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Portrait Weber Automotive

Mein täglicher Weg zur Arbeit

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© Upixa/Adobe Stock

Beim Automobilzulieferer Weber können alle Angestellten Fahrräder und Pedelecs über das Unternehmen leasen. Viele nehmen das Angebot wahr, obwohl die Nutzer mit Ausnahme der Versicherung alle Kosten tragen.

Weber Automotive hat im Fuhrparkmanagement ein Ziel: Sowohl die beruflichen Vielfahrer wie auch die fahrzeugberechtigten Mitarbeiter mobil zu halten, um vor allem die Dienstreisen flexibel und direkt absolvieren zu können (siehe "Fuhrpark von Weber Automotive"). Zu den Firmenwagen hat nur ein kleiner Kreis Zugang.

Da Mobilität auch für die anderen Mitarbeiter wichtig ist, nahm Carmen Amann, Assistant Managerin der Geschäftsführung bei Weber Automotive, die Idee des Dienstrad-Leasing via Arbeitgeber sofort auf, als der Anbieter Jobrad 2015 die Möglichkeit beim Unternehmen vorstellte. "Durch das Modell kann jeder Mitarbeiter seine Mobilität verbessern, und zwar nachhaltig und umweltschonend", begründet Amann heute. Nach Präsentationen bei der Geschäftsführung und den Belegschaftssprechern hatte sie für die Einführung grünes Licht erhalten. Eine wesentliche Voraussetzung dafür: Das zuständige Finanzamt akzeptierte die Lohnumwandlung und bestätigte, dass zumindest eine rückwirkende Abwicklung nicht stattfinden würde.

Das Bike-Leasing hat dann beim Hersteller von Motorblöcken, Motor- und Getriebekomponenten wie Zylinderköpfe und Getriebegehäuse im Juli 2016 Einzug gehalten. Seither ist Amann nicht nur für die Fuhrparkverwaltung, sondern auch für die Räder zuständig und managt die damit verbundenen Aufgaben - von der Freigabe der Bestellung bis zur Rückgabe.

Das konkrete Dienstrad-Modell

Das Angebot steht allen Mitarbeitern offen, die einen Arbeitsvertrag mit dem Unternehmen haben. Sie dürfen ein Zweirad über eine Laufzeit von drei Jahren leasen. Die monatliche Leasingrate zahlt der Mitarbeiter aus seinem Bruttogehalt. Der Arbeitgeber übernimmt nur die Versicherung. Gleichwohl gibt es Grenzen. Ein Limit ist der Anschaffungspreis von maximal 5.000 Euro brutto pro Rad. Daneben gelten klare Vertragsregeln bei einer Kündigung. Wird diese vom Arbeitnehmer ausgesprochen, muss er das Rad vorzeitig komplett auslösen. "Das wird immer teuer, weshalb wir schon vor Abschluss explizit darauf hinweisen", betont Amann. Parallel ist mit dem Anbieter vereinbart, dass bei Kündigung durch den Arbeitgeber mindestens ein Rad pro Jahr zurückgenommen wird. Laut Amann hat das einmal stattgefunden und gut funktioniert.

Zudem ist eine Inspektion pro Jahr verpflichtend, um Probleme bei einer Rückgabe zu vermeiden. Die Inspektion ist in der Leasingrate enthalten und wird beim Händler durchgeführt, von dem der Mitarbeiter das Rad bezieht. Zu diesem Zweck gibt es jährlich von Jobrad einen Coupon auf digitalem Weg, den der Mitarbeiter ausdruckt und in der Werkstatt einlöst. Dieser Vorgang wird registriert. Wird der Gutschein in einem bestimmten Zeitraum nicht eingelöst, bekommen das Unternehmen und der Leasingnehmer eine Nachricht zur Erinnerung. "Das geschieht allerdings nur ganz selten", betont hier die Räder-Beauftragte.

Nutzung in der Praxis

Nach einer Testphase von etwa drei Jahren am Stammsitz in Markdorf am Bodensee mit seinen rund 500 Mitarbeitern, wurde das Modell im Frühjahr dieses Jahres auf die Standorte in Bernau bei Berlin und Neuenbürg ausgeweitet. Von dort läuft die Beschaffung ebenfalls über die Zentrale. "Wir haben zuerst prüfen wollen, welcher Arbeitsaufwand tatsächlich hinter dem Angebot steht. Nachdem dieser überschaubar ist, haben wir das Modell auf andere Werke ausgerollt", so Amann. "Insbesondere die Handhabung des Online-Tools ist strukturiert aufgebaut und sowohl für die Mitarbeiter, als auch für die Personalabteilung leicht handhabbar. Für Letztere wurde es in SAP eingespielt und adaptiert."

