suchen
Ausgabe 09/2019

Großer Luxus in klein

1180px 664px

© AUTOFLOTTE

Die fünfte Generation des Renault Clio steht ist ab sofort für mindestens 11.000 Euro bestellbar. Das erscheint teuer? Nunja, 100 Turbo-PS, LED-Scheinwerfer und eine Assistenz-Armada sind stets Serie.

Ohne Zweifel: Der neue Clio ist ein Renault. Dass das zu erkennen ist, ist schön und längst nicht selbstverständlich. Ob einem die markanten und im Falle des neuen Clio nicht mehr ganz so "lauten" C-förmigen LED-Tagfahrleuchten gefallen, muss jeder selbst entscheiden. Auffallen tun sie in jedem Fall und finden sich in Form und Technologie auch an den Rückleuchten wieder. Außergewöhnlich beim Thema Licht: Der Clio kommt stets mit LED-Scheinwerfern. Was bislang nicht einmal in der oberen Mittelklasse standardisiert ist und den Herstellern noch fette Gewinne bereitet, wenn der Kunde das Häkchen setzt, ist beim Clio einfach mal an Bord - sogar in der Basisversion Life, die ab zirka 11.000 Euro bestellbar ist.

Gute Ausstattung serienmäßig

Bleiben wir erst einmal bei der niedrigsten der fünf erhältlichen Ausstattungslinien, denn diese ist bereits umfangreich ausstaffiert. Neben den erwähnten LED-Scheinwerfern gibt es stets einen Tempomat sowie einen Spur-, Notbrems- und Verkehrsschild-Assistent. Das ist stark. Was in jedem Fall fehlt, sind jedoch so rudimentäre Details wie ein Radio und die Klimaanlage. Somit wird man wohl am Ende bei rund 12.000 Euro landen. Dann ist unter der Motorhaube ein Einliter-Dreizylinder mit schmalen 65 PS, der mit den immerhin knapp 1,2 Tonnen Leergewicht Mühe haben dürfte, was jedoch im Stadtbetrieb nicht ins Gewicht fällt.

Reisetauglicher ist in jedem Fall die Einliter-101-PS-Version - das wird der Topseller werden - und der startet ab sofort bei erwähnten 13.800 in der Ausstattungslinie Experience. Ein Turbolader bringt 160 Newtonmeter ins Spiel und wirbelt den 4,05-Meter-Flitzer behände durch die Gegend. Hin und wieder vermisst man den sechsten Gang, was jedoch dem NEFZ-Normverbrauch von schlanken 4,4 Litern nicht entgegensteht. Damit bewegt sich der Dreizylinder-Benziner auf dem Dieselniveau. Gut so, denn einen Selbstzünder wird es im Clio nicht mehr geben - zumindest in Deutschland nicht. Zum Ende des Jahres soll ein Hybrid folgen. Komfortverwöhnte werden sich eher für den 1,3-Liter-Vierzylinder entscheiden. Der laufruhige Motor wird auch in einigen Mercedes- Modellen eingesetzt und macht sich dort ebenso gut wie im Clio, der beim TCe 130 stets an ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe gebunden ist. Eine flinke Kombination, die jedoch mit mindestens 17.723 Euro für den "Intens" ins Geld geht.

Aber Luxus passt zum kleinen Franzosen. Denn der Clio kann opulent, wie das Interieur der oberen drei Ausstattungslinien beweist. Der Kunde hat zum Beispiel die Möglichkeit, sich aus verschiedenen Armaturenbrettfarben die liebste auszuwählen - gepaart mit sauberer Verarbeitung und guter Materialauswahl; er (oder sie) kann ein Volldigital-Cockpit ordern und ein Infotainmentsystem bekommen, das sich optisch nicht vor der Luxusklasse verstecken braucht (das große Display misst 9,3 Zoll, besitzt Navi- und Onlinefunktion, die sogar die Spritpreise der Tankstellen anzeigt). Wer nun meint, dass es das war. Fehlanzeige. Auch audiophile Naturen werden sich mit dem Kleinwagen anfreunden. Bose implantiert dem Zwerg ein ausgefeiltes Soundsystem, das ein ordentliches Timbre in den Raum wirft. Acht Lautsprecher und ein seitlich im Kofferraum platzierter Subwoofer sorgen für: Bose-Bass.

