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Ausgabe 03/2020

Pfiffiger Eigenbrötler

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© AUTOFLOTTE

Der kleinste Mazda wird leicht elektrifiziert, was ihn leiser und sparsamer macht. Auf Tour mit einem eigenwilligen Charmeur.

Ende Januar feierte Mazda sein hundertjähriges Firmenjubiläum. Es mag Zufall oder asiatische Bescheidenheit sein, aber als kleine Kerze auf dem Kuchen platzierte man just in diesen Tagen das Facelift seines Kleinsten - des Mazdas mit der 2 am Ende. Die dritte Generation des Kleinwagens tourt seit fünf Jahren bereits und erhielt nun neben optischen Retuschen auch ein paar Must-Haves der 2020er-Jahre. Und das heißt bullig wie ein SUV, sparsam wie ein Hybrid, (noch) besser als ein E-Modell. Das Wuchtige erhielt der Kleine anhand des großflächigen Wabengrills und einer kantigeren Linie samt geschärfter Leuchten in der Front sowie im Heck. Details, die sich ergänzen, aber den 2 nicht neu definieren.

Zwei Motoren, ein Favorit

So auch beim Motor. Die bisher stärkste Stufe des 1,5-Liter-Vierzylinders wurde kaum nachgefragt und folgerichtig gestrichen, dafür werden beide verbleibenden Ottomotoren mit 75 PS und 90 PS sparsamer. Zumindest nach NEFZ-Lesart. Mit dem serienmäßigen Handschalter liegen beide Motoren bei 4,1 Litern und 94 Gramm Kohlendioxid. Bisher waren es 4,9 Liter und 111 Gramm pro Kilometer. Eine Kombination aus neuen Reifen, die wiederum durch wuchtigere Felgendesigns präsenter wirken, und einem Mildhybrid-System, das beim Anfahren für einen extrem leisen Motor und entscheidende Zehntelliter Verbrauchseinsparung sorgt. Nun gilt Mazda nicht umsonst als eigenwilliger, jetzt mittlerweile Hundertjähriger (Stichwort: Wankelmotor). So hat man als Elektrifizierung eine sanfte 22,5-Volt-Lösung entwickelt, deren Energie ein Kondensator (keine Lithium-Ionen-Batterie) speichert und an den Starter-Generator abgibt. Eine kompakte und kostengünstige Variante für das preissensible B-Segment.

Tolles Matrix-Licht

Umso bemerkenswerter sind Features wie das Matrix-Licht (mit 20 Elementen pro Scheinwerfer, die gerade bei Kurvenfahrten höchst variabel agieren; LED-Scheinwerfer sind Serie) und die Lenkradheizung. Der City-Notbremsassistent wacht über das Geschehen in der Front bis zu einem Tempo von 80 km/h (bislang waren es 30). Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit meldet ein Head-up-Display - noch so eine Mazda-Besonderheit im Kleinwagenumfeld. Darunter fällt sicherlich auch die sechsstufige Wandler-Automatik (der Mildhybrid ist hierfür nicht verfügbar).

Beim Motorenmix sieht Mazda einen eindeutigen Favoriten, der sich auf der ersten Ausfahrt auch bewährt hat: der 90-PS-ler. Extrem leise, mit hoher Elastizität versehen und recht nah am WLTP-Wert (5,8 Liter real bei 5,3 nach WLTP). Gepaart mit der leichtläufigen Sechsganghandschaltung und der exakten Lenkung ergibt sich ein gutes Fahrverhalten, das je nach gewähltem Ausstattungs-Niveau auch im Inneren für Zufriedenheit sorgen wird. Die neuen Sitze beispielsweise richten den Oberkörper etwas gerader auf, was den weiterhin spürbaren Dämpferbewegungen etwas ihre Wucht nimmt.

7-Zoll-Display und App-Navi

Der Innenraum wirkt kleinwagenuntypisch hochwertig. Davon zeugen auch Optionen wie der automatisch abblendende Innenspiegel oder die vier Kameras, die fürs Einparken eine 360-Grad-Rundumsicht ermöglichen. Auf dem Sieben-Zoll-Display (ab Exklusive) navigiert es sich via Apple Carplay oder Android Auto.

Bleibt die Frage nach der goldenen Mitte. Denn der Vier-Meter-Japaner ist auch ohne zu viele Helferlein an Bord ein treuer Begleiter. Mazda sieht deshalb im Kizoku-Sondermodell viel Potenzial. 16-Zöller, Klimaautomatik, Rückfahrkamera und 7-Zoll-Infotainment-Display werden dabei zum knapp 16.000-Euro-Paket geschnürt. Alternativ spendiert man sich zum 90-PS-Ottomotor die Exklusive-Line (ab 15.370 Euro), den Metalic-Lack (462 Euro) und das Touring-Paket (748 Euro), dann stehen 16.580 Euro im Konfigurator.

Dafür ist das Facelift technisch nicht nur auf der Höhe der Zeit, sondern ihr in vielen Bereichen auch etwas voraus. Denn der Mazda 2 ist jetzt bereits Euro-6d-rein, was erst im kommenden Jahr Pflicht wird - auch ein kleines Geschenk für die Hundertjahrfeier.

Mazda 2 Skyactiv-G 90 M Hybrid

Preis ab: 14.193 EuroR4/1.496 cm³ | 66 kW/90 PS 148 Nm/4.000 U/min | 6-Gang 183 km/h | 9,8 s | WLTP 5,3 S | 120 g/km 4.065 x 1.695 x 1.495 mm 280 - 950 LiterEffizienz: A | Euro 6dHK: 16 | VK: 21 | TK: 23Wartung: 12 Monate oder 20.000 kmGarantie: 3 Jahre/100.000 km

Autoflotte-Empfehlung:

Exklusive-Line: 15.370 EuroMetallic-Lack: 462 EuroTouring-Paket: 748 Euro

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