Nissan stellt sich im Bereich Marketing neu auf. Der Importeur trägt damit wohl auch der massiven Kritik der Händlerschaft Rechnung, auch wenn er selbst die größte Produktoffensive in der Geschichte des japanischen Automobilkonzerns als Grund nennt. Bis 2016 wird der japanische Hersteller insgesamt 15 neue Modelle auf den deutschen Markt bringen.
"Diese Flut an neuen Modellen hat uns bewogen, die Direktion Marketing neu zu strukturieren", sagte der Geschäftsführer von Nissan Center Europe, Thomas Hausch am Montag in Brühl. "Wir trennen das Produktmarketing von der Marketing-Kommunikation und verstärken somit klar unseren Fokus auf die Einführung der neuen Modelle." Die neue Direktion Produktmanagement wird dabei erweitert und trägt nun auch die funktionale Verantwortung für das Geschäft mit leichten Nutzfahrzeugen.
Neuer Direktor Produktmanagement ist mit Wirkung vom 1. Dezember 2013 der bisherige Marketingleiter Aymeric Duval. Der 41-Jährige wird sich ausschließlich auf das Produktmarketing konzentrieren. Dazu gehören neben den neuen Modellen, produktbezogenen Incentives, Marketingplanung und Verkaufsförderungs-Programmen nun auch zusätzlich die leichten Nutzfahrzeuge. Die Marketing-Kommunikation wird von Hausch persönlich verantwortet.
"Viel Arbeit für uns und unsere Händler"
"Mit dieser neuen Struktur sind wir gut aufgestellt, um den hohen Anforderungen gerecht zu werden", sagte Hausch. "Diese Produktoffensive bedeutet viel Arbeit für uns und unsere Händler und wird sich positiv auf das zukünftige Geschäft auswirken. Bis zur Einführung der zweiten Generation des Leaf in diesem Sommer hatten wir nahezu drei Jahren keine großen Produkteinführungen. Nun folgen 15 in zweieinhalb Jahren."
Bei der letzten Mitgliederversammlung des Nissan-Händlerverbandes Anfang November in Düsseldorf hatten die Händler die Marketing-Kommunikation ihres Importeurs massiv kritisiert und sich besorgt über die Einführung des neuen Qashqai geäußert, der Anfang 2014 auf den Markt kommen soll: Nachdem schon die letzten beiden Einführungen – des Note und des Micra – nicht zufrieden stellend gelaufen seien, müsse der Qashqai nun zünden, war die Aussage. Hausch will sich nun offenbar persönlich darum kümmern. (dp)