Mobilität im Wandel
Thorsten Haeser, Vertriebsvorstand der Sixt AG, erläutert die geänderten Bedürfnisse der Fuhrparks.
Die Zeiten ändern sich und damit auch die Ansprüche und Bedürfnisse der Menschen. Auf den Fuhrpark bezogen bedeutet das, Mobilität nicht nur auf geleaste oder gekaufte Firmenwagen zu beschränken, sondern auf einen kosteneffizienten Mix verschiedener Mobilitätsformen zu setzen.
Total Cost of Ownership war gestern. Heute zählt immer häufiger die Total Cost of Mobility, also die Gesamtheit aller Ausgaben, die es aufzubringen gilt, damit ein Mitarbeiter jederzeit von A nach B kommt.
Eine Beobachtung, die auch Thorsten Haeser, Vertriebsvorstand der Sixt AG, immer häufiger bei seinen gewerblichen Kunden macht: „Am Ende geht es darum, Menschen in Unternehmen mobil zu halten. Denn für Unternehmen ist Mobilität nicht Kerngeschäft, sondern wichtiges Mittel zum Zweck.“
Dabei gehe es um eine ganzheitliche Betrachtung. Unternehmen, die teilweise ohnehin lange Leasingverträge scheuten, setzten verstärkt auf die sinnvolle Verknüpfung von Leasing, Langzeitmiete, Kurzzeitmiete oder neuerdings vermehrt auch Carsharing.
Dies hat wiederum allmähliche Auswirkungen auf die Firmenstruktur. „Einige Unternehmen fangen langsam an, organisatorische Veränderungen vorzunehmen und die Bereiche ,Fuhrpark‘ und ,Travel‘ zusammenzulegen“, hat Haeser beobachtet.
Diese Trends will sich die Sixt AG noch stärker als bisher zunutze machen und den Trumpf, sich den Fuhrparks sowohl als Partner für Miete als auch für Leasing anzubieten, im hart umkämpften Flottengeschäft bewusster ausspielen. Das „ganzheitliche Mobilitätsbedürfnis des Kunden“ wollen die Pullacher abdecken und „im Idealfall so aus einer Hand, dass er im Zweifelsfall gar nicht merkt, ob er es mit einer Sixt Leasing oder einer Sixt Autovermietung zu tun hat“, so der Vertriebsprofi Haeser.
Dabei soll die Abwicklung über den Mobilitätdienstleister den Kunden entlasten, ihm soll Arbeit abgenommen werden, was am Ende seine Ausgaben senken kann. Denn bekanntlich schlagen auch die Prozesskosten in erheblichem Maße zu Buche.
Flexible Produkte im Trend
Für diese Herausforderung sieht Haeser die Sixt AG bestens aufgestellt. Schon heute stießen flexible Produkte wie „Car Abo“, das ab Februar „Sixt unlimited“ heißt, und das über Joint Venture mit BMW angebotene Carsharing-Konzept „DriveNow“ auch bei gewerblichen Kunden auf große Resonanz.
Bei „Sixt unlimited“ erhalten Kunden gegen Zahlung einer monatlichen Gebühr an jeder Station in Deutschland und in acht Ländern Europas einen Leihwagen in der gebuchten Klasse und können diesen jederzeit wieder abgeben (ausführliche Meldung auf S. 34). Attraktiv sei dies für Mitarbeiter mit hohem Reiseaufkommen wie Unternehmensberater, die sich am Flughafen die hohen Parkgebühren sparen und am Zielort gleich wieder in ein vollgetanktes Auto steigen können. Ein solcher Mitarbeiter benötige keinen festen Firmenwagen mehr, da er die Garantie habe, immer einen Mietwagen zu erhalten. Zudem könne er am Wochenende ein passendes Auto für private Aktivitäten anmieten. „Der Trend ist sichtbar, dass Sixt unlimited an Attraktivität gewinnt“, resümiert Haeser.
Ein großes Potenzial, auch bei gewerblichen Kunden, sieht Sixt im Carsharing. DriveNow ist in München im Juni und in Berlin Ende September vergangenen Jahres an den Start gegangen. Das Unternehmen verzeichnete schon Mitte November das zehntausendste Mitglied. Damit liege die Nachfrage deutlich über Plan. „Es wächst viel schneller, als wir das erwartet hatten“, sagt Haeser. Hauptsächlich durch Mund-zu-Mund-Propaganda, wie er beteuert.
Wie viele davon gewerbliche Nutzer sind, verrät der Vorstand nicht, doch er sagt, dass DriveNow von Unternehmen vermehrt für Pendelverkehre zwischen zwei Niederlassungen oder Geschäftsterminen innerhalb der Stadt genutzt würde. „Was als Konzept für Privatleute gedacht war, wird auch von Geschäftskunden als Ergänzung zu bestehenden Verkehrsmitteln angenommen“, sagt Haeser.
Deshalb wolle man den Bedürfnissen der Unternehmen, die das neue Carsharing-Angebot nutzen wollen, Rechnung tragen, indem die Autos näher zum Kunden kommen. Hierbei sei es möglich, eine bestimmte Anzahl von Autos, die in München alle innerhalb des Mittleren Rings frei abgestellt werden können, aktiv in der Nähe von Großkunden zu platzieren, damit der Pendelverkehr reibungslos funktioniert.
Seit Januar 2012 ist DriveNow auch in Düsseldorf verfügbar, weitere deutsche Großstädte sollen dieses Jahr folgen. „Wir schauen uns insbesondere solche Städte an, die mindestens 500.000 Einwohner haben“, sagt Haeser. Das gilt auch für internationale Großstädte und Metropolen, in die das Konzept sukzessive exportiert werden soll. M. pruvost