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Bilanz 2017: Carsharing-Flotten wachsen kaum noch

Mittlerweile gibt es mehr als zwei Millionen Carsharer in Deutschland.
© Foto: Ford

Auf den ersten Blick sieht die Jahresbilanz der Carsharing-Anbieter gut aus. Fast 400.000 neue Kunden hat die Branche voriges Jahr gewonnen. Doch es sind kaum neue Autos hinzugekommen.


Datum:
27.02.2018
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Beim Carsharing wachsen die Flotten der Anbieter nur noch langsam. Die Zahl der angemeldeten Kunden steigt dagegen weiter kräftig, vor allem in den Metropolen bei Unternehmen, die Fahrzeuge ohne feste Stationen ("Free Floating") im Umlauf haben. Zu Jahresanfang 2018 waren 2,11 Millionen Autofahrer bei Carsharing-Anbietern in Deutschland registriert, wie der Bundesverband Carsharing (BCS) in Berlin mitteilte. Das waren 395.000 oder 23 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Allein 315.000 davon gingen auf das Konto von stationsunabhängigen Angeboten, die nun insgesamt 1,58 Millionen Menschen in ihrer Kundendatei haben. Dieses System ist vor allem in den Metropolen verbreitet. Das Fahrzeug steht dort, wo es der vorherige Fahrer abgestellt hat. Der Kunde kann es per Handy orten und buchen.

Unternehmen mit festen Stationen für die Autos zählten im vergangenen Jahr 80.000 Neukunden, insgesamt sind es 535.000 Teilnehmer in diesem Segment. Die stationsbasierten Angebote stockten die Zahl ihrer Autos um 650 auf 10.050 auf (plus 6,9 Prozent). Das liege an ihrer "dynamischen Ausbreitung" in der Fläche, stellte der Verband fest.

Bei den stationsunabhängigen Carsharing-Angeboten kamen lediglich 100 Fahrzeuge hinzu – plus 1,3 Prozent auf 7.900 Autos. Insgesamt standen zum Stichtag 1. Januar 2018 also 17.950 Wagen zur Verfügung. "Das große absolute Kundenwachstum bei den Free-Floating-Angeboten wird fast ohne parallelen Fahrzeugzuwachs umgesetzt", merkte der Verband dazu an. So sei das Verhältnis von Kunden pro Fahrzeug von 173 auf 215 gestiegen. Beim Carsharing mit Stationen kommen 53 Kunden (Vorjahr: 48) auf ein Fahrzeug.

"Wir verlassen die Nische"

Zur Nutzungshäufigkeit und den zurückgelegten Strecken erfasste der Verband keine Daten, wie eine Sprecherin auf Nachfrage sagte. Gemessen an der Zahl der Fahrberechtigten sei Carsharing "nach wie vor ein kleiner Markt", meinte Verbandsgeschäftsführer Gunnar Nehrke. "Aber die Zuwachsraten zeigen, dass wir die Nische verlassen."

Zurzeit haben 677 Städte und Gemeinden mindestens ein Carsharing-Angebot, das sind 80 mehr als Anfang 2017. Damit könnten theoretisch 39,8 Millionen Menschen erreicht werden, hieß es beim Verband. Anbieter ohne Stationen gibt es in 14 deutschen Städten. Nach Angaben des Branchenverbands ist jedes zehnte Auto (10,3 Prozent) in deutschen Carsharing-Flotten eines, das mit einer Batterie fährt oder mit einer Kombination aus Verbrennungsmotor und Elektroantrieb (Plug-in-Hybrid). (dpa)

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