Der Kühlere überlebt

02.07.2003 13:30 Uhr

Warum Klimaanlagen die Unfallgefahr reduzieren aber Darwin trotzdem Recht behält

Nach Charles Darwin lautet die Evolutionstheorie wie folgt: Nur die an die Umwelt gut angepassten Nachkommen haben eine Chance zu überleben. Dieser natürlichen Selektion können wir uns bis heute nicht entziehen, auch der Bundesverband der freiberuflichen und unabhängigen Sachverständigen für das Kraftfahrzeugwesen (BVSK) e.V nicht. Dieser gab vor kurzem bekannt, dass Autos ohne Klimaanlage häufiger in Unfälle verwickelt seien als Fahrzeuge, in denen sie bereits Standard ist. Da die Klimaanlage jedoch bislang als Komfort im Fahrzeug gilt, müssen diejenigen, die ohne fahren, sich den täglichen Gefahren aussetzen, die die Hitze mit sich bringt. Steigende Temperaturen bewirken, dass der Fahrer unkonzentrierter unterwegs ist, darüber hinaus lassen Hitzegrade Aggressionsschwellen sinken und Streßfaktoren steigen, so die Unfallexperten. In solchen Stressmomenten, wo es ums Überleben geht, verlässt sich der Körper nicht auf die Denkfähigkeit. Er schaltet auf Sparflamme und arbeitet instinktiv. Die Konzentration sinkt, etwa beim Autofahrer. Die natürliche Selektion nach Darwin läuft auf Hochtouren Was bedeutet das nun im Zusammenhang? Klimaanlagen im Auto gelten als Luxus, nur wenige Autofahrer können sich diesen in heutigen Zeiten der Sparsamkeit erlauben; die globale Erderwärmung betrifft uns hingegen alle, die Autofahrer ohne Klimaanlage umso mehr und somit sind die steigenden Temperaturen Auslöser für immer mehr Unfälle auf unseren Straßen: Die natürliche Selektion nach Darwin läuft auf Hochtouren. Und da die Ressourcen der Umwelt von Anfang an begrenzt sind (nach Darwin), können folgerichtig nicht alle Artgenossen eine Klimaanlage besitzen. Der BVSK fordert jedoch, dass künftig alle Neuwagen mit Klimaanlage ausgestattet sein sollen – ein Widerspruch zur darwinistischen Theorie der Variabilität, könnten Evolutionstheoretiker meinen. Schließlich sind manche Lebewesen gut an die Umwelt angepasst, andere weniger und genau diese wiederum könnten die Autofahrer ohne Klimaanlage sein. Warum also sollte der BVSK in einen natürlichen Prozess eingreifen, der seit dem Urknall gang und gäbe ist? Denn: Der Mensch ist nicht ganz unschuldig an den steigenden Temperaturen. Immerhin trägt die Produktion sowie das Fahren eines Kfz zum Ausstoß von Kohlenstoffdioxid bei. Die Natur rächt sich nun, jedenfalls an denjenigen, die sich ihr Fahrzeug mühsam abgearbeitet haben und im Endeffekt kein Geld mehr für den Komfort Klimaanlage haben. Der Kreis schließt sich. Darwin lässt grüßen. (sr)

MEISTGELESEN


STELLENANGEBOTE


Assistenz der Aftersales-Leitung(m/w/d) - BMW & MINI

Oldenburg (Oldb);Westerstede;Wiefelstede;Wilhelmshaven;Jever

KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Autoflotte ist die monatlich erscheinende Fachzeitschrift für den Flottenmarkt im deutschsprachigen Raum. Zielgruppe in diesem wachsenden Markt sind die Fuhrpark-Entscheider in Unternehmen, Behörden und anderen Organisationen mit mehr als zehn PKW/Kombi und/oder Transportern. Vorstände, Geschäftsführer, Führungskräfte und weitere Entscheider greifen auf Autoflotte zurück, um Kostensenkungspotenziale auszumachen, intelligente Problemlösungen kennen zu lernen und sich über technische und nichttechnische Innovationen zu informieren.