Insgesamt rund 110 Bikes sind inzwischen über das Unternehmen geleast. Diese verteilen sich etwa zur Hälfte auf Fahrräder und die Pedelecs. Den aktuellen Durchschnittswert der Modelle beziffert Amann mit rund 1.800 Euro brutto. Generell kommt das Bike-Leasing bei den Mitarbeitern gut an (siehe Kasten "Benzinkosten senken, Fitness steigern"). Manche leasen gleich zwei Räder. Nur in einem Fall sei es wegen mangelnder Qualität eines Fahrrades zu einer Reklamation gekommen, die mit Hilfe des Dienstleisters gelöst wurde.

Im Sommer sind nun auch die ersten Leasingverträge geendet. "Bisher haben die Mitarbeiter ihre Räder zum Restwert übernommen", sagt die Assistant Managerin. Sie ist allerdings gespannt auf die erste Rückgabe:"Dann sehen wir, wie diese Prozesse in der Praxis laufen."

Intention des Arbeitgebers

Im baden-württembergischen Unternehmen wird das Modell als Motivationsinstrument verstanden, aus dem die Mitarbeiter in allen Bereichen einen Nutzen ziehen können - und zwar breit gefächert vom Produktionshelfer bis zum Geschäftsführer."Und die Nutzer kommen auch aus den unterschiedlichen Abteilungen", erzählt Amann. Der Anreiz zum Radfahren dient außerdem einem weiteren wichtigen Zweck - der Mitarbeitergesundheit."Wenn diese damit ins Geschäft fahren, fängt der Tag gleich besser an." Nicht zuletzt aus diesen Gründen ruft Amann das Angebot jedes Frühjahr den Mitarbeitern via Aushang ins Gedächtnis. Aber auch in den Gesprächen mit Bewerbern wird es als zusätzlicher Vorteil aufgeführt.

Ihre Zwischenbilanz lautet daher: "Das Bike-Leasingmodell hat eine positive Auswirkung auf das Image, auch wenn der Arbeitgeber nur das Angebot zur Verfügung stellt und nur die Versicherung übernimmt: Die Mitarbeiter freuen sich, dass sie über die Lohnumwandlung etwas Steuern sparen und die Möglichkeit haben, ein Rad leasen zu können, das sie sich sonst nicht leisten wollen oder können."

Weber Automotive

Weber Automotive ist ein globaler Fahrzeugzulieferer mit mehr als 1.500 Mitarbeitern an sieben Produktionsstandorten in Deutschland, Ungarn und den USA. Die Baden-Württemberger fertigen Antriebskomponenten für Pkw, Nutzfahrzeuge und Freizeitmobile. Dabei liegt der Fokus auf der Bearbeitung von Motor- und Getriebekomponenten und der Montage kompletter Antriebssysteme.

Fuhrpark von Weber Automotive

- 18 Pool-Fahrzeuge und 11 Dienst-Pkw für Führungskräfte (vor allem Diesel und nur Marken von Kunden)- Pool-Kfz: Audi A4 Avant 2.0 TDI mit 150 PS und Skoda Oktavia 2.0 TDI mit 150 PS; Dienst-Pkw, z. B. 5er BMW, Audi Q5, VW Tiguan, obligatorisch: Rückfahrkamera, Freisprechanlage, Navigationssystem- Festlegung der Dienstfahrzeugberechtigung durch Geschäftsführung, Beschaffung (Einkauf), Verwaltung (Office der Geschäftsführung)- Kfz-berechtigt: Geschäftsführung und 1. Führungsebene wie Einkaufs-, Personal-, IT- und Projektleiter- Full-Service-Leasing (Arval), 3 Jahre mit 20.000 bis 30.000 km p. a.- Service (Tankkarten, Räder/Reifen, Kfz-Versicherung, Schadenmanagement, Wartung), Rückgabe durch Dienstleister und Autohäuser vor Ort- GEZ und Kfz-Steuer intern

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