suchen
Ausgabe 03/2018

Unaufgeregt solide

1180px 664px

© AUTOFLOTTE

Opels neues Top-SUV Grandland X ist der zweite Rüsselsheimer mit Peugeot-Genen. Im Alltag schlägt er sich als bodenständiger Begleiter.

_ Opel und das Thema SUV - da kann man ohne Zweifel von einer Beziehung mit Höhen und Tiefen sprechen. Mit der Isuzu-Kontruktion Frontera gehörten die Rüsselsheimer Anfang der 1990er ganz klar zu den Wegbereitern des Segments. Dann zog man sich ohne Not aus dem Boom-Markt zurück und konnte auch mit dem Frontera-Enkel Antara keinen Boden gutmachen. Die Wende schaffte der Mokka X, als neueste Modelle ergänzen der Crossland X und Grandland X die SUV-Range von Opel. Wie sich das neueste und größte Opel-SUV Grandland X in der Praxis schlägt, haben wir getestet.

Das Testauto

Drei Motoren bietet Opel für den Grandland X an: einen 130-PS-Benziner und zwei Diesel mit 120 und 177 PS. Uns diente der kleinere Selbstzünder als Testexemplar, als Business Innovation mit Sechsgangschalter ab 27.702 Euro. Als zweitbeste Ausstattung fährt er unter anderem mit Spurhalte-, Totwinkel- und Verkehrsschildassistent, beheiztem Multifunktions-Lederlenkrad, Einparkhilfe vorn und hinten, Radio mit Sieben-Zoll-Touchscreen, 18-Zoll-Leichtmetallrädern, Frontkollisionswarner, Zweizonen-Klimaautomatik, schlüssellosem Zugang, elektrischer Heckklappe, Sitzheizung vorn, Onstar-Telematik und Windschutzscheibenheizung vor. Zusätzlich zur regulären Innovation-Ausstattung sind außerdem unter anderem AGR-Sitze vorn, adaptives LED-Licht, Nebelscheinwerfer oder das Paket "Park & Go Premium" unter anderem mit 360-Grad-Kamera, automatischem Parkassistenten und Navi an Bord.

Karosserie

Technisch basiert der Grandland X auf dem Peugeot 3008, beim Design geht Opel aber eigene Wege. Das Design ist dynamisch-modern, aber deutlich weniger progressiv als das des französischen Konzernbruders. Einen gelungenen optischen Kontrast setzt das - regulär nur in der Topvariante Ultimate erhältliche - schwarze Dach. Ansonsten kommt der Grandland X mit sehr breiten D-Säulen vorgefahren mit entsprechenden Auswirkungen auf die Sicht nach schräg hinten. Auffällig war außerdem die relativ hohe Ladekante. Dahinter verbrigt sich jedoch ein Kofferraum, der auch für die große Reise taugt.

Interieur

Auch innen grenzt sich der Grandland X deutlich von seinem Technikspender 3008 ab. Wo der Franzose futuristisch-extrovertiert auftritt, kommt der Deutsche im modernen, aber doch nüchternen Stil daher, inklusive optimaler Bedien- und Ablesbarkeit. Nur an Details wie der Außenspiegel-Verstellung blitzen Peugeot-Teile durch, auch die - manchmal hakende - Bordcomputer-Drehregelung im Blinkerhebel ist löwentypisch. Grundsätzlich macht der Grandland-Innenraum einen soliden Eindruck, nur kleine Qualitätsmacken wie die sperrig zu öffnende Schublade links neben dem Lenkrad oder die immer wieder selbst öffnende Klappe zum Wireless Charging hinter dem Schalthebel trüben den Eindruck.

Antrieb

Etwas Schwung braucht der Diesel, bis er auf der Autobahn in Fahrt kommt. Die 120 PS reichen zum zügigen Dahingleiten, bei Bergauffahrten zeigt sich der sehr ruhige Selbstzünder nicht gerade als Sportskamerad. Dazu kommt ein oft hakeliges Sechsganggetriebe. Mit 7,2 Litern auf 100 Kilometer gab sich der Grandland X bei vorwiegenden Stadt- und schnellen Autobahnfahrten aber mit wenig Diesel zufrieden.

Fahrpraxis

Neben dem Design haben sich die Opel-Ingenieure auch der Lenkung gewidmet. Sie arbeitet leichtgängig, anders als im 3008 aber etwas indirekt. Überzeugend ist das Fahrwerk - wie im 3008 federt es satt und komfortabel, ohne zu weich zu wirken. Nicht so gut gefallen haben uns die schwache Sitzheizung und die Stauumfahrung des Navis - im 3008 arbeitete das System deutlich besser und führte zuverlässiger um Verkehrsstockungen herum. Außerdem schaltet die 360-Grad-Kamera beim Rangieren vorne zu schnell ab.

Autoflotte-Tipp

Die Business Innovation ist die perfekte Grandland-X-Variante. Dazu DAB-Empfang für 176 Euro und - da wir den großen Diesel mit serienmäßiger Achtstufen-Automatik bevorzugen (ab 32.382 Euro) - adaptiver Tempomat (672 Euro), fertig ist der Grandland X. So kommen wir auf insgesamt 33.230 Euro. Als zusätzliches Extra steht dann je nach Geschmack noch ein Wunschlack zur Debatte (252 bis 861 Euro).

Details

Stärken & Schwächen

Stärken- Sehr gutes Preis- Leistungs-Verhältnis- Ruhiger Motor- Sehr wendigSchwächen- Punktuell nachlässige Verarbeitung innen- Hakeliges Getriebe- schwache Sitzheizung

360px 106px

Mehr

Mehr zum Thema Test:





Fotos & Videos zum Thema Test

img

Toyota RAV4 Plug-In-Hybrid

img

Morgan PlusFour (2020)

img

Deutschland-Tour VW ID.3

img

Kraftstoffvergleich VW ID.3, Volvo V90 Recharge, Lexus ES300h

img

VW ID.3 Fahrbericht 2020

img

Toyota GR Yaris (2020)


Ihr Kommentar zum Artikel

© Copyright 2021 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
Sixt Leasing

Startschuss für Flottenkunden-App

Von den Vertragsdaten über Schadenmeldungen bis hin zur Werkstattsuche: Die neue Sixt Leasing-App soll Dienstwagenfahrern das Leben leichter machen.


img
Emissionsvorgaben

Neuwagen stoßen deutlich weniger CO2 aus

Die verschärften CO2-Vorgaben zeigen Wirkung: Die Autohersteller haben ihren CO2-Ausstoß hierzulande im vergangenen Jahr merklich reduziert.


img
Versicherer

E-Autos nur in Ausnahmen an normalen Steckdosen laden

Übliche Schutzkontaktsteckdosen sind nicht für eine höhere Dauerbelastung, wie beim Laden von Elektroautos, ausgelegt. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft...


img
Citroën e-Berlingo

Der Dritte im elektrischen Bunde

Auch der elektrische Citroën Berlingo nutzt die bekannte Technik des PSA-Konzern. Bis er auf den Markt kommt, dauert es aber noch ein wenig.


img
E-Autos

Aufgestockte Förderprämie sorgt für Rekordzahlen

Mit mehr als 650 Millionen Euro hat der Staat im vergangenen Jahr den Kauf von Elektroautos subventioniert. Richtigen Schwung brachte aber erst die Aufstockung der...