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Opel-Flottenchef Stahl

Der Insignia hat Türen geöffnet

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Aufgrund der positiven Entwicklung 2018 hat Opel-Flottenchef Wolfgang Stahl gut lachen.
© Andreas Liebscher/Opel

Opel-Flottenchef Wolfgang Stahl sieht positiv in die Zukunft. Die Zahlen zeigen in die richtige Richtung und das Modell-Portfolio passt sich an die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden weiter an.

Der Insignia erlebte 2018 eines der größten Comebacks im Flottenmarkt. Plus 45 Prozent und mehr als 10.000 Einheiten. Bleibt dies eine Eintagsfliege oder war der Push vor allem der WLTP-Problematik geschuldet?

Wolfgang Stahl: Der Erfolg hat uns in der Tat sehr gefreut. Und Opel hatte seine Hausaufgaben gemacht und bereits Anfang 2018 ausschließlich WLTP-zertifizierte Fahrzeuge angeboten. Dies hat zusätzliches Vertrauen erzeugt und wesentlich zum Erfolg unseres Flaggschiffs beigetragen. Der Insignia begeistert unsere Kunden aber vor allem durch sportliches Design, Sicherheitsfeatures sowie dem Angebot von Business-Modellen und niedrigen Betriebskosten.

Ist man mit Modellen wie Astra, Insignia und den SUV wieder auf die Shopping-List einiger Großkunden gekommen, die lange keinen Opel kauften?

W. Stahl: Ja, vor allem der Insignia hat uns wieder Türen geöffnet, die wir mit dem Vorgänger nicht so aktiv öffnen konnten. Der Technologiesprung ist weitreichend und die Material- und Verarbeitungsqualität liegen auf hervorragendem Niveau. Zudem ist der Insignia hinsichtlich des Gewichts eines der leichtesten Mittelklassemodelle, was sich in geringen Verbräuchen und auch in niedrigen TCO bemerkbar macht. Der Umgang mit Reifen, Bremsen und Sprit ist schonender als zuvor, das merken Fuhrparks. Aber auch der Astra hat viele Kunden aktiviert. Mit den gleichen Tugenden: leicht, niedrige TCO und Ausstattungsmerkmale, die man bis zum Erscheinen des aktuellen Astra vergebens im Kompaktwagensegment suchte. Schön ist, dass auch immer mehr Kunden von leichten Nutzfahrzeugen (LCV) sehen, dass wir mittlerweile auch dieses Feld beherrschen. So stimmen auch bei unseren LCV die relevanten Parameter wie Betriebskosten, Zuladung, Raumangebot und Sicherheit.

Unser Produkt-Portfolio in Gänze bietet attraktive Lösungen für Groß- und Gewerbekunden und so werden wir immer mehr Fuhrparks für die Marke Opel begeistern.

Was genau sind die Argumente, warum Flotten auf Opel setzen sollten?

W. Stahl: In aller Kürze: Ausstattungshighlights wie AGR-zertifizierte Ergonomiesitze und LED-Matrixlicht, faire Preise, 150 Flottencenter in ganz Deutschland, die die Bedürfnisse von Großkunden kennen und deren Probleme lösen. Unsere Flottencenter zielen auf überregionale, nationale Gewerbekunden und betreuen diese mit hoher Serviceorientierung. Darüber hinaus bieten wir nun auch herstellereigene Serviceangebote für Groß- und Gewerbekunden unter der Marke Free2Move Lease.

Stichwort Free2Move Lease. So nennt sich die Leasingmöglichkeit von PSA, die nun auch Opel nutzen kann. Was ist dabei neu für Opel?

W. Stahl: Unter der Marke Free2Move Lease können wir seit Januar ein herstellereigenes Full-Service-Leasingangebot mit allen für einen Fuhrpark relevanten fahrzeugbezogenen Dienstleistungen anbieten. Ein Angebot, was Kunden seit längerem von uns erwarteten. Unser Free2Move-Team wird sukzessive sein Dienstleistungsangebot ausbauen, was auch Konnektivitäts-Dienstleistungen umfassen wird.

Was erhoffen Sie sich vom neuen Zafira Life, der trotz Namensnähe mit dem ursprünglichen Zafira-Gedanken nicht mehr viel zu tun hat?