Eng im Fond

Damit die Musik in vollen Zügen genossen werden kann, sollte es in einem Konzertsaal gemütlich sein. Vorn reicht die Bewegungsfreiheit auch für Langgewachsene. Das weiche Gestühl und griffige Lenkrad lassen sich weit verstellen und die Komfortsitze machen einen gesunden Eindruck. Ob das auf Langstrecken auch passt, muss sich noch weisen. Die Ledersitze sind übrigens dezent straffer und etwas ausgeformter. Der Platz auf der Rückbank soll 26 Millimeter mehr Beinfreiheit bieten als bislang - eng ist es immer noch. Und zwar auch dann, wenn der Fahrer den Sitz korrekt eingestellt hat.

Zum Konzertsaal gehört Ruhe. Außer Musik möchte man nichts hören. Das kann der Clio bedingt leisten. Abrollgeräusche der 17-Zoll-Optionsbereifung, Hier und Da ein Poltern beim Überfahren von kurzen Macken im Asphalt und Windgeräusche jenseits von Tempo 130 zeigen, dass man doch in einem Kleinwagen unterwegs ist. Aber selbst da strebt er in Richtung Kompaktklasse.

Die würde sich auch stets gern mit dem Arsenal an Sicherheitsassistenten schmücken können, die der Clio auffährt. Der Franzose hat alles, was einem so spontan zu diesem Thema einfällt. Sogar eine Staufunktion ist im ACC integriert, das verleitet zwar zum Smartphone-Gefummel (Apple Carplay und Android Auto sind an Bord), erhöht aber dennoch die Sicherheit und den Komfort.

So überzeugt der neue Renault Clio vor allem mit seiner Anmutung, den durchaus feinen Materialien, der sauberen Haptik und vielen Details sowie Extras, die in der Kleinwagenklasse außergewöhnlich sind. Dass es den Clio ausschließlich mit Benzinmotoren gibt, lässt sich verschmerzen, denn der Verbrauch ist überschaubar und ein Hybrid in Sichtweite. Unser Favorit ist der quirlige und sparsame TCe 100 in der bald folgenden Business Edition, exklusiv für Gewerbetreibende. Der Clio könnte also auch in Generation Nummer 5 Europas Kleinwagenliebling bleiben. 15 Millionen hat Renault seit 1990 verkauft. Kein Wunder. Denn mehr Auto braucht es oftmals nicht - selbst auf Langstrecken.

Renault Clio TCe 130 EDC RS-Line

Preis: 20.400 EuroR4/1.333 ccm | 96 kW/130 PS 240 Nm ab 1.600 | 7-G-DKG 200 km/h | 9,0 s | WLTP 5,7 D | 129 g/km 4.050 x 1.798 x 1.440 mm 391 - 1.096 LiterEffizienz: BHK | VK | TK: 18 | 21 | 21Wartung: 2 Jahre oder 30.000 kmGarantie: 2 Jahre

Autoflotte-Empfehlung

Renault Clio TCe 100 Business Edition: 1.000 Euro inklusive Klimaanlage, DAB-Radio, Navigationssystem, Parkpilot, Lichtsensor und mehrAlle Preise netto zzgl. Umsatzsteuer

360px 106px



Ihr Kommentar zum Artikel

© Copyright 2019 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
Neuer Golf 8

Zum Erfolg verdammt

Die Erwartungen an ihn könnten kaum höher sein: Der Golf ist seit jeher das «Brot-und-Butter-Modell» von Volkswagen. Nun geht die achte Auflage an den Start. Für...


img
Fahrbericht Nissan Juke II

Immer noch ein Hingucker

Nach neun Jahren startet die zweite Nissan-Juke-Generation. Der Crossover polarisiert nicht mehr ganz so stark und hat sich zum geschmeidigen Klein-SUV gemausert.


img
Flottenkunden

Sixt baut "Mobility as a Service" aus

Künftig bietet der Mobilitätsanbieter den "Mobility as a Service"-Nutzern die Sixt Milo App sowie die Sixt Mobility Visa Card. Damit können die Kunden ihr Budget...


img
Neuer Toyota Yaris

Nummer vier in den Startlöchern

Auf der Tokyo Motor Show, dem Schaufenster für Japans Autoindustrie, feiert Toyota die Premiere des neuen Yaris. Der Kleinwagen fällt kürzer und flacher als sein...


img
Urteil

Werkstatt haftet nicht für Schäden auf Kundenparkplatz

Ein Kfz-Betrieb hatte das Auto eines Kunden auf einem öffentlich zugänglichen Kundenparkplatz abgestellt. Dort wurde es über Nacht von Fremden beschädigt. Geradestehen...