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Ausgabe 09/2018

"Erster selbstzündender Benziner"

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© AUTOFLOTTE

Mazda-Flottenkundenchef Stefan Kampa über Modellneuheiten, den neuen Skyactiv-X-Motor und die Ausweitung der Mobilitätsangebote.

_ Herr Kampa, jetzt im September kommt das zweite Facelift des Mazda6. Was hat sich geändert?

Stefan Kampa: Neben dem äußerlichen Erscheinungsbild mit mehr Chrom an der Front hat sich vor allem im Innenraum viel getan. Das Armaturenbrett wurde komplett neu gestaltet und die Materialien sind zum Beispiel durch echte Sen-Holz-Einlagen deutlich wertiger geworden. Außerdem gibt es einen größeren Touchscreen. Antriebsseitig haben wir die Geräuschdämmung nochmals verbessert und die Leistung des Top-Diesels steigt von 175 auf 184 PS. Und natürlich erfüllen die Motoren im Mazda6-Facelift die Euro-6d-Temp-Norm.

_ Der aktuelle Mazda6 ist seit Anfang 2013 auf dem Markt. Wann kommt denn ein ganz neuer Nachfolger?

S. Kampa: Unser Bekenntnis zur Mittelklasse gilt, der Mazda6 Kombi mit Diesel und Automatik ist für uns in Deutschland auch ein extrem wichtiges Flottenauto. Von daher: Ja, es wird einen Nachfolger geben. Wann, kann ich Ihnen heute aber nicht sagen. Jetzt freuen wir uns aber erst einmal auf das überarbeitete aktuelle Modell, mit dem wir mit Blick auf Antriebe, Komfort, Sicherheit und Haptik absolut wettbewerbsfähig sind.

_ Das gilt für alle Mazda-Modelle?

S. Kampa: Für alle Modelle bis auf den Mazda3, der Ende des Jahres von einer neuen Generation abgelöst wird. Dann erfüllt natürlich auch der Mazda3 Euro 6d Temp.

_ Wirkt sich die WLTP-Zertifizierung Ihrer Fahrzeuge noch auf die Lieferfristen und Verfügbarkeit bestimmter Antriebs-Ausstattungs-Kombinationen aus?

S. Kampa: Nein, das Problem hatten wir nicht und haben wir nicht. Es gibt bei Mazda bei keiner Variante längere Lieferzeiten aufgrund der WLTP-Umstellung und wir haben unser Angebot nicht straffen müssen. Auch nicht temporär.

_ Stichwort Mazda3. Wann geht es los mit dem neuen Kompakten?

S. Kampa: Der Vorverkauf des neuen Mazda3 startet noch Ende des Jahres, die ersten Auslieferungen erfolgen voraussichtlich noch im ersten Quartal 2019. Der neue Mazda3 ist ein Modell, das wirklich sehr spannend ist für uns. Es ist der Vorreiter unserer neuen Produktgeneration, die mit neuer Plattform, mit neuen Motoren und einem deutlichen Plus an Konnektivität kommt.

_ Beim Thema Motoren geht es in erster Linie um den sogenannten Diesotto, den selbstzündenden Benziner, richtig?

S. Kampa: Wir werden in unseren Modellen weiterhin die komplette bekannte Palette an Antriebsvariationen haben, also klassische Benziner und Diesel in Form weiterentwickelter Skyactiv-Motoren. Aber richtig: Mit dem Skyactiv-X-Motor, den wir erstmals im neuen Mazda3 anbieten werden, sind wir weltweit der erste Automobilhersteller, der einen selbstzündenden Benzinmotor, von Ihnen jetzt als Diesotto bezeichnet, anbieten wird.

_ Was genau sind die Vorteile des neuen Skyactiv-X-Motors?

S. Kampa: Der selbstzündende Benziner kombiniert die Vorteile aus beiden Welten. Er bietet einen sehr hohen Wirkungsgrad, eine hohe Leistung und ein hohes Drehmoment und kombiniert das mit einem sehr niedrigen Verbrauch. Das bedeutet niedrige CO2-Werte, außerdem haben wir mit dem Skyactiv-X das Problem des Stickoxidausstoßes deutlich gemindert.