W. Stahl: Wir bieten den Zafira Life ab sofort in drei Längen an. Die kleinste Version ist mit 4,60 Metern eine Handbreit kürzer als der aktuelle Zafira - also sehr kompakt - was für die Innenstadt ideal ist. Die längste Version kommt hingegen auf 5,30 Meter. Das Segment, das der Zafira vor mehr als 20 Jahren kreierte, hat sich verändert. Denn seine Kundschaft hat sich verändert. Viel Raum, hohes Sitzen und multimodulare Konzepte bieten heute gute SUV. Und die sind für viele ehemalige Kompakt-Van-Kunden attraktiver geworden. Daher war es der richtige Weg, den Zafira an die Neuzeit anzupassen und ihn noch nutzwertorientierter zu machen. Vans werden heute oft von Firmenwagenfahrern gekauft, die abends oder am Wochenende einige Kinder an Bord haben und daher oft Sportgerät oder sonstiges Gepäck einladen müssen. Was wir aber auch merken, ist, dass geräumige und gut gemachte Vans als mobiler Arbeitsplatz oder Konferenzraum gefragt sind. Der neue Zafira Life ab 32.193 Euro ist unser Zafira 2.0.

Wie differenziert sich Opel gegenüber Peugeot und Citroën im Flottenmarkt, wenn man mit allen drei Marken an einer Ausschreibung teilnimmt?

W. Stahl: Zunächst geht es uns nicht um eine Differenzierung gegenüber unseren Schwestermarken, sondern um die Vorteile, die wir als Opel gegenüber allen Wettbewerbern bieten. Opel ist eine deutsche Marke mit 120-jähriger Tradition und Erfahrung im Automobilbau. Alle unsere Fahrzeuge werden in Rüsselsheim designt und entwickelt. Opel ist darüber hinaus nach wie vor der Hersteller mit dem zweitgrößten Servicenetz in Deutschland, womit wir einen klaren Standort-Vorteil haben. Fuhrparkmanager und Dienstwagenfahrer haben immer einen Servicepartner vor der Tür. Und wir sind nach wie vor einer der wenigen Hersteller, die spezielle Business-Modelle anbieten - serienmäßig mit den von Vielfahrern bevorzugten Optionen. Durch die Preispositionierung haben Dienstwagenfahrer zudem steuerliche Vorteile im Vergleich zu den herkömmlichen Ausstattungslinien mit identischen Optionen, Stichwort: Versteuerung des geldwerten Vorteils. Auch deswegen bestellen rund 40 Prozent der Insignia-Kunden die Business-Edition oder den Business-Innovation.

Was passiert beim Thema CNG, da war Opel stets Vorreiter. Aktuell ist nur der Astra mit CNG am Start? Dabei ist CNG - mit dem richtigen Erdgas an Bord - die sauberste Antriebsart und könnte für einige Flotten eine Ergänzung sein. W. Stahl: CNG-Volumina sind in Deutschland relativ klein, eigentlich war CNG nur in Italien bedeutend. Der Trend geht ganz klar zur E-Mobilität als ergänzendes Konzept zu Benzin und Diesel. Viel entscheidender ist aber aus meiner Sicht, dass ein Hersteller multimodulare Antriebskonzepte beim jeweiligen Modell anbieten kann. Wir setzen diese Logik konsequent um. Noch im ersten Halbjahr 2019 wird der neue Corsa als vollelektrisches Fahrzeug bestellbar sein. Ebenso steht der Grandland X als Plug-in-Hybrid in den Startlöchern. Im nächsten Jahr folgen elektrische Versionen vom Vivaro und vom Mokka-X-Nachfolger. Im Jahr 2021 elektrifizieren wir den Zafira Life und bis 2024 alle Opel-Modelle.

Geben Sie uns einen kleinen Ausblick auf das weitere Jahr 2019.

W. Stahl: Lassen Sie mich zum Schluss etwas zu Opel allgemein sagen: Wir alle sind sehr stolz, dass unser Turnaround-Plan "PACE!" funktioniert, was die sehr guten Geschäftszahlen aus 2018 dokumentieren. Der Bereich Flotte hat hier einen wesentlichen Beitrag geleistet und mein Team ist weiterhin hochmotiviert. Die erwähnten neuen Fahrzeuge werden uns helfen, diesen erfolgreichen Weg weiter zu beschreiten. Denn nur ein erfolgreicher Hersteller wird langfristig ein kompetenter Partner für seine Flottenkunden sein.

Herzlichen Dank für das Gespräch, Herr Stahl!

Interview: mb

Zur Person

- Wolfgang Stahl ist seit Mitte 2018 Direktor Groß- und Gewerbekunden bei Opel in Rüsselsheim. Zuvor war er beim Rüsselsheimer Automobilbauer zwei Jahre verantwortlich für den Bereich "International Fleet Sales, Financial Services und Used Car Management". Bevor Stahl zu Opel kam, war er zehn Jahre für den Daimler-Konzern in verschiedenen internationalen und nationalen Führungsfunktionen im Bereich Vertrieb und Finanzdienstleistungen tätig. Der gebürtige Mönchengladbacher hat mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Automobilindustrie.

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