Nach Meinung führender deutscher Wirtschaftsexperten könnte der Preis für einen Liter Normalbenzin auf bis zu 1,30 Euro steigen. "Der Spritpreis kann in den kommenden Wochen wegen der politischen Unsicherheiten weiter steigen, womöglich um über zehn Prozent", erläuterte der Chefvolkswirt der Hypovereinsbank, Martin Hüfner, gegenüber der "Bild am Sonntag". Dies sei u.a. auf Terrorwarnungen aus den USA zurückzuführen, hieß es weiter. So müssten die Deutschen auch dann mit hohen Benzinpreisen weiterleben, wenn der Ölpreis dank höherer Opec-Fördermengen wieder sinken sollte. Konsequenz sei eine weit reichende Verunsicherung der Verbraucher, wird Bernd Gottschalk, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) in der "Welt am Sonntag" zitiert. Die Automobilkonjunktur sei noch nicht so gefestigt, dass sie solche Belastungen wegstecke, es wäre somit ein Wunder, wenn dieses "Verteuerungsszenario" das Kaufverhalten völlig unbeeinflusst ließe, so Gottschalk weiter. Nach Angaben von Mineralölkonzernen lag der durchschnittliche Preis für einen Liter Superbenzin am Freitag bei 1,20 Euro. Diesel kostete in Deutschland zwischen 96 und 97 Cent je Liter. Auch in den USA sehen sich die Konsumenten einem Höhenflug der Spritpreise ausgesetzt: Im Landesdurchschnitt müssen Amerikaner erstmals mehr als zwei US-Dollar für eine Gallone Normalbenzin bezahlen, rund 40 Prozent mehr als vor einem Jahr. (tc)
Benzinpreis: Volkwirte schließen weiteren Anstieg nicht aus
Wirtschaftsexperten sehen Literpreis bei 1,30 Euro / VDA-Präsident Gottschalk: Autoindustrie nicht so gefestigt, dass sie die Belastungen wegsteckt