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Ausgabe 06/2018

Furchtloser Pionier

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© AUTOFLOTTE

Mit der zweiten Generation des Leaf verabschiedet sich auch die Reichweitenangst aus dem Vokabular des Stromers. Mit kräftigerem Aggregat und einigen Helferlein an Bord geht's in die nächste Runde.

_ Der Leaf zählt zu den E-Pionieren und wirkt in seiner zweiten Generation zwar in einigen Punkten etwas Altbacken (Display, Cockpit), aber er bleibt ein praxistauglicher Stromer, der dank der deutlich größeren Speicherkapazitäten (40 statt 24/30 kWh) nun je nach Einsatzort zwischen 280 und über 400 Kilometer den Reisebegleiter geben kann. Mehr Power gibt es ebenso: Aus 80 kW werden 110 kW und aus 254 Newtonmeter nun 320 Nm. So wird selbst der Autobahnpart zur Entspannungsfahrt. Aber so richtig Spaß macht er über Land, wenn er kurvenreiche Kilometer mausert, was dank der größeren Batterie nicht mit ständigem Kopfrechnen endet, wenn die Restkilometer schmelzen.

Geladen wird wie gewohnt über das Chademo-System, das bei 50 kW Ladeleistung die Akkus unter einer Stunde wieder auf bis zu 80 Prozent bringt. An der 22-kW-Wallbox dauert der komplette Refresh 8,5 Stunden. Sehr praktisch ist dabei, dass die Ladebuchsen an der Frontpartie neu angeordnet sind und nun mühelos das Andocken der Ladekabel erlauben.

Gut gedämmt

Der Leaf ist nicht nur Leisetreter, sondern auch innen extrem leise. Nochmal 30 Prozent weniger Innengeräusche versprechen die Japaner und man glaubt es auch - so dass er beim Rückwärtsfahren dank des Soundgenerators fast wie ein Lieferwagen im Rückwärtsgang klingt.

Dagegen ist der optische Rückwärtsspiegel, sprich die Rückfahrkamera im Display, etwas klein geraten, und da die breite A- und vor allem die B-Säule auch nach vorn und seitlich einen genaueren Blick nötig machen, braucht es das wachsame Auge.

Retro-Optik

Etwas altbacken wirkt das Display generell und das Lenkrad bleibt überfrachtet. Die neu gestaltete Mittelkonsole bietet indes nun Frachtraum für zwei Getränke und Stauraum. Insgesamt wirkt das Cockpit wertig, aber man sollte mit den Materialien pfleglich umgehen, da die vielen Kanten und Stufen sehr staubfreundlich bleiben, was nach einer typischen Dienstfahrt sichtbar wird.

Nicht sicht-, aber spürbar ist das etwas ruppige E-Pedal, das recht wirksam Bremskraft durch Rekuperationsenergie ersetzt. Das entspannt das Fahren ungemein, auch wenn die Vehemenz der E-Bremse an das Stromer-Duo Citroën Berlingo/Peugeot Partner erinnert. Falls man doch zu entspannt auf den elektrischen Anker wartet, greifen die achtsamen Helferlein ein, die bisweilen recht penibel agieren (Spurhalte-Assistent).

Dennoch ist der teilautomatisierte Pro-Pilot eine Überlegung wert, er ist ab dem zweithöchsten Niveau (N-Connecta; ab 31.471 Euro) Serie. Starten sollte man eh mindestens ab dem Acenta (ab 29.916 Euro), was sinnvolle optionale Features (Winterpaket) und beide Lademöglichkeiten (Mode-3 und Chademo) ermöglicht.

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