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Ausgabe 01-02/2020

Elektrisch rollt's am besten

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© AUTOFLOTTE

Peugeot gibt Gas - und zwar beim Thema Elektro. Wir sind den neuen 2008 gefahren als Diesel, Benziner und als Elektroversion. Unterschiede sieht man kaum, dafür sind sie zu spüren.

Rund sieben Jahre war die erste Generation 2008 auf dem Markt. 2013 begann der Mini-SUV-Spaß bei den Franzosen und wurde 2016 leicht aufgepeppt. Jetzt folgt die zweite Auflage und kann dank modularer Plattform sogar elektrisch. Und genau das ist das Ansinnen vom PSA-Konzern - also bei Peugeot, Opel, DS und Citroën und vielleicht bald Fiat und Chrysler. Alles steht segmentübergreifend auf einer variablen Architektur, stets sind bei künftigen Neuentwicklungen Benziner, Diesel und Elektro als Antriebsalternativen verfügbar.

2.000 sollen elektrisch rollen

In Deutschland sollen 2020 nach Möglichkeit wieder rund 18.000 Peugeot 2008 abgesetzt werden, zehn Prozent davon werden laut Peugeot elektrisch rollen. Von diesen rund 2.000 E-Fahrzeugen wird ein Großteil in der Flotte auftauchen, denn eins ist bereits nach den ersten Metern e-2008-Fahren klar: Elektrisch fährt am feinsten. Und genau das passt zum 2008. Das ehemalige Klein-SUV schummelt sich durch seinen Größenwahn (Plus von 14 Zentimetern), klammheimlich in die Kompaktklasse. Der Radstand des 4,30-Meter-Hochbeiners wächst um elf Zentimeter und bringt innen vor allem mehr Platz. Etwas mehr vorne, deutlich mehr hinten. So können vier Erwachsene längere Etappen in dem im westspanischen Vigo produzierten Franzosen zurücklegen und 434 Liter Gepäck (405 l beim e-2008) mitnehmen.

Ein bisschen was fehlt

Ob man sich im 2008 nun wie in der Kompaktklasse oder doch eher in der Kleinwagenklasse fühlt, muss jeder selbst entscheiden. Fakt ist: Details wie TFT-Tacho, adaptives Fahrwerk und sämtliche Assistenzsysteme oder eine Achtgangautomatik sind in der Kompaktklasse Pflicht, und die hakt der 2008 spielend ab. Die Kür, die gerade den etwas extravaganteren Marken - zu denen wir Peugeot zählen - gut zu Gesicht stehen würde, vermasselt er hingegen. Matrixlicht gibt es keins, obwohl nun Opel diese Kompetenz im Konzern abdeckt; mehr als 155 PS sind (bislang) nicht erhältlich, dabei ist das bei vielen Kompakt-Modellen lediglich das PS-Mittelfeld. Doch mit 155 Pferden ist der rund 1,4 Tonnen schwere Verbrenner-2008 behände zu beschleunigen. Der Dreizylinder klingt dabei angenehm und ist dem 131 PS starken 1,5-Liter-Vierzylinder-Diesel überlegen. Schade, dass Peugeot den Top-Benziner an die teure Top-Ausstattung koppelt.

Ganz anders beim e-2008. Den gibt es bereits in der Basisausstattung Active, allerdings zum Preis vom Top-Benziner. Sei's drum, die E-Version überzeugt nicht nur Dienstwagenberechtigte mit minimalen Monatskosten, sie verwöhnt die Insassen auch mit einer neuen Leichtfüßigkeit und astreiner Geräuschkulisse sowie kompaktklassewürdigem Fahrkomfort. Letzteres ist bei den Verbrenner-Versionen nicht in allen Situationen gewährleistet. Dass der 2008 jedoch bei Autobahn-Richtgeschwindigkeit recht turbulent den Wind um die zu stämmigen A-Säulen säuseln lässt und die Lüftung kräftig mit einstimmt, merkt man beim sonst so leisen Elektroauto eher, wenngleich diese Geschwindigkeit eh keine Domäne von E-Fahrzeugen ist. Ansonsten gibt es innen keine Unterschiede. Die GT-Sitze sind prima und eventuell merkt man hier bereits die Sitzkompetenz aus Rüsselsheim. Unter dem Gestühl befinden sich die Batterien, vorne wie hinten, wassergekühlt und mit einer maximalen Ladeleistung von 100 kW befüllbar. Ständig sollte das jedoch nicht gemacht werden - Schnellladen geht auf die Lebensdauer. Der 50-kWh-Akku bringt die Kraft für 136 PS, die der Elektromotor ausspuckt. Drei Modi (Eco bis Sport und 90 bis 136 PS)stehen bereit und können voreingestellt werden. Eco ist unser Favorit und volle Leistung ist beim Kickdown immer vorhanden. Was fehlt, ist das One-Pedal-Driving. Also die Möglichkeit, mit dem Fahrpedal gesteuert, durch den Alltag zu summen und zu bremsen. Peugeot sagt, sie wollen die Kunden nicht überfordern. Wir meinen: vertane Chance. Denn wer sich aufs E-Mobil einlässt - wird das Bremsmoment beim One-Pedal-Driving lieben.

Zehn Prozent fahren elektrisch

Ebenso werden viele 2008-Piloten den Innenraum mögen. Denn dort gibt es schöne Materialien. Ausnahme ist das omnipräsente Hochglanzschwarz, das vor allem kratzempfindlich und staubanziehend ist. Schön? Vielleicht. Ebenso bleibt das 3-D-Digitalcockpit Geschmacksache. Nicht schön sind die hohen Türschwellen, an denen man beim Einsteigen hängen bleibt.

Der 2008 ist als Weltauto konzipiert. Bei uns greifen etwa zehn Prozent zum E, rund 35 Prozent zum 130-PS-Benziner und nur acht Prozent zum Diesel. Die Hälfte wird die sinnvoll geschnürte Ausstattung Allure wählen. "Zukunft entlangweilen" lautet der 2008-Slogan. Vielleicht etwas vollmundig, wenngleich der 2008, egal mit welchem Antrieb, ein sympathisches Kerlchen ist - und elektrisch am besten rollt.

Peugeot 2008 1.5 HDi 130

Preis ab: 25.168 EuroR3/1.499 cm³ | 96 kW/131 PS300 Nm/1.750 U/min | 8-Gang-AT195 km/h | 9,3 s | 4,8 D | 126 g/kmEffizienz: A+

Peugeot e-2008

Preis ab: 29.622 EuroDreiphasen-Permanentmagnet-Synchronmotor | 100 kW/136 PS | 260 Nm 150 km/h | 9 s | Batteriekapazität: 50 kWh | CCS mit bis zu 100 kW | 3-phasig 11kW | Effizienz: A+ 4.300 x 1.770 x 1.550 mm | 405 - 1.467 lWartung: 25.000 km/jährlichGarantie: 2 Jahre/8 Jahre AkkuAlle Preise netto zzgl. Umsatzsteuer

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