_ Planen Sie dieses Mal eine Kombiversion des Mazda3?

S. Kampa: So sehr wir uns im Flottenvertrieb einen Mazda3 Kombi wünschen: Es bleibt bei fünftürigem Schrägheck und der viertürigen Limousine. Wir sind uns aber sicher, dass wir mit dem Skyactiv-X-Motor trotz fehlenden Kombis Flottenkunden erreichen, die eine Alternative zum Diesel suchen.

_ Wird es über die Verbrenner hinaus in Zukunft alternative Antriebe bei Mazda geben, zum Beispiel Hybridantriebe aus der Kooperation mit Toyota?

S. Kampa: Unsere Priorität liegt derzeit auf der Entwicklung und Einführung der Skyactiv-X-Motoren, und das schließt ausdrücklich deren Hybridisierung mit ein. Allerdings kann ich dazu noch keinen konkreten Fahrplan nennen. Anders ist das beim Batterie-Elektroauto: Dessen Einführung planen wir für die zweite Jahreshälfte 2019. Das wird eine eigenständige Modellreihe werden, die wir alternativ aber auch mit einem Wankelmotor und Range Extender anbieten werden.

_ Ist der Mazda CX-8, die Langversion des CX-5, für Europa ein Thema?

S. Kampa: Nein, aktuell planen wir keine Einführung des CX-8 in Europa.

_ Gibt es neue Flottenservices bei Mazda?

S. Kampa: Ja, die gibt es. Mit Mazda Care Plus haben wir unsere Wartungs- und Verschleißpakete auf neue Füße gestellt. Neben den Leasingkunden gibt es diese Pakete nun auch für Barzahler oder Finanzierungskunden. Und weil rund 35 Prozent unserer Geschäfts- und Flottenkunden ihre Autos bar kaufen oder finanzieren, ist das auch eine Bereicherung unseres Flottengeschäfts.

_ Die Langzeitmiete geht nun auch in die nächste Phase. Was genau ist geplant?

S. Kampa: Das Thema Langzeitmiete setzen wir derzeit neu auf. Das wird das aktuelle Produkt, das wir zusammen mit dem Mobilitätsdienstleister Choice anbieten, mittelfristig ersetzen. Weil wir glauben, dass wir den Kunden so aus einer Hand und damit effizienter ansprechen. Mit Choice arbeiten wir dafür an einem zusätzlichen spannenden Mobilitätsprojekt.

_ Das heißt konkret?

S. Kampa: Wir haben vor einem Jahr ein geschlossenes Carsharing-Pilotprojekt in Köln gestartet, und das werden wir jetzt gemeinsam mit Choice weiter ausbauen. Der Fahrzeugpool wird in den kommenden Wochen auf rund 850 Einheiten wachsen und wir werden unter dem Label Mazda Carsharing mit verschiedenen Kooperationspartnern an langfristig 300 Standorten in Deutschland ein stationäres Carsharing-Angebot aufbauen. Der Unterschied zu anderen Anbietern wird sein, dass wir nicht nur in Großstädten, sondern in der Fläche unterwegs sind. Das Booking und die Abrechnung erfolgt über die Mazda-Carsharing-App, die mittlerweile im Apple Appstore und im Google Playstore erhältlich ist. Außerdem werden die Fahrzeuge auch über Flinkster buchbar sein.

_ Und wie entwickelt sich die Nachfrage nach Ihrem Gehaltsumwandlungsmodell, das Sie zusammen mit Athlon anbieten?

S. Kampa: Wir sind ständig in Gesprächen und haben bislang drei Kunden für das Angebot überzeugen können. Es ist durchaus ein langer, überzeugungsintensiver Prozess. Dazu kommt, dass wir bei den Kunden sehr viele verschiedene Bereiche an einen Tisch bringen müssen. Das werden wir weiter tun, denn wir haben eine Erfahrung gemacht: Hat sich der Kunde erst einmal für die Gehaltsumwandlung entschieden, haben alle Beteiligten einen großen Mehrwert.

_ Herr Kampa, herzlichen Dank für das Gespräch.

Interview: Christian Frederik Merten

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