit von 32 Kilometern pro Minute bereitstellen. Vier auf reine E-Autos ausgelegte Plattformen, eine skalierbare Familie von drei elektrischen Antriebsmodulen und standardisierte Batterie-Packs, die alle Marken und Segmente abdecken: Alle unsere Marken werden das Werkzeug an der Hand haben, die besten voll elektrifizierten Lösungen ihrer Klasse anzubieten.

Kommen wir zu Opel, der in Deutschland wichtigsten Marke von Stellantis, und zum neuen Astra. Wie wollen Sie diesen ab jetzt auf Erfolg in den Flotten trimmen?

M. Hoffmann: Der Astra ist eines der meistverkauften Modelle der Marke Opel. Entsprechend wichtig ist die neue Generation - vor allem auch, weil der Astra als Plug-In-Hybrid und ab 2023 auch als reine e-Version in das Zeitalter der Elektromobilität fährt. Das ist für einen Flottenbetreiber mitunter ein ganz wichtiges Kaufargument. Der neue Astra wurde vom ersten Federstrich an komplett neu entworfen und entwickelt - in Rüsselsheim, wo er auch produziert wird.

Was kann der neue Astra besonders gut?

M. Hoffmann: Ganz klar die Elektrifizierung. Der Astra ist nun erstmals als Plug-in-Hybrid in zwei Leistungsstufen sowie ein Jahr nach Markteinführung der neuen Generation als batterie-elektrischer Astra-e verfügbar. Zudem steht er für ein starkes, kraftvolles Design mit dem Opel Vizor und optionaler Zweifarblackierung. Ganz wichtig ist auch das neueste Intellilux LED- Pixel-Licht mit nun 84 LED-Elementen pro Scheinwerfer. Und der neue Astra kommt im Innenraum mit der nächsten Generation des volldigitalen Opel Pure Panel-Cockpits.

Welcher Antrieb wird der Flottenfavorit?

M. Hoffmann: Grundsätzlich war dies bislang zwischen Fünftürer und Sports Tourer sehr unterschiedlich, so hatte der Sports Tourer etwa einen wesentlich höheren Dieselanteil. Ich bin fest davon überzeugt, dass vor allem auch die elektrifizierten Varianten in den Fuhrparks hervorragend ankommen werden. Beim Grandland macht der Hybrid aktuell zum Beispiel mehr als ein Drittel der Zulassungen aus.

Was kann der Astra besser als andere in der Kompaktklasse?

M. Hoffmann: Ein starkes Argument ist sicherlich das komplette Antriebsportfolio mit Benziner, Diesel, Phev und reiner e-Version. Dazu kommen ein unverwechselbares Design und eine hervorragende Ausstattung wie das Intellilux LED-Pixel-Licht.

Sie haben bei Seat zuletzt in Barcelona die europäische Flottenstrategie verantwortet. Die Spanier bringen mit Cupra nun neue Vertriebsimpulse in den Markt. Welche der Stellantis-Marken könnte eine ähnliche Rolle als progressiv, jung, mobilitätsorientiert einnehmen?

M. Hoffmann: Ich würde das gar nicht auf eine einzelne Marke reduzieren, denn schon heute hat fast jede unserer Marken Modelle, die diesen Attributen entsprechen. Nehmen wir bei Opel beispielsweise den Mokka-e, bei Fiat den neuen 500-e, bei Peugeot den neuen 308, bei Citroën den neuen ë-C4 - um nur einige Beispiele zu nennen.

Werden die früher "reinen deutschen Premium-Flotten" markenoffener und generell der Fuhrpark breiter durchmischt als es bislang vielerorts der Fall gewesen ist?

M. Hoffmann: Klares Ja. Immer mehr Kunden wissen zu schätzen, dass wir - gerade mit dem jetzt deutlich erweiterten Portfolio - vom Kleinwagen bis SUV und großer Limousine, von Serviceflotte bis Premium User Chooser, von Verbrennungsmotor über Plug-in-Hybrid und batterieelektrisches Fahrzeug und nicht zuletzt unserem breiten, vollständig elektrifizierten Nutzfahrzeug-Portfolio die komplette Fuhrpark-Policy abdecken können. Und das - und das möchte ich nochmals wiederholen - in Zukunft aus einer Hand.

Herzlichen Dank für das Gespräch, Herr Hoffmann.

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